Rehburger Moore

Naturschutzgebiet im Landkreis Nienburg/Weser, Nienburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Rehburger Moore sind ein Naturschutzgebiet in der niedersächsischen Stadt Rehburg-Loccum und der Gemeinde Landesbergen im Landkreis Nienburg/Weser.

Schnelle Fakten
Rehburger Moore
Lage Südlich von Nienburg/Weser, Landkreis Nienburg/Weser, Niedersachsen
Fläche 812 ha
Kennung NSG HA 042
FFH-Gebiet 735 ha
Geographische Lage 52° 31′ N,  13′ O
Rehburger Moore (Niedersachsen)
Rehburger Moore (Niedersachsen)
Meereshöhe von 32 m bis 44 m
Einrichtungsdatum 12. Mai 2011
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Allgemeines

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG HA 042 ist circa 812,8 Hektar groß. Es ist größtenteils Bestandteil des rund 1188 Hektar großen FFH-Gebietes „Rehburger Moor“.[1] Im Nordosten grenzt es an das Naturschutzgebiet „Bieförthmoor“. Es ist ansonsten vollständig von Landschaftsschutzgebieten umgeben. So grenzt es im Norden, Süden und Westen an Teile des Landschaftsschutzgebietes „Rehburger Moorgeest“, im Norden und Westen an das Landschaftsschutzgebiet „Hohenriepen-Hüttenmoor“, im Westen an das Landschaftsschutzgebiet „Hüttenmoor“ und im Osten an das Landschaftsschutzgebiet „Schneerener Geest-Eisenberg“. Das Naturschutzgebiet wurde zum 12. Mai 2011 ausgewiesen.[2] In ihm gingen die bisherigen Naturschutzgebiete „Rehburger Moor“, „Rehburger Moor II“ und „Buchholzmoor“ sowie Teile der Landschaftsschutzgebiete „Hohenriepen-Hüttenmoor“, „Hüttenmoor“ und „Rehburger Moorgeest“ auf. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Nienburg/Weser.

Beschreibung

Das Naturschutzgebiet liegt südlich von Nienburg/Weser und westlich von Neustadt am Rübenberge im Naturpark Steinhuder Meer. Es umfasst mehrere degenerierte Hochmoore sowie Niedermoorbereiche, Sandmagerrasen und trockene Sandheiden in einer durch die Saale-Eiszeit geprägten Geestlandschaft. Im Zentrum des Naturschutzgebietes liegt das namensgebende Rehburger Moor, im Nordwesten das Landesberger Moor, im Südwesten das Hüttenmoor, im Osten das Buchholzmoor und im Südosten das Kreuzholzmoor. Rehburger Moor und Buchholzmoor sind durch die Landesstraße 370, die das Naturschutzgebiet quert, voneinander getrennt. Die anderen Moore sind durch Geestrücken bzw. kultivierte Areale vom Rehburger Moor und Buchholzmoor getrennt. Die zwischen den Mooren liegenden Bereiche sind mindestens teilweise in das Naturschutzgebiet einbezogen, so dass sich ein zusammenhängender Biotopverbund ergibt.

Der zentrale Bereich des Naturschutzgebietes wird von den vielfach offenen Bereichen des Rehburger Moores eingenommen. Das Moor ist teilweise wiedervernässt und von zahlreichen sich regenerierenden Torfstichen mit moortypischer Vegetation durchsetzt. Großflächig sind Pfeifengras-Moorstadien ausgebildet, in die Besenheidebestände und Birken- und Kiefern-Moorwälder eingestreut sind. In das Moor ist mit dem Grundlosen See ein flaches Moorgewässer eingebettet, das auf frühere Torfabbautätigkeit zurückgeht. Westlich des Rehburger Moores sind im Bereich des Leierberges trockene Standorte mit Sandheiden und Sandmagerrasen in das Naturschutzgebiet einbezogen. Insbesondere im Süden und Norden des Rehburger Moores sind Grünländer zu finden, im Süden auch größere Waldbereiche.

Das Landesberger Moor im Nordwesten und das Hüttenmoor im Südwesten des Naturschutzgebietes werden überwiegend von Pfeifengras-Moorstadien und Birken- und Kiefern-Moorwäldern auf entwässerten Moorstandorten eingenommen, in die Grünländer und stellenweise Ackerflächen eingebettet sind.

Das Buchholzmoor ist ein überwiegend von Birken- und Kiefern-Moorwäldern eingenommener Hochmoorkomplex. In die Wälder sind Offenlandbereiche mit Pfeifengras-Moorstadien, Wollgräsern und Torfmoosen sowie Glockenheide eingestreut. Auch das Kreuzholzmoor ist überwiegend mit Birken- und Kiefern-Moorwäldern bestanden, in die offene Bereiche mit Wollgräsern und Torfmoosen eingebettet sind.

Die Moorstandorte im Naturschutzgebiet beherbergen Vorkommen unter anderem von Torfmoosen wie Sphagnum magellanicum, Sphagnum papillosum und Sphagnum rubellum, Scheidenwollgras, Schmalblättriges Wollgras, Rundblättriger Sonnentau, Glockenheide, Rosmarinheide, Rauschbeere und Moosbeere. Die Wälder im Naturschutzgebiet verfügen über einen hohen Alt- und Totholzanteil. Zur Pflege und Aufwertung der Moorlebensräume werden verbuschte und bewaldete Bereiche im Naturschutzgebiet entkusselt und Maßnahmen zur weiteren Wiedervernässung getroffen.[3]

Das Gebiet ist Lebensraum verschiedener Vogelarten, darunter Kranich, Kiebitz, Bekassine, Waldschnepfe, Krickente, Schellente, Zwergtaucher, Kuckuck, Ziegenmelker, Pirol, Grauschnäpper, Baumpieper, Wiesenpieper, Schafstelze, Schwarzkehlchen, Heidelerche, Feldlerche, Bluthänfling und Neuntöter. Bei einer im Jahr 2018 durchgeführten Kartierung der Avifauna im Gebiet wurden 89 Brutvogelarten festgestellt.[4] Weiterhin sind hier Reptilien und Amphibien heimisch, darunter Kreuzotter, Ringelnatter, Schlingnatter, Blindschleiche, Waldeidechse, Zauneidechse, Moorfrosch und verschiedenen Wasserfroscharten. Das Gebiet ist auch Lebensraum für zahlreiche Insekten.

Das Naturschutzgebiet wird über Gräben zum Steinhuder Meerbach und Strangbach entwässert. Das Gebiet ist im Süden und Osten größtenteils von Wäldern, im Norden und Westen überwiegend von landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben.

Literatur

Einzelnachweise

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