Rennfeld

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Das Rennfeld ist der 1629 m ü. A. hohe westlichste Gipfel der Fischbacher Alpen in der österreichischen Obersteiermark. Der Berg gilt als ausgesprochener Panoramaberg und ist (neben Hochanger und Madereck) einer der drei Hausberge von Bruck an der Mur.

Schnelle Fakten
Rennfeld
Blick über das Murtal bei Pernegg nach Nordosten auf das Rennfeld. Der vorgelagerte Kogel heißt Liebsberg (767 m), links dahinter der Übelsteinberg mit der Pischkalm (verdeckt, 1190 m).
Blick über das Murtal bei Pernegg nach Nordosten auf das Rennfeld. Der vorgelagerte Kogel heißt Liebsberg (767 m), links dahinter der Übelsteinberg mit der Pischkalm (verdeckt, 1190 m).
Höhe 1629 m ü. A.
Lage Steiermark, Österreich
Gebirge Fischbacher Alpen, Randgebirge östlich der Mur
Dominanz 6,7 km Hochlantsch
Schartenhöhe 628 m Eibeggsattel
Koordinaten 47° 24′ 25″ N, 15° 21′ 22″ O
Rennfeld (Steiermark)
Rennfeld (Steiermark)
Gestein Paragneis, Plagioklasamphibolit
Normalweg Wanderung von Bruck an der Mur, Frauenberg oder Pernegg
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Berg und Umgebung

Als westlichster Gipfel der Fischbacher Alpen liegt das Rennfeld im Zwickel zwischen den Flüssen Mur und Mürz, (süd)östlich über den Städten Bruck an der Mur und Kapfenberg. Am Gipfel des Rennfelds treffen sich die Gemeindegrenzen von Bruck an der Mur, Pernegg an der Mur sowie Sankt Marein im Mürztal aufeinander. Für St. Marein ist dies der höchste Punkt des Gemeindegebietes, bis 2014 bildete dieser Bereich an der Nordflanke des Rennfelds die eigenständige Gemeinde Frauenberg. Das Gemeindegebiet von Kapfenberg erfasst nur wenige nördliche Ausläufer des Rennfels (Diemlachkogel, 714 m; Zernerkogel, 912 m).

Der schmale, südwest-nordost-orientierte Hauptrücken des weitgehend bewaldeten Rennfelds verbreitert sich im Gipfelbereich zu einem offenen Plateau, auf dem sich das Ottokar-Kernstock-Haus befindet. Das außergewöhnlich große Gipfelkreuz des Rennfelds ist laut Inschrift Den Gefallenen beider Weltkriege gewidmet. In seinem weiteren Verlauf nach Osten fällt der Rücken geradlinig zum Buchecksattel (1275 m) ab, der einen Nord-Süd-Übergang vom Mürztal in die Breitenau ermöglicht. Der Höhenzug setzt sich dann über einige wenig prominente Berge weiter nach Osten fort, einen markanten Einschnitt bildet erst der Eibeggsattel. An der Westflanke des Rennfels liegt direkt über dem Mittleren Murtal der Übelsteinberg (1190 m) mit der Pischkalm Während die Nordflanke des Rennfelds sich in einige Rücken verzweigt, fällt der Berg in Süden steiler und direkter in den Gabraungraben mit einer gleichnamigen Streusiedlung ab, erst nach einem Hügelzug folgt weiter südlich der Graben mit dem Breitenauer Bach, von dem aus das Gelände zum Hochlantsch wieder ansteigt.

Richtfunksender

Am Gipfelplateau des Rennfelds befindet sich eine Richtfunkstation. Ihre wichtigste Funktion ist die Anbindung der Erdfunkstelle Aflenz an das Richtfunknetz, dazu übermittelt der Sender am Rennfeld Signale des 45 km entfernten Senders Sonnwendstein bzw. des 46 km entfernten Senders auf der Gemeindealpe. Neben der Erdfunkstelle Aflenz versorgt der Sender am Rennfeld noch weitere Richtfunkstationen in der Obersteiermark.[1]

Der Zopf der Agnes

Sagenhafter Zopf der Agnes in der Loretokapple der Burg Oberkapfenberg

Der Name des Rennfelds wird durch eine Sage erklärt, die im 11. Jahrhundert spielt. Wulfing von Stubenberg (nicht ident mit dem gleichnamigen Bischof) sei verlobt gewesen mit Agnes von Pernegg (alternativ: Agnes von Habsburg[2]), die Heirat wurde aber durch seine Teilnahme an einem Kreuzzug verzögert. Als Erinnerung montierte Wulfing sich ihren Haarzopf, den sie sich als Treuegelöbnis abgeschnitten hatte, auf seinen Helm. Acht Jahre vergingen und Agnes wartete immer noch auf die Rückkehr ihres Verlobten, der schon längst für tot gehalten wurde. Schließlich zwang ihr Bruder sie, sich stattdessen mit Rüdiger von Kuenring zu vermählen. Am Tag dieser Hochzeit kehrte Wulfing zurück, forderte Rüdiger zum Duell und tötete ihn dabei (angebliches Datum: 17. Mai 1009[2]) Die freie Bergfläche, auf der das Anrennen der beiden Ritter gegeneinander stattgefunden habe, trage seither den Namen Rennfeld.[3] Ein Steinhaufen dort sei die Grabstätte Rüdigers.[4] Die Sage ist in leicht unterschiedlichen Varianten überliefert. Wulfing von Stubenberg, in dessen Sagengestalt evtl. mehrere reale Familienmitglieder vermischt sind, gilt als sagenhafter Begründer der Burg Oberkapfenberg (wofür er aber im 12. Jahrhundert gelebt haben müsste), in der dortigen Loretokapelle wird der angebliche Zopf der Agnes ausgestellt. Er ist außerdem im Wappen der Stubenberger abgebildet.

Wege

Das Rennfeld kann von Bruck an der Mur im Westen über den Kaltbachgraben und den Glanzgraben, von Kapfenberg im Norden über Frauenberg, von Pernegg im Südwesten über den Gabraun-Graben oder von Breitenau am Hochlantsch im Südosten (jeweils rund 1000–1200 Höhenmeter) erstiegen werden. Eine Variante des Zentralalpenwegs führt über den Gipfel.

Ein 360° Panorama des Rennfeld-Gipfels

Literatur

Commons: Rennfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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