Richard Schabl

deutscher Freestyle-Skisportler From Wikipedia, the free encyclopedia

Richard Schabl (* 1959)[1] ist ein ehemaliger deutscher Freestyle-Skier. Er war auf die nicht mehr ausgetragene Disziplin Ballett (Acro) spezialisiert. In dieser Disziplin wurde er 1986 erster FIS-Weltmeister. Zudem gewann er zweimal die Disziplinenwertung im Weltcup sowie zwölf Einzelwettkämpfe.

Schnelle Fakten Karriere, Medaillenspiegel ...
Richard Schabl
Schabl bei einem One-handed pole flip
Nation Deutschland Deutschland
Geburtstag 1959 (67 Jahre)
Geburtsort Deutschland
Größe 177 cm
Gewicht 77 kg
Beruf Skisportler, Fotograf,
Filmproduzent, Investor
Karriere
Disziplin Ballett
Verein Skiclub Piding
Status zurückgetreten
Karriereende 1986
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften
Gold Tignes 1986 Ballett
Platzierungen im Freestyle-Skiing-Weltcup
 Debüt im Weltcup 1980
 Weltcupsiege 12
 Gesamtweltcup 11. (1984/85)
 Ballettweltcup 1. (1983, 1984)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Ballett 12 13 3
 
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Biografie

Sportliche Laufbahn

Richard Schabl stammt aus Bergen im Chiemgau und erlernte das Skifahren im Skiclub Piding.[2]

Schabl begann im Alter von 16 Jahren[3] professionell mit dem Freestyle-Sport und kämpfte sich in den folgenden Jahren bis in die Weltspitze vor. 1979 wurde er erstmals deutscher Meister in der Kombination. 1980 lancierte die FIS den Freestyle-Skiing-Weltcup und Schabl startete im Ballett. Als bestes Resultat erreichte er einen fünften Platz am Oberjoch. In den kommenden beiden Jahren belegte er die Ränge drei und vier in der Disziplinenwertung, seinen ersten Weltcupsieg feierte er im Januar 1982 in Blackcomb.

Im Winter 1982/83 gelangen ihm vier Siege und er konnte die Ballett-Disziplinenwertung erstmals für sich entscheiden. Zudem wurde er zum ersten und einzigen Mal deutscher Meister in seiner Spezialdisziplin. Auch in der Saison danach behauptete er den Status als Nummer eins im Weltcup, gewann die Disziplinenwertung aber nur dank der besseren Ergebnisse vor seinem punktegleichen Landsmann Hermann Reitberger. Die beiden setzten die deutsche Dominanz im Skiballett fort. Im Februar 1986 konnte sich Schabl bei den allerersten Freestyle-Weltmeisterschaften in Tignes jedoch gegen sämtliche Konkurrenz durchsetzen und gewann die Goldmedaille. Danach beendete er seine aktive Laufbahn im Leistungssport. Ihm wird die Erfindung des einhändigen Pole-flip zugeschrieben.[4]

Weitere Karriere

Neben seiner Laufbahn als Wettkampfsportler war Richard Schabl Inhaber des internationalen Freestyle-Sommercamps auf dem Hintertuxer Gletscher.[5] Seit 1984 lebte er im Winterhalbjahr hauptsächlich in Breckenridge, Colorado, und begann als Produzent und Darsteller an Skifilmen mitzuwirken. Später betätigte er sich außerdem als Fotograf für verschiedene Magazine. Über ein Jahrzehnt produzierte er den Spielfilm Smoke in the Tunnel, der die Brandkatastrophe von Kaprun im Jahr 2000 als Rahmenhandlung hat. Schabl hatte sich am 11. November 2000 selbst im Skigebiet aufgehalten, eigenen Angaben zufolge aber die Gondel anstelle der Standseilbahn genommen. Der 8,5 Millionen US-Dollar teure Film wurde größtenteils in Österreich und Breckenridge gedreht.[3][6] Allerdings wurde er bis jetzt wohl nur vor einem kleinen Publikum in Breckenridge und Aspen aufgeführt.[7] Die Veröffentlichung ist für 11. November 2025 in den USA geplant.[8]

Darüber hinaus trat Richard Schabl in mehreren Fernsehshows mit der von ihm erfundenen Trickski-Trockenskipiste auf, die zum ersten Mal Saltos auf einen Laufband ermöglichte. Am 3. November 1990 war er in einer Ausgabe von Wetten, dass..? in Linz zu Gast.[9] 1993 stellte er in der Sendung Aber Hallo mit 22 Ski-Überschlägen binnen 60 Sekunden auf einem Förderband einen Weltrekord auf.[4] Ein Rekord im Railsliding gelang ihm im Januar 2010 bei den Skiliften Kaiserblick in Sachrang, wo er eine Distanz von 48 Metern zurücklegte.[10]

Schabl lebt zeitweise in der Karibik.[3]

Erfolge

Weltmeisterschaften

Weltcupwertungen

Weitere Informationen Saison, Gesamt ...
Saison Gesamt Ballett
Platz Punkte Platz Punkte
198048.3719.37
198118.1333.133
198226.1324.132
198316.251.124
198413.251.148
1984/8511.242.170
1985/8628.198.94
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Weltcupsiege

Schabl errang im Weltcup 28 Podestplätze, davon 12 Siege:

Weitere Informationen Datum, Ort ...
Datum Ort Land Disziplin
9. Januar 1982BlackcombKanadaBallett
3. Januar 1983MariazellÖsterreichBallett
20. Januar 1983TignesFrankreichBallett
2. Februar 1983LivignoItalienBallett
12. Februar 1983RavasclettoItalienBallett
20. Januar 1984BreckenridgeUSABallett
3. März 1984OberjochDeutschlandBallett
20. März 1984SälenSchwedenBallett
27. März 1984TignesFrankreichBallett
1. Februar 1985La SauzeFrankreichBallett
9. März 1985MariazellÖsterreichBallett
17. Dezember 1985ZermattSchweizBallett
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Weitere Erfolge

  • 2 deutsche Meistertitel (Kombination 1979, Ballett 1983)[11]
  • Europameister im Skiballett 1981 und 1984
  • Sieg bei den International Youth Championships 1980

Einzelnachweise

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