Robbie Lawler

US-amerikanischer Mixed-Martial-Arts-Kämpfer From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Glenn „Robbie“ Lawler[1] (* 20. März 1982 in San Diego, Kalifornien) ist ein ehemaliger US-amerikanischer MMA-Kämpfer, dessen Profikarriere von 2001 bis 2023 andauerte. Von 2002 bis 2004, sowie von 2013 bis zum Ende seiner Karriere stand er bei der Ultimate Fighting Championship (UFC) unter Vertrag und war von Dezember 2014 bis Juli 2016 Titelträger der Organisation im Weltergewicht (UFC Welterweight Champion). 2014 wurde er zum UFC Kämpfer des Jahres gewählt und fand 2025 Aufnahme in die UFC Hall of Fame. Der vorwiegend im Stand als Striker kämpfende Lawler erzielte 22 seiner 30 Siege durch KO/TKO und wurde fünfmal mit dem Bonus für den „Kampf des Abends“ ausgezeichnet. Sein Sieg im zweiten Kampf gegen Rory MacDonald wurde unter anderem bei den World MMA Awards zum Kampf des Jahres gewählt.[2][3]

KampfnameRuthless
Größe1,80 m
NationalitätVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Schnelle Fakten Daten, Kampfname ...
Robbie Lawler
Robbie Lawler mit dem UFC-Titel (2016)
Robbie Lawler mit dem UFC-Titel (2016)
Daten
Kampfname Ruthless
Größe 1,80 m
Gewicht Weltergewicht
Nationalität Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtsdatum 20. März 1982
Geburtsort San Diego
Team Kill Cliff FC in Deerfield Beach (zuletzt)
Kampfstil Boxen/BJJ
MMA-Statistik
Siege 30
K. o. 22
Aufgabe 1
Punkte 7
Niederlagen 16
K. o. 4
Aufgabe 5
Punkte 7
Abbrüche 1
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Herkunft und Hintergrund im Kampfsport

Lawler wurde im kalifornischen San Diego als Sohn eines Soldaten des United States Marine Corps geboren, wuchs jedoch ab seinem 10. Lebensjahr in Bettendorf (Iowa) auf. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er in der vierten Klasse war. Laut eigener Aussage sind seine Vorfahren englischer, samoanischer, afrikanischer und philippinischer Abstammung. Im Alter von acht Jahren begann er mit dem Training in Taekwondo, zwei Jahre später zusätzlich mit Karate. An der High School war er im Ringen aktiv und erzielte zweimal einen vierten Platz bei den Iowa High School State Wrestling Championships. Nebenbei spielte er Football.[4][5]

Mit 16 Jahren wurde Lawler von Pat Miletich, einem ehemaligen UFC-Champion und Mitglied der UFC Hall of Fame, unter seine Fittiche genommen und trainierte nach seinem Schulabschluss in dessen Gym Miletich Fighting Systems (MFS) in seiner Heimatstadt Bettendorf.[6] Ab 2012 trainierte er beim American Top Team (ATT) in Boca Raton bzw. Coconut Creek, wo er deren erster UFC-Champion werden konnte.[7] 2017 verließ er ATT[8][9] und wechselte zum wenige Meilen entfernten Gym Hard Knocks 365 in Fort Lauderdale,[10][11] das später in Sanford MMA umbenannt[12] und 2022 unter dem Namen Kill Cliff FC in Deerfield Beach neu errichtet wurde.[13] Dort ist er seit dem Ende seiner Karriere weiterhin als Trainer tätig.[14]

Sein Striking-Coach war von 2005 bis 2015 Matt Peña[15], während er im Ringen von Marc Fiore trainiert wurde.[16][17] Ein weiterer seiner Trainer war Matt Hughes, ebenfalls ein ehemaliger UFC-Champion und Mitglied der UFC Hall of Fame, der ihn auch nach seiner Trainertätigkeit bei seinen Kämpfen begleitete.[18]

Beginn der MMA-Karriere

Lawler gewann im Januar 2001 das von der Promotion Extreme Challenge (EC) organisierte Amateurturnier US MMA National Championships und erhielt dadurch einen Profivertrag in der Organisation[19], wobei er sein Profidebüt am 7. April 2001 in Davenport (Iowa) durch TKO in Runde 1 gewann.[20] Anschließend gewann er drei weitere Kämpfe bei EC, International Fighting Championship (IFC) und Shogun jeweils in der ersten Runde und wurde daraufhin bei der Ultimate Fighting Championship (UFC) verpflichtet.

Sein Debüt in der Organisation gewann er im Weltergewicht am 10. Mai 2002 bei UFC 37 in Bossier City einstimmig nach Punkten gegen Aaron Riley (Kampfbilanz: 17-4).[21] Bis Ende des Jahres gewann er zwei weitere Kämpfe jeweils durch TKO gegen Steve Berger (14-7)[22] und Tiki Ghosn (6-2).[23] 2003 verlor er aufgrund einer Knieverletzung durch Aufgabe gegen Pete Spratt (11-6)[24], gewann jedoch noch einstimmig nach Punkten gegen Chris Lytle (14-9), ein ehemaliger Cage Rage-Champion.[25] 2004 verlor er per KO gegen Nick Diaz (8-2)[26] und in einem Mittelgewichtskampf aufgrund eines Würgegriffs durch Aufgabe gegen den späteren UFC-Mittelgewichts-Champion Evan Tanner (29-4).[27]

Aufgrund einer Ellbogenverletzung schied er aus der UFC aus und kämpfte anschließend in den Organisationen Icon Sport (IS), King of the Cage (KOTC), Pride FC, International Fight League (IFL), EliteXC und Strikeforce, wobei er eine Bilanz von 11-6 erreichte. Er gewann dabei am 31. März 2007 in Honolulu den Meistertitel von Icon Sport im Mittelgewicht durch einen KO-Sieg gegen den ehemaligen UFC-Titelherausforderer Frank Trigg (15-5)[28] und am 15. September 2007 ebenfalls in Honolulu den EliteXC-Meistertitel im Mittelgewicht durch einen KO-Sieg gegen den Champion Murilo Rua (14-7).[29] Zudem kämpfte er am 29. Januar 2011 in San José (Kalifornien) um den Mittelgewichts-Meistertitel von Strikeforce, verlor jedoch durch Aufgabe aufgrund eines Würgegriffs gegen den Champion und mehrfachen BJJ-Weltmeister Ronaldo Souza (13-2).[30] Weiters erzielte er unter anderem KO/TKO-Siege gegen (2×) Falaniko Vitale (20-3 bzw. 20-4),[31][32] Joey Villaseñor (22-4)[33], Scott Smith (14-4)[34], Melvin Manhoef (24-6)[35], Matt Lindland (22-7)[36] und Adlan Amagow (10-1).[37] Ein erster Kampf mit Scott Smith hatte aufgrund eines unbeabsichtigten Fouls wertungslos (No Contest) geendet.[38] Seine Niederlagen erlitt er unter anderem gegen die ehemaligen oder späteren UFC-Kämpfer Jake Shields[39], Renato Sobral[40], Tim Kennedy[41] und Lorenz Larkin.[42]

Wiedereinstieg in die UFC

Nach über achtjähriger Abwesenheit in der bekanntesten Organisation des MMA-Sports,[43] gab Lawler am 23. Februar 2013 bei UFC 157 in Anaheim sein Comeback und siegte durch TKO in Runde 1 gegen den auf Rang 8 geführten Josh Koscheck (17-6), der 2010 um den UFC-Titel gekämpft hatte. Für diesen Erfolg erhielt Lawler auch den mit 50.000 US-Dollar dotierten „Knockout of the Night“-Bonus.[44] Bis Ende des Jahres gewann er noch durch KO gegen Bobby Voelker (24-9)[45] und nach Punkten gegen Rory MacDonald (15-1).[46] Als auf Rang 3 geführter Herausforderer konnte er daraufhin am 15. März 2014 bei UFC 171 in Dallas um den von Georges St-Pierre niedergelegten und dadurch besitzlosen (vakanten) UFC-Titel im Weltergewicht kämpfen, verlor dabei jedoch einstimmig nach Punkten gegen den auf Rang 1 gesetzten Johny Hendricks (15-2).[47] Lawler und Hendricks erhielten für ihre Leistung darüber hinaus den „Fight of the Night“-Bonus.[48]

Innerhalb der folgenden rund vier Monate besiegte Lawler Jake Ellenberger (29-6) per TKO[49] und Matt Brown (19-11) per einstimmiger Entscheidung, worauf er sich erneut für den Titelkampf gegen Johny Hendricks qualifizierte, der seit ihrem ersten Aufeinandertreffen aufgrund einer Bizepsverletzung keinen weiteren Kampf bestritten hatte.[50] Für den Kampf gegen Brown erhielt Lawler erneut einen „Fight of the Night“-Bonus.[51] Das Rematch mit Hendricks fand am 6. Dezember 2014 bei UFC 181 in Las Vegas statt, wobei diesmal Lawler einen Punktsieg per Split Decision errang. Für den Sieg erhielt Lawler eine Kampfbörse von 220.000 US-Dollar[52] und gewann auch die Wahl zum UFC Kämpfer des Jahres 2014.[53]

Seine erste Titelverteidigung bestritt er am 11. Juli 2015 bei UFC 189 in Las Vegas im Rahmen eines Rückkampfes gegen den auf Rang 2 der Herausforderer gesetzten Rory MacDonald (18-2) und gewann, nach Punkten im Rückstand,[54] durch TKO in der fünften Runde[55], wobei beide Sportler mit dem „Fight of the Night“-Bonus ausgezeichnet wurden.[56] Der Kampf wurde von Sherdog, MMA Fighting, Bleacher Report und Wrestling Observer, sowie bei den World MMA Awards zum „Kampf des Jahres“ gewählt und fand 2023 auch Aufnahme in die UFC Hall of Fame.[57] 2017 wurde das Duell bei einer von ESPN durchgeführten Abstimmung zum besten Kampf in der Geschichte der UFC gewählt.[58]

Seine nächste Titelverteidigung gewann er am 2. Januar 2016 bei UFC 195 in Las Vegas nach Punkten per Split Decision gegen den auf Rang 4 geführten Carlos Condit (30-8), ein ehemaliger UFC-Titelherausforderer von Georges St-Pierre.[59] Beide Kämpfer wurden zudem mit dem „Fight of the Night“-Bonus geehrt.[60] Am 30. Juli 2016 kämpfte er bei UFC 201 in Atlanta gegen seinen ehemaligen Trainingspartner Tyron Woodley (15-3) und verlor gegen den auf Rang 4 geführten Herausforderer durch KO in der ersten Runde, dem mit knapp über zwei Minuten bis dahin schnellsten Sieg in einem UFC-Titelkampf im Weltergewicht.[61]

Seinen nächsten Kampf bestritt er erst ein Jahr später, am 29. Juli 2017 in Anaheim, wobei er einstimmig nach Punkten gegen den auf Platz 6 gesetzten Donald Cerrone (32-8) gewann.[62] Am 16. Dezember 2017 verlor er jedoch bei UFC on Fox 26 in Winnipeg nach Punkten gegen den auf Rang 4 befindlichen, ehemaligen UFC-Leichtgewichts-Champion Rafael dos Anjos (27-9).[63]

Im Januar 2018 unterzog er sich einer Knieoperation[64] und kehrte daraufhin erst am 2. März 2019 als auf Rang 6 geführter Herausforderer in den Octagon zurück, wobei er bei UFC 235 in Las Vegas durch Aufgabe in Runde 1 gegen den UFC-Debütanten Ben Askren (18-0) unterlag, ein ehemaliger Bellator- und ONE-Champion.[65] Seinen nächsten Kampf verlor er am 3. August 2019 nach Punkten gegen den auf Platz 2 geführten Colby Covington (14-1), ebenfalls ein ehemaliger Trainingskollege.[66] Am 29. August 2020 verlor er in Las Vegas nach Punkten gegen Neil Magny (23-7), nachdem er als Ersatzgegner für den aufgrund einer Verletzung ausgefallenen Geoff Neal eingesprungen war.[67]

Am 25. September 2021 kämpfte er bei UFC 266 in Las Vegas gegen Nick Diaz (26-9), dem er bereits 2004 einmal unterlegen war. Diaz, der nach über sechs Jahren Pause ein Comeback gab, verlor den Kampf durch Aufgabe in der dritten Runde.[68] Am 2. Juli 2022 verlor Lawler jedoch in Las Vegas durch TKO in Runde 2 gegen Bryan Barberena (17-8)[69], wobei beide Kämpfer jeweils mit dem „Fight of the Night“-Bonus ausgezeichnet wurden.[70]

Seinen letzten Kampf bestritt der 41-Jährige am 8. Juli 2023 bei UFC 290 in Las Vegas und siegte durch KO in Runde 1 gegen Niko Price (15-6).[71]

Commons: Robbie Lawler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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