Richard Huss
ungarndeutscher Sprachwissenschaftler und Volkstumspolitiker
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Richard Huss (auch Huß) (* 2. Februar 1885 in Bistritz; † 14. Februar 1941 in Debrecen) war ein ungarisch-deutscher Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung 1903 in Bistritz studierte Richard Huss von 1903 bis 1907 Germanistik, Romanistik, Philosophie und Geschichte an der Universität Wien (1903 bis 1904) und an der Universität Straßburg (1905 bis 1907). An der Universität Straßburg promovierte er 1907 bei Ernst Martin. Kurze Zeit arbeitete er als Lehrer am Gymnasium in Debrecen (1907 bis 1908). Von 1908 bis 1909 war er als Lektor für deutsche Sprache an der Universität Nancy tätig und 1911 an der Universität Bordeaux. Bis 1912 arbeitete er in Bistritz wieder im Schuldienst und habilitierte sich 1912 an der Universität Klausenburg. Seit 1913 lehrte er als Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Debrecen, ab 1918 als Ordinarius. Während des Ersten Weltkriegs war er Soldat.
Huss betätigte sich vor allem seit 1934 als führender Vertreter der Ungarndeutschen. In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Richard Huss vor allem mit der deutschen Sprache in Siebenbürgen, den dortigen Mundarten und deren „Urheimat“.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Vergleichende Lautlehre des Siebenbürgisch-Moselfränkisch-Ripuarischen mit den moselfranzösischen und wallonischen Mundarten. Krafft, Hermannstadt 1908 (= Dissertation Universität Straßburg).
- (Hrsg.): Hände weg! Deutsch-ungarländische Kriegsgedichte aus dem Weltkrieg 1914–1917. Csathy, Debreczen 1918.
- Die Besiedelung des Sachsenlandes in Siebenbürgen. In: Zeitschrift für deutsche Mundarten, Bd. 18 (1923), H. 3/4, S. 258–285.
- Die Germanen und ihre Name. Verlag der Zentralstelle zur Verbreitung guter deutscher Literatur, Neuhof 1924.
- Leid und Freud in Musenarmen. Weber, Leipzig 1925.
- „Luxemburg und Siebenbürgen“. Die Einwanderung der Deutschen nach Siebenbürgen und die Gruppenverteilung ihrer Mundarten innerhalb des Römerstrassennetzes. Krafft, Hermannstadt 1926.
- Zur „luxemburgischen“ Urheimatfrage der „Siebenbürger Sachsen“. Rohland & Berthold, Crimmitschau 1926.
- Studien zum luxemburgischen Sprachatlas. Linden, Luxemburg 1927.
- (Hrsg.): Sagen und Erzählungen aus dem Nösnergau und dem Regener Ländchen. Zikeli, Bistritz 1927.
- Nibelungenland, Waberlohe, Etzelburg. In: Deutsch-ungarische Heimatblätter, Bd. 6 (1934), S. 203–227 u. Bd. 7(1935), S. 39–51.
- Die Erstürmung der Burg Ofen und die Befreiung Ungarns von der Türkenherrschaft. Kultura, Pécs 1936.
- Das Deutschtum im Nordkarpathenraum. In: Neue Heimatblätter, Bd. 2 (1937), S. 133–144.
- (Hrsg.): Der Kurss zu Teutze von unserer lieben Frawen (Breviarium aus dem Jahre 1463). Kultúra, Debrecen 1938.
- Der Stand der Germanistik und die Stellung der deutschen Sprache im wissenschaftlichen und kulturellen Leben des heutigen ungarischen Staates. In: Deutsche Kultur im Leben der Völker, Bd. 14 (1939), S. 194–208.
- Bairische Unterlagerung und bairischer Adel in Nordsiebenbürgen. In: Südost-Forschungen, Bd. 7 (1942), H. 3/4, S. 456–469.