Reutles

Ortsteil von Nürnberg in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Reutles (fränkisch „Raidles“[1]) ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg (Mittelfranken, Bayern).[2] Reutles liegt in der Nordwestlichen Außenstadt im statistischen Bezirk 79 und in der Gemarkung Großgründlach.[3]

Schnelle Fakten Kreisfreie Stadt Nürnberg ...
Reutles
Statistischer Distrikt 790Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname falsch
Kreisfreie Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 32′ N, 11° 1′ O
Höhe: 302 m ü. NHN
Postleitzahl: 90427
Vorwahl: 0911
Luftaufnahme von Reutles von Süden (2020). Im rechten Hintergrund Tennenlohe, links Erlangen
Luftaufnahme von Reutles von Süden (2020). Im rechten Hintergrund Tennenlohe, links Erlangen
Schließen
Reutles, um 1802
Kapelle St. Felicitas

Geographie

Die Stadtrandsiedlung bildet mit dem südwestlich gelegenen Großgründlach eine geschlossene Siedlung und liegt im Norden der Stadt. Nachbarorte sind (dem Uhrzeigersinn folgend und im Norden beginnend) der Erlanger Stadtteil Tennenlohe sowie die Nürnberger Stadtteile Neunhof und Boxdorf. Im Osten liegen die Waldgebiete Eichenlohe und Neunhofer Forst. Im Westen grenzt das Flurgebiet Bei der Marter an. Über die Reutleser Straße besteht eine Verbindung zur Bundesstraße 4 und über diese zur Anschlussstelle Erlangen-Tennenlohe der Bundesautobahn 3.[4]

Geschichte

Das Dorf entstand im 12. Jahrhundert durch eine Rodung der Herren von Gründlach und wurde 1329 als „Revtleins“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „riute“ mit Diminutivsuffix ab und bedeutet demnach kleine Rodung.

Die Grundherrschaft lag ab 1329 bei den Patrizierfamilien Ortlieb und Ebner; sie oblag ab 1625 den Pfinzing von Henfenfeld, die gleichzeitig die Burgherren von Großgründlach waren, zu dem es seitdem gehört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reutles 16 Anwesen (2 Halbhöfe, 6 Güter, 8 Gütlein). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte der Nürnberger Eigenherr von Haller.[5]

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Reutles dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Großgründlach und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Großgründlach zugeordnet. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand der ganze Ort von 1821 bis 1848 dem Patrimonialgericht Großgründlach.[6]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs es infolge reger Bautätigkeit mit Großgründlach zusammen und wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Nürnberg eingemeindet.[7]

Baudenkmäler

In Reutles gibt es sechs Baudenkmäler:[8]

  • Reutleser Straße 49: Wohnstallhaus, Backofen und Einfriedung
  • Reutleser Straße 51: Wohnstallhaus;
  • Reutleser Straße 53, 63: Wohnstallhaus mit Einfriedung
  • Reutleser Straße 80: Felicitaskapelle von 1379
ehemalige Baudenkmäler
  • Reutleser Straße 61: Gasthof Höfler. Am zweigeschossigen Neubau dreigeschossiger Giebel mit übernommenen Eckvoluten und Kugelbekrönung; Stein mit Inschrift „MR 1792“.[9]
  • Reutleser Straße 62: Hofanlage. Zweigeschossiges erneuertes Satteldachhaus. Der zweigeschossige Giebel mit flachem Gesimsband; Ecklisenen, Kugelbekrönung. Am Giebel Sandstein mit Inschrift „17 JS. 21“. Weiter oben Tafel mit Inschrift „J. Kropf 1929“.[9]
  • Reutleser Straße 65: Erdgeschossiges Wohnstallhaus. Sandstein, getüncht; die Fenster mit Profilumrahmung. Wohl um 1800. 1974 durch Brand beschädigt.[9]
  • Reutleser Straße 71: Zweigeschossiges, 1932 erneuertes Wohnhaus. Am neuen Giebel eingelassener Sandstein mit Inschrift „18 MH 59“ und klassizistischer Umrahmung. Weiterer Inschriftstein „Konr[ad] Kropf 1932“.[9]
  • Reutleser Straße 74: Hofanlage. Erdgeschossiges Wohnstallhaus, wohl Mitte des 18. Jahrhunderts; Sandsteinquader, traufseitig verputzt. Straßengiebel mit Eckvoluten, Zierpostament und Kugelaufsatz; flaches Gesims. Fensterwände mit Wulstprofil. Hofmauer aus Sandsteinquadern mit profilierten Decksteinen.[9]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 18181840186118711885190019251950196119701987
Einwohner 108136125122143117136185242258 *
Häuser[10] 19202322242838 *
Quelle [11][12][13][14][15][16][17][18][19][20][21]
Schließen
* 
Ort wird zu Großgründlach gerechnet.

Religion

Reutles ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Laurentius (Großgründlach) gepfarrt.[5] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Hedwig (Großgründlach) gepfarrt.

Verkehr

Im Nahverkehr erschließen die Stadtbuslinien 29 und 290 den Stadtteil.

Literatur

Commons: Reutles (Nürnberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

Related Articles

Wikiwand AI