Ringturm

Hochhaus in Wien From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Ringturm ist ein markantes Hochhaus in prominenter Lage in Wien, in dem sich die Zentrale der Vienna Insurance Group befindet. Er wurde von 1953 bis 1955 nach Plänen von Erich Boltenstern am Schottenring innerhalb der Wiener Ringstraße erbaut und befindet sich an der Haltestelle Schottenring der Wiener Linien. Der 73 Meter (93 Meter Höhe inklusive der Wetterlichtsäule) hohe Ringturm galt als innovatives Projekt für den Wiederaufbau der Stadt, als Zeichen der aufstrebenden Kapitalwirtschaft der westlichen Besatzungszonen und „erhobener Zeigefinger in Richtung der rückständigen, russisch besetzten Zone auf der anderen Seite des Donaukanals“.[1] Zunächst war daran gedacht, auf beiden Seiten des Schottenrings je ein Hochhaus zu errichten – „quasi ein Tor zur Zukunft“. Nach 1955 wurde die Idee zur Errichtung eines zweiten Turms jedoch verworfen.[2]

Schnelle Fakten Basisdaten, Technische Daten ...
Ringturm
Ringturm
Der Ringturm vom Donaukanal gesehen
Basisdaten
Ort: Innere Stadt
Bauzeit: 1953–1955
Eröffnung: 1955
Sanierung: 1996
Status: Erbaut
Baustil: Nachkriegsmoderne
Architekt: Erich Boltenstern
Koordinaten: 48° 13′ 1″ N, 16° 22′ 13″ O
Ringturm (Wien)
Ringturm (Wien)
Technische Daten
Höhe: 73 m
Höhe bis zur Spitze: 93 m
Höhe bis zum Dach: 73 m
Höchste Etage: 71 m
Etagen: 23 (samt 3 Kellergeschossen)
Nutzungsfläche: 12.000 m²
Höhenvergleich
Wien: 56. (Liste)
Anschrift
Stadt: Wien
Land: Österreich
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Das Gebäude, welches vorher auf diesem Grundstück stand, war das einzige des gesamten Schottenrings, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Der Ringturm mit seinen 23 Stockwerken und seinem 20 Meter hohen Wetterleuchtturm ist der zweithöchste Bau innerhalb der Wiener Ringstraße. Höher ist nur der im gotischen Stil erbaute Stephansdom. In dem Bürohochhaus stehen insgesamt 12.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Die Fassade und Teile des Ringturms wurden 1996 renoviert.

Veranstaltungen

Seit 1998 wird im Eingangsbereich bei freiem Eintritt die Ausstellungsreihe „Architektur im Ringturm“ über Architektur aus Österreich und Zentral- und Osteuropa gezeigt. Im Ringturm wurden unter anderem die ORF-Sendungen Lebens-Künstler mit Helmut Zilk und Kabarett im Turm aufgezeichnet.

Name

In einem Wettbewerb wurde für das damals sehr moderne Bürohochhaus ein Name gesucht. Unter 6.502 Einsendungen wurde der Name „Ringturm“ gewählt. Es kamen unter anderem Vorschläge wie City-Haus, Gutwill-Haus, Haus der Gegenseitigkeit, Hoch-Eck, Neues Hochhaus, Sonnblick-Haus, Versicherungs-Hochhaus, Vindobona-Haus oder Weitblick-Haus der kreativen Bevölkerung der Nachkriegszeit. Einer der Einsender des Namens „Ringturm“ wurde mit einem Ehrenhonorar von 2.000 Schilling belohnt.[3]

Wetterleuchtturm

Wetterleuchtturm, gesehen von der Ringstraße

Auf dem Dach befindet sich der 20 Meter hohe Wetterleuchtturm, der mit 117 Leuchten (je 39 weiße, rote und grüne) in verschiedenfarbigen und teilweise bewegten oder blinkenden Lichtsignalen die Wettertendenz für den kommenden Tag anzeigt. Diese Lichtsäule ist direkt mit der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) auf der Hohen Warte in Wien verbunden. An der Spitze trägt sie zusätzlich 2 rote Flugsicherungsleuchten

Bedeutung der Signale:

  • rot aufsteigend = Temperatur steigend
  • rot absteigend = Temperatur fallend
  • grün aufsteigend = Wetterlage wird besser
  • grün absteigend = Wetterlage wird schlechter
  • grün gleichbleibend = Wetterlage bleibt gleich
  • rot blinkend = Warnung Gewitter oder Sturm
  • weiß blinkend = Schnee oder Glatteis

Ringturmverhüllung

Ringturm, im Hintergrund der Millennium Tower
Wiener Ringturm bei Nacht

Seit dem Jahr 2006 wird der Ringturm jährlich wechselnd in einen „Kunst Turm“ verwandelt, indem die Gebäudefassade sommers mit bedruckten Bahnen umhüllt wird. Die Verhüllung besteht aus 30 bedruckten vertikalen Netzbahnen mit rund 3 Meter Breite und 63 bzw. 36 Meter Länge; die resultierende Fläche beträgt rund 4.000 Quadratmeter.[4]

Die bisherigen Kunstprojekte:

Weitere Informationen Jahr, Beschreibung ...
JahrBeschreibungLichtbild
2006Don Giovanni von Christian Ludwig Attersee (aus Anlass des Mozartjahrs)
2007Turm des Lebens von Robert Hammerstiel
2008Turm in Blüte von Hubert Schmalix (Blumenstillleben)[5]
20092009 und 2010 wurde die Verhüllung aufgrund der Finanzkrise ausgesetzt.[6]
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2010
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2011Familiensinn von Xenia Hausner
2012 Gesellschaft des ungarischen Künstlers László Fehér[7]
2013Verbundenheit der slowakischen Künstlerin Dorota Sadovská
2014Schleier der Agnes von Arnulf Rainer 16. Juni bis 17. September – erstmals mit Begleitausstellung 16. Juni – 11. Juli 2014[8]
2015Sommerfreuden der kroatischen Künstlerin Tanja Deman
2016Sorgenfrei des tschechischen Künstlers Ivan Exner[9]
2017Weitblick des serbischen Künstlers Mihael Milunović[10]
2018I saw this von Gottfried Helnwein[11]
2019Zukunftsträume der bulgarischen Künstlerin Daniela Kostova[12]
20202020 und 2021 wurde die Verhüllung aufgrund der COVID-19-Pandemie ausgesetzt.[13][14][15]
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2021
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2022Miteinander der ungarischen Künstlerin Dóra Maurer[14][15]
2023Wandernde Eisberge von der slowenischen Künstlerin Vanja Bućan[16]
My Sister (auch Gegen Gewalt genannt) von Gottfried Helnwein[17]
2024Mit den besten Zutaten von der österreichischen Künstlerin Johanna Kandl[18]
2025Verbindende Geschichten vom Krakauer Künstler Marcin Maciejowski[19]
Commons: Ringturm-Verhüllung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Literatur

  • Der Ringturm. Das Bürohaus der Wiener Städtischen Versicherung. Wien 1955.
  • Adolph Stiller: Der Ringturm. 5 Jahrzehnte Baugeschichte eines Hochhauses. Verlag Anton Pustet, Salzburg 1998, ISBN 3-7025-0382-X.
  • Wiener Städtische Versicherung (Hrsg.): 50 Jahre Ringturm. Von Österreich ins geeinte Europa: Unternehmenssitz – Menschen – Geschichte. Echomedia, Wien 2005, ISBN 3-901761-50-0.
  • Ringturm Verhüllungen. 2006–2025. Broschüre, Herausgeber/Verleger: Wiener Städtische Versicherung, Wien 2025, 40 Seiten.

Einzelnachweise

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