Rhodopen
bewaldetes Rumpfgebirge in Südeuropa
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Die Rhodopen (bulgarisch Родопи Rodopi, griechisch Ροδόπη Rhodopi; aus dem Thrakischen für „Gebiet des rotbraunen Flusses“)[1] sind ein bewaldetes Rumpfgebirge, das zu 83 % im Süden Bulgariens und zu 17 % im Norden Griechenlands liegt. Der höchste Gipfel ist mit 2191 m der Goljam Perelik, weitere Gipfel sind Goljama Sjutkja (2186 m), Goljam Persenk (2091 m), Batashki Snezhnik (2082 m), Malka Sjutkja (2079 m) und Prespa (2000 m). Die Rhodopen sind Teil des Alpidischen Gebirgssystems.
| Rhodopen | |
|---|---|
| Die Rhodopen in Bulgarien und teilweise in Griechenland | |
| Höchster Gipfel | Goljam Perelik (2191 m) |
| Lage | Bulgarien, Griechenland |
| Koordinaten | 41° 36′ N, 24° 34′ O |
In den östlichen Rhodopen sind Buchen- und Eichenwälder vorherrschend, in den höheren westlichen Rhodopen dagegen Nadelwälder (hier befinden sich auch die höchsten Gipfel). Im Nordwesten schließt sich das deutlich höhere Rila-Gebirge, im Südwesten das ebenfalls höhere Pirin-Gebirge an. Im Osten liegt das Strandschagebirge. Größere Städte sind Welingrad, Smoljan, Peschtera, Kardschali und Batak. Es gibt Rohstoffvorkommen an Blei, Kupfer und Zink und Mineralquellen in Welingrad und Naretschen.
Die westlichen Rhodopen sind die Heimat der Pomaken, in den östlichen Rhodopen leben Angehörige der türkischen Minderheit.
Das Gebirge ist seit 2004 Namensgeber für den Berg Rodopi Peak auf der Livingston-Insel in der Antarktis.
Geologie
Karstlandschaften prägen die Gegend mit zahlreichen Höhlen, tief eingeschnittenen Schluchten und auffälligen Felsformationen, wie z. B. die Trigrader Schlucht, die Höhlen Teufelsschlund (bulgarisch Дяволското гърло Djawolskoto garlo), Uhloviza, Jagodinska und die Felsformationen Wunderbare Brücken.
Mineralogische Untersuchungen deuten auf eine Genese der Rhodopen in etwa 100 Kilometern Tiefe hin, die laut Isotopenuntersuchungen vor rund 40 Millionen Jahre stattfand. Der Gebirgszug wäre demzufolge 30 bis 50 Millionen Jahre jünger als bisher angenommen. Materialuntersuchungen legen nahe, dass sich das Gebirge aus Krustenteilen der Afrikanischen Platte zusammensetzt.
Im Februar 2026 veröffentlichte mathematisch-mechanische Modellierungen der Geowissenschaftler Iskander Muldashev und Thorsten Nagel von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg weisen darauf hin, dass sehr wahrscheinlich mehrere 100 Kilometer entfernt abgetauchtes Material der Afrikanischen Platte aus der Tiefe in die darüberliegende europäische Kruste eingedrungen sei. Die Afrikanische Platte drückt seit etwa 100 bis 120 Millionen Jahren nach Norden und Nordosten gegen die Eurasische Platte. Im Zuge der sogenannten alpidischen Orogenese seien wie die Alpen auch kleinere Gebirgszüge wie die Rhodopen entstanden, die aus einem Stück des abgetauchten Urkontinents Greater Adriana bestünden, der sich von der Afrikanischen Platte abgespalten habe.[2][3][4]
Siehe auch
Weblinks
- Daniel Lingenhöhl: Plattentektonik: Ein Stück Afrika mitten in Europa in Spektrum.de, News 20.02.2026

