Reichweiler

Ortsgemeinde im Landkreis Kusel, Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Reichweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Reichweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Reichweiler hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 33′ N,  17′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Kusel-Altenglan
Höhe: 380 m ü. NHN
Fläche: 3,87 km²
Einwohner: 529 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66871
Vorwahl: 06384
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 084
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
66869 Kusel
Website: www.vgka.de
Ortsbürgermeister: vakant (geschäftsführend: Thomas Schmitt, 1. Beigeordneter)
Lage der Ortsgemeinde Reichweiler im Landkreis Kusel
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Geographie

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pfeffelbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz liegt am Fuße der preußischen Berge im Westrich an der Grenze zum Saarland. Nachbargemeinden sind Eckersweiler, Herchweiler und Pfeffelbach sowie die Ortschaft Schwarzerden im benachbarten Saarland.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1273, als Gräfin Elisabeth von Blieskastel und Bitsch, die Tochter des letzten Grafen von Blieskastel, das Dorf dem Kloster Wörschweiler schenkte. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1559 fiel der Ort an das Oberamt Lichtenberg des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken.[2]

Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs. Reichweiler wurde der Mairie Burglichtenberg des Kantons Kusel im Arrondissement Birkenfeld des Saardepartements zugeordnet.[3] Nach der Niederlage Napoleons und den Vereinbarungen, die auf dem Wiener Kongress getroffenen wurden, kam Reichweiler im Jahr 1816 zum Fürstentum Lichtenberg, einer neugeschaffenen Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld beziehungsweise ab 1826 des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha. Mit diesem fiel es 1834 an Preußen, das aus diesem Gebiet den Kreis St. Wendel schuf. Nach der Abtrennung des Hauptteils an das neugeschaffene Saargebiet entstand 1920 der Restkreis Sankt Wendel-Baumholder, zu dem der Ort bis 1937 gehörte, als er in den Kreis Birkenfeld eingegliedert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Reichweiler innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1969 wurde der Ort in den Landkreis Kusel umgegliedert.[4]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Reichweiler besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

Bürgermeister

Das Amt ist derzeit vakant. Dennis Müller (parteilos) wurde am 4. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Reichweiler.[6][7] Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde,[8] oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung für Dennis Müller entschied.[9] Am 11. Dezember 2025 legte Müller sein Ehrenamt aus privaten Gründen vorzeitig nieder.[10][11] Die Neuwahl eines Nachfolgers ist parallel zur Landtagswahl am 22. März 2026 vorgesehen.[12]

Müllers Vorgänger Eric Tuerlings (parteilos) hatte das Amt am 12. Oktober 2021 übernommen.[13] Bei der Direktwahl am 26. September 2021 war der Niederländer mit einem Stimmenanteil von 94,7 % gewählt worden.[14] Bei der Wahl 2024 kandidierte Tuerlings nicht erneut als Ortsbürgermeister. Sein Vorgänger Karsten Becker hatte das Amt am 13. Juni 2014 angetreten.[15] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 81,73 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[16] Im Juli 2021 legte er sein Amt jedoch aus privaten Gründen nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde.[17] Beckers Vorgänger Bernd Hoffmann hatte das Amt 25 Jahre ausgeübt.[18]

Wappen

Wappen von Reichweiler
Wappen von Reichweiler
Blasonierung: „Von Silber und Rot geteilt, oben ein wachsender, rotbewehrter und -bezungter, blauer Löwe, unten eine runde, goldene Scheibe, darin ein schwarzer Dolch über einem Paar schwarzer Stierhörner.“[19]
Wappenbegründung: Obwohl Reichweiler nie oder nur kurz zur Grafschaft Veldenz gehörte, wurde der blaue Veldenzer Löwe ins Wappen aufgenommen, weil alle Gemeinden des „Amtes Burglichtenberg in Berschweiler“ im Kreis Birkenfeld, zu dem Reichweiler früher gehörte, diesen Löwen in ihrem Wappen tragen und er auch im Wappen der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken enthalten war. Das untere Wappenfeld bezieht sich auf das Mithrasdenkmal am Rande der Reichweiler Gemarkung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

An der Grenze zu Schwarzerden ist das Mithras-Denkmal zu sehen.

Siehe auch

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch den Ort führt die Kreisstraße 61. Im Süden befindet sich die Bundesautobahn 62. Am Ortsrand gibt es zu dieser eine Anschlussstelle.

Telekommunikation

Auf dem Kleinen Keufelskopf (49° 33′ 10,5″ N,  17′ 59,6″ O) befindet sich ein 137 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG, der wie der unweit gelegene Fernmeldeturm Bornberg ein Typenturm vom Typ FMT 16 ist. Der Fernmeldeturm wird von der ehemaligen Telekom-Tochter Deutsche Funkturm betrieben.

Fernmeldeturm Reichweiler

Literatur

  • Literatur über Reichweiler in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

Einzelnachweise

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