Richard Bona
kamerunischer Jazz-Bassist und -sänger
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Richard Bona (* 28. Oktober 1967 in Minta) ist ein kamerunischer Jazz-Bassist, Gitarrist und Sänger.

Kindheit
Nach Erzählungen war Richard ein launisches Kind, das oft zu Weinkrämpfen neigte. Doch als eines Tages eine Gruppe von Musikern ins Haus der Familie zu Besuch kam, war das für ihn der Zeitpunkt einer grundlegenden Veränderung. Denn der junge Richard, damals gerade einmal vier Jahre alt, war wie gebannt vom Klang des Balafons. Sein Großvater erkannte, dass dieses Instrument ein wirksames Mittel war, um seinen Enkel auf andere Gedanken zu bringen und kaufte ihm sein eigenes Balafon. Ein Jahr später spielte er – sozusagen als Wunderkind – bereits mit seiner Mutter und seinen vier Schwestern in der örtlichen Kirche. Die Nachricht von Richard Bonas Talent verbreitete sich in der Nachbarschaft, und der junge Musiker war bald bei Hochzeiten, Taufen und anderen Familienfeiern sehr gefragt. Wie viele seiner afrikanischen Mitmusiker musste Richard aufgrund fehlender finanzieller Mittel seine Fantasie spielen lassen, wenn es um Instrumente ging und er baute sich aus Holz und Fahrradbremsseilen eine 12-saitige Gitarre.[1]
Leben und Wirken
Nach kurzem Aufenthalt in Deutschland ging Bona nach Frankreich, wo er mit Manu Dibango, Salif Keita und Didier Lockwood spielte. Auch nahm er mit Joe Zawinul auf.

1995 zog er nach New York City, wo er mit Musikern wie Larry Coryell, Michael und Randy Brecker, Mike Stern, Steve Gadd, Chick Corea sowie Pat Metheny arbeitete. 2008 trat er auf dem North Sea Jazz Festival mit Bobby McFerrin auf. Außerdem bildete er 2007 zusammen mit den Musikern Gerald Toto und Lokua Kanza eine neue Gruppe, die beim FMM Festival das Musicas do Mundo 2008 in Sines auftrat und ein Album einspielte. Mit eigener Band war er beim Montreux Jazz Festival 2016.[2] 2019 und 2022 war er mit Alfredo Rodríguez auf Tournee.
Bona lehrt Bassgitarre an der New York University.
Diskografie (Auswahl)
- 1999: Scenes from My Life
- 2000: North Sea Jazz Festival
- 2001: Reverence
- 2003: Mo' Bop I
- 2003: Munia
- 2004: Live in Paris
- 2004: Mo' Bop II
- 2004: Toto Bona Lokua
- 2005: Tiki
- 2006: Mo' Bop III
- 2006: Richard Bona & Sadao Watanabe - Live - One For You
- 2008: Bona Makes You Sweat - Live
- 2009: The Ten Shades of Blues
- 2013: Bonafied
- 2016: Mandekan Cubano Heritage
Weblinks
- Webpräsenz von Richard Bona
- Deutschlandfunk, Corso, 25. Juni 2016: „Diese Musik ist extrem komplex“ (Richard Bona im Gespräch mit Luigi Lauer)
- Artikel in Fast Africa ( vom 20. Oktober 2004 im Internet Archive)
- Richard Bona bei Vervemusic (Webarchiv, englisch)
- Ausführliche Biografie bei Radiofrance internationale (engl.) ( vom 9. Juni 2010 im Internet Archive)