Reinhard Pflug

deutscher Geologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Reinhard Pflug (* 1. April 1932 in Schwerte an der Ruhr; † 9. Februar 2012 in Kirchzarten bei Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Geologe und Pionier der Datenverarbeitung in der Geologie. Ab 1970 war er ordentlicher Professor für Geologie und Paläontologie an der Universität Freiburg.

Leben und Wirken

Reinhard Pflug war Sohn des Historikers und Hochschullehrers Hans Pflug. Nach dem Studium der Geologie in Tübingen und Bonn, der Promotion zum Dr. rer. nat. 1958, einer Tätigkeit von 1958 bis 1960 in der Ölindustrie und von 1960 bis 1964 auf einer Dozentenstelle an der Universität von Rio de Janeiro mit umfangreichen Geländearbeiten baute Pflug das Eschwege-Institut in Diamantina (Brasilien) auf und habilitierte sich 1964 an der Universität Heidelberg, vo er von 1964 bis 1970 seine Lehrtätigkeit als Privatdozent begann.

Im Jahr 1970 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Geologie und Paläontologie der Universität in Freiburg im Breisgau in der Nachfolge von Max Pfannenstiel. Dort führte sein starkes Interesse an der entstehenden Datenverarbeitung zur Bildung eines neuen Schwerpunkts in Forschung und Lehre. Die moderne Ausstattung und zusätzlich angebotene Programmierkurse des damals zeitgeistgemäßen Metiers machten das Geologische Institut populär.

Er verfasste zahlreiche Fachaufsätze und publizierte 1982 das Taschenbuch Bau und Entwicklung des Oberrheingrabens. Als Direktor des Geologischen Instituts betreute er von 1970 bis 2000 51 Dissertationen und mehr als 100 Diplomarbeiten. Nach der Emeritierung widmete sich Pflug verstärkt der Weiterentwicklung seines GeolKart-Programms, mit dem geologische Karten erstellt werden können. Er lebte in Freiburg und betreute weiterhin Diplomarbeiten und führte Exkursionen in die Schweizer Alpen durch.

Im Jahr 1960 erhielt er den Hermann-Credner-Preis der Deutschen Geologischen Gesellschaft und 1999 die Hans-Stille-Medaille der DGG.[1]

Reinhard Pflug starb am 9. Februar 2012 in Kirchzarten bei Freiburg.[2][3]

Literatur

  • Pflug, Reinhard. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 945.
  • Festschrift für Reinhard Pflug anlässlich seines 75. Geburtstages am 1. April 2007. = Festschrift for Reinhard Pflug on the occasion of his 75th anniversary on 1-April-2007 (= Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften. Bd. 158, Nr. 1, ISSN 1860-1804). Schweizerbart, Stuttgart 2007.

Einzelnachweise

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