Richard Ohmann
deutscher Bildhauer
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Richard Paul Ohmann (* 28. Juli 1850 in Weimar; † 26. April 1910 in Groß-Lichterfelde)[1] war ein deutscher Bildhauer.



Leben
Ohmanns Eltern waren der Lithograf und Kartograf Karl Ohmann und dessen Ehefrau Pauline, geborene Feckert. Er erhielt seine Ausbildung bei Reinhold Begas an der Preußischen Akademie der Künste. Im Jahr 1877 erhielt er den großen akademischen Staatspreis der Akademie.[2] Im Jahr 1878 wurde er mit einer kleinen goldenen Medaille der Kunst ausgezeichnet.[3] Er studierte von 1878 bis 1880 in Rom weiter und war anschließend von 1882 bis 1905 Lehrer an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und von 1905 bis 1907 an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin.[4] 1895 erhielt er bei einem Preisausschreiben zu einer "Statue der Sprea" für das Berliner Rathaus einen Preis zuerkannt (nicht ausgeführt).[5]
Ab 1886 war er mit Clara Wegner verheiratet.[6] Das Paar hatte mehrere Kinder. Er wurde auf dem Friedhof Wilmersdorf beigesetzt. Sein Grab hat sich erhalten.
Werke
- Berlin-Mitte
- Fassadenstandbild des Gelehrten und Wissenschaftlers Johannes Müller auf einem Eckrisalit über dem Eingangsportal des Museums für Naturkunde
- Standbild des Geologen Leopold von Buch an der Fassade des Museums für Naturkunde auf dem linken Eckrisalit über dem Eingangsportal
- Berlin-Steglitz, Stadtpark: Bacchus. Modell wahrscheinlich 1880 in Rom entstanden. Der Guss erfolgte dann in Berlin.[7]
- Berlin-Wilmersdorf, Bundesallee 1–12: Modell für das Giebelfeld des ehemaligen Joachimsthalschen Gymnasiums (heute Universität der Künste). Ausgeführt von Peter Kramer.[8]
- Hünxe-Drevenack, am Eingang zum Friedhof: Standbild des Kaisers Wilhelm I., zugleich Kriegerdenkmal 1870/71, feierlich enthüllt am 25. Juni 1900. Das Denkmal wurde mehrfach beschädigt, aber auf Initiative einzelner Bürger restauriert und wieder aufgestellt.
- Zeulenroda am Neumarkt: Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71, am 18. September 1898 feierlich enthüllt. Das Denkmal wurde vom Steinmetzmeister Eduard Zom aus Zeulenroda geschaffen, von Ohmann stammt das Kaiser Wilhelm-Standbild samt den Reliefmedaillons der Paladine des Kaisers, Bismarck und Moltke.
- Weitere Werke:
- Germanin, fleht den Gatten um Rache für die angetane Schmach der Römer (1876)
- Szene aus der Sintflut (1878)
- Weibliche Idealbüste (Marmor) ausgestellt in der 58. Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste 1880
- Faun und Satyr ausgestellt in der 58. Ausstellung der Königliche Akademie der Künste 1880
- Beteiligung an der Ausfertigung des Hochzeitstafelsilbers für Prinz Wilhelm von Preußen, nachmals Kaiser Wilhelm II. (1881/83)
- Porträtbüste (1883)
- Weibliche Idealbüste (1886)
- Statuette Kaiser Wilhelm I. in Silber als Ehrengabe für Staatsminister Robert von Puttkamer (1888)
- Büste nach einer Todtenmaske (Marmor) und Büste nach dem Leben, ausgestellt in der 63. Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin 1892
- Sirene (1893)
- Reliefbildnis (1898)
- Reliefbildnis Theodor Kozlowskis am Kozlowski-Denkmal in Magdeburg (1900).[9]
- Weiblicher Studienkopf (Gips) ausgestellt in der Großen Berliner Kunstausstellung 1901
Literatur
- Ohmann, Richard. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 25: Moehring–Olivié. E. A. Seemann, Leipzig 1931, S. 584 (biblos.pk.edu.pl).