Rik De Lisle
US-amerikanischer Radiomoderator in Deutschland (1947–2026)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Richard „Rik“ De Lisle [] (* 25. Februar 1947 in Milwaukee, Wisconsin; † 30. März 2026 in Berlin) war ein in Deutschland tätiger US-amerikanischer Hörfunkmoderator.

Leben
Richard „Rik“ De Lisle[1] wurde am 25. Februar 1947[2][3][4][5] als Enkel[6] deutsch- und französischstämmiger Einwanderer in Milwaukee geboren.[7] Im Alter von 17 Jahren meldete er sich zur Armee. Dort wurde er Discjockey beim Soldatensender AFN für Asien, Portugal und die Bundesrepublik Deutschland.[8] Seine erste Radiostation war KTFM in San Antonio, Texas.[9] 1978 wurde er nach West-Berlin versetzt und moderierte dort das Radio-Frühprogramm beim AFN Berlin.[8] Bekannt wurde er mit seinem Weckspruch „I’m Air Force Sergeant Rik de Lisle – reminding you that Rock’n Roll is just a state of mind“.
1985 wechselte er zum RIAS 2.[10][9] Unter seiner tätigen Mithilfe wurde dieser Sender ab 1985 zum Ganztags-Musiksender erweitert. De Lisle moderierte bei RIAS 2 auch das Frühprogramm. Dort waren sein starker amerikanischer Akzent und sein Wortwitz seine Markenzeichen. Morgens um 5 Uhr – die Sendung hieß Frühstart – weckte er seine Zuhörer mit dem Spruch „und jetzt kommt die Dr. Zimmermann mit die gelbe kleine Quietscheentchen. Es ist fuuunf Uhr“.[8] Typische Ansage war „Hi, icke bin’s, alter Ami Rik De Lisle“.[11]
Als Rias 2 1992 in das Privatradio rs2 umgewandelt wurde, bekam De Lisle den Posten als Programmdirektor[8] und half dabei, die Hörerzahl erheblich zu steigern.[9] Dort wurde er 2015 von Armin Braun abgelöst.
Von Juni 1997[8][12] bis Dezember 2007 war De Lisle Europachef bei der internationalen Rundfunkberatungsfirma Alan Burns & Associates.[1][13] Seit dem 5. August 2008 war De Lisle Aushängeschild des hessischen Senders Radio Bob. Zunächst moderierte er täglich ab 09:00 Uhr die Sendung Bob’s Vormittag per Voicetracking, später produzierte er dort Bob’s amerikanischen Nachmittag von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Ab März 2007 moderierte er bei R.SA das Nachmittagsprogramm von 14–18 Uhr.[14]
Rik De Lisle wurde als Werbe- und Synchronsprecher gebucht.[15]
Von November 2011 bis März 2013 hatte er die Position des Programmverantwortlichen bei Radio PSR inne.[16] Im April 2014 wurde er Programmdirektor von 94,3 rs2.[17]
Ab Januar 2017 war Rik De Lisle samstags beim Berliner Rundfunk 91.4 zu hören. Seit 2018 moderierte er dort die Rik De Lisle Show wochentags zwei Stunden sowie ab Juni 2020 auch am Wochenende.[18] Im Dezember 2025 endete dieses Arbeitsverhältnis.
Rik De Lisle verstarb am 30. März 2026 in Berlin.[19]
De Lisles Sohn, Bill De Lisle, arbeitet für eine dänische Firma, die Tochter Heather De Lisle (* 1976) arbeitet als Journalistin.
Musik
Rik De Lisle arbeitete an der Rockoper Spliff Radio Show mit, die am 2. Mai 1980 im Kant-Kino live uraufgeführt wurde. Die LP erreichte eine Auflage von rund 100.000 Stück. De Lisle schrieb die Jingles und Pseudowerbungen (u. a. „wysocki college“). Im Jahr 1981 schrieb De Lisle die Texte für die Teens-Single Rock and Roll is Just a State of Mind. Ursprünglich wurde der Song als Zugabetitel für die Spliff Radio Show geschrieben.
Diskografie
LPs
- Disco Radio Action, 1978
- Network, Global DeeJays, 2006
Solo-Singles
- Space Survivor/Walk On the Wild Side, 1981 (Network feat. Rik DeLisle)
- Riks Rapp, 1982
- Radio Waves, 1984
Radiosendungen (Auswahl)
- 1976–1984: Old Gold Retold
- 1984–1991: Rias 2 Frühstart
- 1991–1992: Moderator bei 104.6 RTL
- 2009–2015: Rik De Lisle auf 94,3 rs2
- 2009–2010: Bobs Amerikanischer Feierabend auf Radio Bob
- seit 2010: BOBs Vormittag mit retired Airforce Sergeant Rik de Lisle auf Radio Bob
- 2011–2016: Rik De Lisle’s Rikipedia auf Radio NORA
- 2017–2025: Die Rik De Lisle Show auf dem Berliner Rundfunk 91.4
Fernsehen
- 1978: Musiksendung Rock Scene ’78
- 1979–1983: AFN Midday
- 1991: Elf 99/RTL
Literatur
- Bernd Oertwig: Rik DeLisle – Der Alte Ami erzählt seine Radiogeschichten. Holzinger-Verlag, Berlin 1997, ISBN 978-3-926396-42-6.
Weblinks
- Literatur von und über Rik De Lisle im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Rik De Lisle bei Discogs
- Nachruf des tip