Riveris

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Riveris (moselfränkisch: Riwwares) ist eine Ortsgemeinde im Tal des gleichnamigen Flusses Riveris im Weinbaugebiet Mosel. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Riveris
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Riveris hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 44′ N,  46′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 209 m ü. NHN
Fläche: 2,1 km²
Einwohner: 413 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54317
Vorwahl: 06500
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 116
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Website: www.riveris.de
Ortsbürgermeister: Thomas Hoffmann
Lage der Ortsgemeinde Riveris im Landkreis Trier-Saarburg
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Blick auf Riveris
Riveristalsperre

Geografie

Riveris liegt etwa zehn Kilometer östlich von Trier und knapp zwei Kilometer nördlich des Riveris-Stausees.

Gemeindeteile von Riveris sind Feilensmühle[2] und Karlstollen.[3] Nach Meyers Orts- und Verkehrslexikon hatte die Feilensmühle 1912/1913 fünf Einwohner und die Schiefergrube Karlstollen vier Einwohner.[4]

Nachbargemeinden sind Waldrach, Osburg, Bonerath und Morscheid.

Geschichte

Der Name und damit auch der Ort Riveris haben vermutlich römischen Ursprung. Erwähnung findet es in einer Pfandurkunde an Erzbischof Theoderich von Trier (1212 bis 1242), als die Gerichtsbarkeit im erzbischöflichen Dorf „Ruverisse“ an diesen verpfändet wurde.[5]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Riveris zu Kurtrier und war dem Amt Pfalzel zugeordnet, das in fünf Gerichtspflegen unterteilt war. Für das Dorf war das Hochgericht Waldrach zuständig. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Riveris laut mündlichen Überlieferungen von der Pest getroffen. Aus dieser Zeit soll das örtliche Pestkreuz stammen.[5]

Das Linke Rheinufer wurde 1794 im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 war Riveris ein Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugehörig dem Saardepartement, Arrondissement Trier. Auf dem Wiener Kongress (1815) kam die gesamte Region nach der Niederlage Napoleons an das Königreich Preußen und war ab 1822 Teil der neu gebildeten Rheinprovinz. Riveris wurde zunächst der Bürgermeisterei Ruwer zugeordnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das gesamte Gebiet zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Riveris innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Riveris, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6][1]

JahrEinwohner
1815133
1835182
1871232
1905286
1939290
1950286
JahrEinwohner
1961289
1970284
1987298
1997323
2005398
2024413

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Riveris besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, WGB * ...
WahlWGB *WGL **Gesamt
2024per Mehrheitswahl (alle WGB)8 Sitze[7]
2019538 Sitze[8]
2014per Mehrheitswahl8 Sitze[8]
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* 
WGB: Wählergruppe Becker
** 
WGL: Wählergruppe Lauterbach

Ortsbürgermeister

Thomas Hoffmann wurde am 1. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Riveris,[9] nachdem er seit September 2018 als Erster Beigeordneter bereits vertretungsweise die Amtsgeschäfte geführt hatte.[10] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er für fünf Jahre gewählt worden.[11] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 86,6 % wiedergewählt.[12]

Hoffmanns Vorgängerin Monika Thömmes war 2014 ins Amt gewählt worden, hatte es aber zum 31. August 2018 niedergelegt. Bis 2014 war Markus Kaldunski (CDU) Ortsbürgermeister.[10][13]

Wappen

Wappen von Riveris
Wappen von Riveris
Blasonierung: „Von Silber über Blau geteilt, oben ein wachsender, roter, goldgekrönter und -bewehrter Löwe, unten ein goldenes Korneliushorn.“
Wappenbegründung: Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Riveris zum Kurfürstentum Trier. Ein Friedrich von der Brücke verpfändete die ihm zustehende Gerichtsbarkeit an dem Dorf „Ruverisse“ an Erzbischof Theoderich von Trier (1212–1242). Ein Siegel des „Petrus de ponte“ von 1322 zeigt einen gekrönten Löwen. Wegen der Zugehörigkeit von Riveris zu Kurtrier wurde auf die kurtrierischen Farben zurückgegriffen. Kapellen- und Ortspatron ist der hl. Cornelius. Sein Attribut, ein Horn, steht im unteren Feld. Das Blau im unteren Schild weist auf den Riveris-Fluss und -Stausee hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Katholische Filialkirche St. Cornelius ist ein eingetragenes Kulturdenkmal. Siehe dazu die Liste der Kulturdenkmäler in Riveris.

Wirtschaft

Riveris lebte in der Vergangenheit von Landwirtschaft, speziell Weinbau und Obstbau, hauptsächlich Äpfel. Daher wurde es auch scherzhaft die „Aäpelköst“ (Apfelkiste) genannt. Noch heute ist der Viez (Apfelwein) eine Spezialität. In Riveris gab es auch eine wasserbetriebene Getreidemühle und eine Ölmühle. Im Karlstollen wurde Schiefer abgebaut.[3]

Tourismus

Riveris ist ein Dorf, das vor allem von Wanderern und Ruhe suchenden Gästen besucht wird. Die Riveristalsperre kann man in ihrem ganzen Umfang bewandern oder mit dem Fahrrad erkunden. Im Riveristal gibt es die Quarzitfelsen „Weißenstein“ und „Langenstein“ (Gemarkung Morscheid). Die Traumschleife Morscheider Grenzpfad führt am Dorf vorbei. Der neue Wanderweg Äppelkist & Schiefer wurde im Juli 2022 eröffnet.[14]

Verkehr

Die K 65 führt nach Morscheid und die K 66 zur L 149 bei Waldrach. Nach Osburg führt ein Gemeindeweg.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Thomas Hoffmann, Markus Kaldunski und andere: Riveris, 800 Jahre am Wasser. Trier 2008, ISBN 978-3-89890-104-8.
Commons: Riveris – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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