Richard Schmidbauer

deutscher Bibliothekar und Bibliotheksleiter From Wikipedia, the free encyclopedia

Richard Schmidbauer (* 15. November 1881 in Furth i. Wald; † 9. November 1975 in München)[1] war ein deutscher Bibliothekar und Bibliotheksleiter.

Unterschrift von Richard Schmidbauer

Leben

Schmidbauers Vater, Heinrich Schmidbauer, war Geheimer Justiz-Rat und Notar. Seine Mutter war Adolphine, geb. Allé. Richard Schmidbauer besuchte das Gymnasium in München und studierte anschließend neuere, besonders romanische Philologie in München, Rom und Würzburg. Dort wurde er 1906 promoviert. Schon vorher – 1904 – war er Volontär, später Praktikant an der damaligen Münchner Hof- und Staatsbibliothek, wo er 1906 auch den Bibliothekskonkurs bestand.[2]

Noch im selben Jahr wurde er Vorstand der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg – als erster wissenschaftlicher Bibliothekar dieser seit 1537 bestehenden Institution, die er in den folgenden Jahrzehnten neu organisierte.[2] 1920 wurde ebenfalls unter seiner Leitung die Volksbücherei (heute Neue Stadtbücherei Augsburg) in einem 1913 begonnenen Anbau an die Stadtbibliothek eröffnet.[3] Schmidbauers besonderes Interesse lag in der Erschließung der umfangreichen Handschriften der Stadtbibliothek.

Nach 40-jähriger Tätigkeit trat er zum 1. Oktober 1946 in den Ruhestand und zog bald darauf nach München. Paul Geissler (1897–1992) übernahm die Leitung der Stadtbibliothek. 1963 erschien eine von Schmidbauer penibel erarbeitete Geschichte der Augsburger Stadtbibliothekare 1537–1952, vgl. #Schriften. Kurz vor Vollendung seines 94. Lebensjahres starb er unerwartet an Herzversagen; bestattet wurde er im Familiengrab in Augsburg-Göggingen.[4]

Schmidbauer war in erster Ehe verheiratet mit Philippine Allé. Aus dieser Ehe stammen drei Töchter. Seine zweite Frau Maria geb. Thalhofer starb wie die letzte noch lebende Tochter 1973.[5]

Schriften

  • Das Komische bei Goldoni, München 1906 (Würzburg, Univ., Diss., 1906).
  • Einzel-Formschnitte des fünfzehnten Jahrhunderts in der Staats-, Kreis- und Stadtbibliothek Augsburg. Heitz, Strassburg 1909 (Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts; [18]) (Digitalisat).
  • Ein unbekanntes Augsburger Pestblatt des 15. Jahrhunderts, In: Albert Hartmann (Hrsg.): Festschrift für Georg Leidinger, zum 60. Geburtstag am 30. Dez. 1930. Schmidt, München 1930, S. 229–232.
  • Die Augsburger Stadtbibliothekare durch vier Jahrhunderte (1537–1952). Verlag Die Brigg, Augsburg 1963 (Abhandlungen zur Geschichte der Stadt Augsburg; 10).

Literatur

Einzelnachweise

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