Richard Ruoff

deutscher General From Wikipedia, the free encyclopedia

Richard Ruoff (* 18. August 1883 in Meßbach/Württemberg; † 30. März 1967 in Tübingen) war ein Generaloberst während des Zweiten Weltkriegs.

Leben

Familie

Richard war ein Sohn des württembergischen Amtmanns und Domänenpächters Fritz Ruoff und dessen Ehefrau Maria, geborene Thomm. Ruoff heiratete 1909 Martha Fuchs, mit der er die vier Kinder Elfriede (* 1919), Gerhard (* 1921), Irmgard (* 1922) und Arnold (* 1930) hatte.

Militärkarriere

Ruoff machte 1903 sein Abitur am Gymnasium in Heilbronn und trat am 15. April 1903 als Fahnenjunker in das 10. Württembergische Infanterie-Regiments Nr. 180 der Württembergischen Armee in Tübingen ein. Er wurde Mitte August 1904 zum Leutnant befördert, war 1910 Bataillonsadjutant und stieg als Oberleutnant im Februar 1913 zum Regimentsadjutant auf.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Ruoff Ende November 1914 zum Hauptmann befördert. Er wurde mehrmals als Kompaniechef eingesetzt, war zeitweise Adjutant der 51. Reserve-Infanterie-Brigade und beim Generalstab der 26. Reserve-Division. Für seine Leistungen erhielt Ruoff beide Klassen des Eisernen Kreuzes, das Ritterkreuz des Militärverdienstordens, das Ritterkreuz I. Klasse des Friedrichs-Ordens und das Verwundetenabzeichen in Schwarz.[1]

Ruoff diente nach dem Waffenstillstand von Compiègne als Kompaniechef in seinem Stammregiment und war ab Januar 1919 bis zur Demobilisierung seines Verbandes Kommandeur des III. Bataillons. Er wurde in das Hunderttausend-Mann-Heer übernommen und war zunächst Adjutant und Generalstabsoffizier im Stab der 5. Division in Stuttgart. Im Jahr 1923 wurde er Chef der 11. Kompanie des 14. (Badisches) Infanterie-Regiments in Konstanz. 1926 wurde er zum Major befördert und 1931 zum Oberstleutnant und Kommandeur des III. Bataillons des 13. (Württembergisches) Infanterie-Regiments in Ulm. Er wurde am 1. Juli 1933 zum Oberst befördert und war ab dem 1. Oktober Regimentskommandeur in Ludwigsburg. Schon 1934 wurde Ruoff erneut Generalstäbler, diesmal als Chef des Generalstabes beim V. Armeekorps in Stuttgart und dann als Generalmajor im Jahr 1936 Chef des Generalstabes des Gruppenkommando 3 in Dresden. Er wurde 1938 nach dem Anschluss Österreichs Generalleutnant Chef des Generalstabes der Heeresgruppe 5 in Wien.

Richard Ruoff (links), November 1941

Seine steile Karriere wurde dadurch begünstigt, dass das NS-Regime unter Adolf Hitler seit seiner Machtergreifung 1933 die Aufrüstung der Wehrmacht betrieb.

Er wurde am 1. Mai 1939 zum General der Infanterie befördert, wurde Kommandierender General das V. Armeekorps und zugleich Befehlshaber im Wehrkreis V in Stuttgart. Das Armeekorps befand sich beim Beginn des Zweiten Weltkriegs am Westwall.[2] Seine Truppen erzwangen in den ersten Tagen des Westfeldzuges (Mai 1940) unter anderem die Übergänge über die Maas. Später drangen über den Aisne-Abschnitt nach Süden vor.

Im Ostfeldzug drang sein Korps über Suwałki, im Bereich der Heeresgruppe Mitte, vom Nordwesten her bis an die Ringbahn von Moskau vor (Schlacht um Moskau). Ruoff erhielt am 30. Juni 1941 (acht Tage nach Kriegsbeginn) das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes[3] und wurde am 8. Januar 1942 zum Oberbefehlshaber der im Mittelabschnitt eingesetzten 4. Panzerarmee ernannt.[4] Er wurde am 1. Juni 1942 zum Generaloberst befördert, übernahm das Armeeoberkommando 17 und führte die Armee Ende Juli 1942 aus den Don-Brückenköpfen in den Kaukasus (Unternehmen Edelweiß).

Er wurde im Juli 1943 beim Kriegsverbrecherprozess von Krasnodar in Abwesenheit angeklagt.

Ruoff wurde im Juni 1943 (kurz vor seinem 60. Geburtstag) als Generaloberst in die Führerreserve versetzt und bis zum Kriegsende nicht mehr verwendet. Er wohnte bei Kriegsende am Bodensee und starb am 20. März 1967 in Tübingen.

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Literatur

  • Johannes Hürter: Hitlers Heerführer. Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42. R. Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-486-57982-6, S. 658 f. (Kurzbiographie)

Einzelnachweise

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