Rhein Papier
deutscher Papierhersteller
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Die Rhein Papier GmbH ist ein ehemaliger deutscher Papierhersteller, der zum finnischen Konzern UPM-Kymmene gehörte. Im Außenauftritt benutzte die Rhein Papier für Produkte, Standorte und Webseite die Konzernmarke UPM. Ihre zwei Standorte traten im Konzern eigenständig auf durch die Bezeichnung UPM Plattling bzw. UPM Hürth.
| Rhein Papier | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Sitz | Plattling |
| Leitung | Winfried Schaur (Geschäftsführer)[1] |
| Mitarbeiterzahl | 630[1] |
| Umsatz | 330 Mio. Euro[1] |
| Branche | Papierindustrie |
Geschichte
Rhein Papier wurde im Dezember 2010 zusammen mit dem damaligen Mutterunternehmen Myllykoski von UPM-Kymmene übernommen.[2]
Fabriken
Zu Rhein Papier gehörten zwei Papierfabriken in Plattling und Hürth.[1] Diese wurden 2023 und 2024 stillgelegt.
UPM Plattling
Die 1982 gebaute Fabrik in Plattling[3] wurde zum 1. Februar 1996 mit der Übernahme der München-Dachauer Papierfabriken von Myllykoski übernommen.[4]
Seit 2011 wurden die drei Papiermaschinen alle von einem eigenen KWK-Kraftwerk mit Dampf und elektrischer Energie versorgt.[5] Das System lieferte 125 MW und 200 t Dampf pro Stunde, versorgte die Papierwerke zu nahezu 100 % mit Wärme und zu 70 % mit Strom.[5] Finanziert und betrieben wurde das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-Kraftwerk) von der E.ON Energy Projects GmbH (EEP).[5] Das maßgeschneiderte Kraftwerk wurde für einen flexiblen Betrieb ausgelegt.[6]
Die Fabrik in Plattling produzierte SC- und LWC-Papiere[1] und hatte 480 Mitarbeiter im Jahr 2022.[3] In den Papierfabriken waren zuletzt zwei Maschinen in Betrieb, die dritte und älteste wurde im Juli 2019 Stillgelegt.
Im Juli 2023 kündigte UPM die dauerhafte Schließung des Werks Plattling zum Jahresende an, am 20. November 2023 endete die Produktion und insgesamt 500 Beschäftigte von UPM und dem Serviceunternehmen Valmet verloren ihre Arbeit.[7]
UPM Hürth
Ab Juli 2001 wurde in Hürth bei Köln eine neue Produktionsstätte für Zeitungsdruckpapier aus Altpapier der deutschen Tochter Rhein Papier GmbH des finnischen Familienunternehmens Myllykoski vom Maschinenhersteller Voith[8] für 280 Mio. Euro gebaut und ging im Juli 2002 in Betrieb.[9] 2002 erwirtschaftete die Fabrik mit 156 Mitarbeitern rund 150 Mio. Euro Umsatz.[10] Die Papiermaschine der Fabrik – die PM 1 – hielt schon öfter den Geschwindigkeitsrekord für Zeitungspapiermaschinen: am 21. März 2003 wurden 1912 m/min erreicht, das entspricht einer Geschwindigkeit der Papierbahn bei der Aufrollung von 114,7 km/h.[10] Dieser Rekord konnte am 9. September 2010 auf bis zu 2020 m/min für 24 Stunden gesteigert werden.[11][12] Im Jahr 2020 betrug die Zahl der Mitarbeiter 125.
Seit November 2020 befindet sich auf dem Werksgelände erstmals eine eigene Energieversorgung im Bau mit einem 45 Meter hohen Treppenturm.[13] Das Biomasseheizkraftwerk mit einer thermischen Leistung von 88 MW und einer elektrischen Leistung von 20 MW wurde von GSH Green Steam Hürth GmbH errichtet und betrieben, welche eine Tochter der E.ON Energy Projects GmbH ist.[13] Für eine CO2-neutrale Lösung sollten regionale Ernterückstände und Landschaftspflegeholz als Brennstoff dienen und damit die Papierproduktion mit klimaneutraler elektrischer Energie und grünem Dampf beliefern und gelegentlich auch Strom in das öffentliche Netz einspeisen.[14]
Am 31. August 2024 wurde die Produktion eingestellt und die Papierfabrik stillgelegt.[15]
Weblinks
- upmpaper.com/… – UPM Plattling
- upmpaper.com/… – UPM Hürth
- northdata.de/… – Handelsregister-Auswertung Rhein Papier GmbH
