Reillanne
französische Gemeinde im Département Alpes-de-Haute-Provence
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Reillanne ist eine französische Gemeinde mit 1730 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Alpes-de-Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Arrondissement Forcalquier und zum Gemeindeverband Haute-Provence Pays de Banon.
| Reillanne | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Provence-Alpes-Côte d’Azur | |
| Département (Nr.) | Alpes-de-Haute-Provence (04) | |
| Arrondissement | Forcalquier | |
| Kanton | Reillanne | |
| Gemeindeverband | Haute-Provence Pays de Banon | |
| Koordinaten | 43° 52′ N, 5° 42′ O | |
| Höhe | 387–805 m | |
| Fläche | 38,55 km² | |
| Einwohner | 1.730 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 45 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 04110 | |
| INSEE-Code | 04160 | |
Reillanne im Winter | ||
Lage
Die Gemeinde Reillanne liegt in den Provenzalischen Alpen am Nordostrand des Luberon-Gebirges, neun Kilometer südwestlich von Forcalquier. Nachbargemeinden von Reillanne sind Aubenas-les-Alpes im Norden, Saint-Michel-l’Observatoire und Villemus im Osten, Montjustin im Süden, Céreste im Südwesten, Sainte-Croix-à-Lauze im Westen sowie Vachères im Nordwesten.
Geschichte
Von der jüdischen Gemeinde von Reillanne stammt die einzige im Original erhaltene Taqqanah-Urkunde des Mittelalters. Sie wurde 1313 verfasst und enthält 20 Taqqanot.[1] Erhalten blieb sie in ihrer Zweitverwendung als Bucheinband einer Machsorschrift. Das Dokument wird heute in der Bibliothèque nationale de France in Paris aufbewahrt.[Anm. 1][2]
1942 eröffnete das Vichy-Regime in Reillanne im Mas des Prés, einem ehemaligen Kloster, ein « centre spécial pour des étrangers non dangereux » et « indésirables », ein spezielles Zentrum für ungefährliche und unerwünschte Ausländer. Interniert wurden hier hauptsächlich arbeitsunfähige jüdische Familien.[3]
Am 12. Mai 1944 führten zehn bewaffneten deutschen Soldaten zusammen mit französische Kollaborateuren in Reillanne eine Razzia durch. In deren Verlauf wurden 54 ausländische Juden, darunter 9 Kinder, verhaftet.[4] Die Festgenommenen wurden im Mai 1944 über das Sammellager Drancy nach Auschwitz-Birkenau deportiert.[3] Nur zwei von ihnen, Sigmund Braunstein und Wilma Singer, überleben.[4]
Zur Zeit erinnert eine Gedenktafel an dem ehemaligen Kloster an die Razzia und die Deportation. Für 2024 sind aus Anlass des 80. Jahrestages dieser Ereignisse seitens der Gemeinde Veranstaltungen und Ausstellungen geplant. Auch eine Buchproduktion über das Lager ist in Vorbereitung.[3]
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2016 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 622 | 602 | 665 | 892 | 1197 | 1322 | 1476 | 1653 | 1730 |
| Quellen: Cassini und INSEE | |||||||||
Sehenswürdigkeiten
- Porte Saint-Pierre, Monument historique
- Mühle Delestic, Monument historique
- Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption
- Kirche Saint-Denis
- Synagoge
- Kirche Mariä Himmelfahrt
- Kapelle Sai9nt-Denis
- Porte Saint-Pierre
- Die Délestic-Mühle, auch Moulin de l’Agnelet genannt
- Von der zerstörten Kirche Saint-Pierre ist der Turm noch vorhanden.
- Mairie Reillanne
- Fassade der ehemaligen Synagoge von Reillanne
