Richard Eilenberg
deutscher Komponist
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Gottlob Richard Eilenberg (* 13. Januar 1848 in Merseburg; † 5. Dezember 1927 in Berlin-Moabit[1]) war ein deutscher Komponist.

Leben
Eilenbergs musikalische Ausbildung erfolgte am Militär-Knaben-Erziehungsinstitut zu Schloss Annaburg.[2] Mit 18 Jahren komponierte er sein erstes Werk – eine Konzertouvertüre. Als Freiwilliger nahm er am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teil. Eilenberg war seit 1873 Musikdirektor und Dirigent in Stettin und ließ sich 1889 in Berlin als freier Komponist nieder, wo er bis zu seinem Tod in der Bremer Straße 71, NW 21 (Berlin-Moabit) wohnte.[3]
Im Alter von 65 Jahren wurde er zu Schallplattenaufnahmen eingeladen, die bei Homokord erschienen (Berlin 1913).


In erster Ehe war er ab 1873 mit Marie, geb. Kießling (auch Kiesling; * 1845 in Leipzig; † 1917 in Göhren auf Rügen) verheiratet,[4] in zweiter Ehe ab 1921 mit Dorothea, geb. Schulze (* 1889 in Berlin; † 1970 ebendort).[5] Sein Grab befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.
Sein Bruder Max Eilenberg (1853–1928) leitete über 30 Jahre eine bekannte Militärkapelle in Bautzen.[6]
Werke
Eilenberg komponierte vor allem Märsche und Tänze für Orchester, Harmonie- und Militärmusik, ein Ballett Die Rose von Schiras op. 134 (Berlin, Neues Opern-Theater 1896) und die Operetten Comteß Cliquot (Stadttheater Bautzen 1906), König Midas, Marietta und Der tolle Prinz (Dresden 1912). Von Bedeutung sind auch die von ihm komponierten Märsche Krönungsmarsch (für Alexander III. von Russland) und Janitscharen-Marsch op. 295, der anlässlich des Preismarschwettbewerbs entstand.
Am bekanntesten sind jedoch seine der Salon- bzw. Unterhaltungsmusik zuzurechnenden Stücke op. 57 (1885/86; auch mit Subtext Schön ist’s im Winter von Leo Breiten)[7] und Die Mühle im Schwarzwald op. 52 (1885)[7] geworden. Eilenberg hinterließ ca. 350 Kompositionen, darunter 10 Fantasien nach Melodien großer Meister unter dem Titel Ehrenkränze der Tonkunst op. 268–277 und die Suite Durch Feld und Wald op. 119. Die eher abwertende Beurteilung seiner Charakterstücke durch die zeitgenössische Musikpublizistik als trivial und seicht hat deren Popularität in keiner Weise geschadet.
Weblinks
- Richard Eilenberg – die Website
- Eilenberg, Richard (1848–1927) in Musikland Sachsen-Anhalt
- Werke von und über Richard Eilenberg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Noten und Audiodateien von Richard Eilenberg im International Music Score Library Project
- Begleitheft zur CD Richard Eilenberg: Märsche und Konzertstücke – musikalisches Portrait in historischen Aufnahmen (Jubal Musikproduktionen, Berlin 2005) (PDF; 1,5 MB)
Historische Tondokumente:
- Petersburger Schlittenfahrt. Galopp (R. Eilenberg, op. 57) auf YouTube. Orchester Marek Weber. Electrola E.G. 1204 (Matr. BLR 4288-1), Juni 1928
- Die Mühle im Schwarzwald. Idyll (R. Eilenberg op. 52) auf YouTube. Orchester Dajos Béla. Odeon O-2099 a (Be 6060), Februar 1927
- Die Schmiede im Walde. Idyll (R. Eilenberg, op. 167) auf YouTube. Orchester Dajos Béla. Odeon O-2099 b (Be 6059), Februar 1927
Moderne Tondokumente:
- Norwegische Rentierpost, Grand Galop brillant, op. 314. WDR Funkhausorchester unter Leitung von David Brophy, 2023[8]