Robert Foley

britischer Anthropologe und Archäologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Andrew Foley (* 18. März 1953 in Sussex, England) ist ein britischer Archäologe und Paläoanthropologe. Seit 1987 ist er Fellow des King’s College in Cambridge und seit 2003 Leverhulme-Professor für die Evolution des Menschen an der University of Cambridge.[1]

Robert Foley, 2011

Leben

Robert Foley ist der Sohn von Nelson und Jean Foley.[1][2] Er besuchte das Ardingly College in Ardingly, West Sussex, und studierte am Peterhouse-College der University of Cambridge, wo er den Magister-Abschluss und danach den Grad des Doctor of Philosophy (Ph.D.) im Fach Archäologie erwarb. Von 1977 bis 1985 war er Lecturer für Anthropologie an der University of Durham. Danach wechselte er an das Institut für Biologische Anthropologie der University of Cambridge und war dort bis 1998 ebenfalls als Lecturer tätig. Von 1998 bis 2003 war er in diesem Institut als Reader beschäftigt, seit 2003 als Professor.

Gemeinsam mit der Paläoanthropologin Marta Mirazón Lahr und finanziell gefördert durch Leverhulme Trust und Wellcome Trust gründete er im Jahr 2001 in Cambridge das Leverhulme Centre for Human Evolutionary Studies und war dessen Gründungsdirektor. Das Zentrum beherbergt die Sammlung des britischen Anatomen Wynfrid Duckworth (1870–1956) sowie Laboratorien und andere Einrichtungen zur Unterstützung der Forschung im Bereich der Evolution des Menschen.[3]

Foley ist seit 2007 Mitglied der British Academy.[4]

Forschung

Foley forschte zu vielen Aspekten der Evolutionstheorie, der Stammesgeschichte des Menschen, der Urgeschichte und – in jüngerer Zeit – der evolutionären Humangenetik. Seine frühen Arbeiten befassten sich insbesondere mit dem Later Stone Age in Ostafrika, wo er die von ihm so benannte Off-Site-Archäologie entwickelte und 1981 der Fachwelt vorstellte, ein Modell, das den damals üblichen Fokus der Archäologen und Paläoanthropologen von den als Fundstätten bezeichneten, lokalen Anhäufungen archäologischer Artefakte auf die Gebiete zwischen solchen Fundstätten lenkte; die archäologischen Überlieferungen können demnach Foley zufolge durch eine variable Artefaktdichte in einer Landschaft beschrieben werden.[5]

In seinen Arbeiten über die Evolution des Menschen betonte er die evolutionsökologischen Aspekte, in dem Sinne, dass die evolutionären Anpassungen als Lösungen für Probleme interpretiert werden können, mit denen die Hominini in ihrer jeweiligen Umwelt konfrontiert waren.[6] In diesem Zusammenhang hat Foley auch den Einfluss des Klimas auf den evolutionären Wandel untersucht.[7][8]

Ab den 1990er-Jahren erforscht Foley zusammen mit Marta Mirazón Lahr das Entstehen der Diversität des anatomisch modernen Menschen im Verlauf der Evolution und befasst sich mit der Rekonstruktion der Ausbreitung des Menschen aus Afrika.[9][10][11]

Gemeinsam mit Marta Mirazón Lahr hat Foley Forschungsaufenthalte und archäologische Ausgrabungen auf den Salomonen, in der Zentralsahara und in Kenia geleitet. Westlich des Turkana-Sees untersuchten sie beispielsweise die Besiedelung der Region während des Quartärs und stießen dabei auf die Überreste des Massakers von Nataruk.[12] Zudem befasst er sich mit Hypothesen zur Evolution der kognitiven Fähigkeiten des Menschen.[13][14]

Schriften (Auswahl)

  • Hominid Evolution and Community Ecology: Prehistoric Human Adaptation in Biological Perspective. AP Professional, 1984, ISBN 978-0-12261920-5.
  • Another Unique Species: Patterns in Human Evolutionary Ecology. Pearson Education, 1987, ISBN 978-0-58244690-8.
  • mit Valerie Standen (Hrsg.): Comparative Socioecology: The Behavioural Ecology of Humans and Other Mammals. Blackwell Science, 1989, ISBN 978-0-63202361-5.
  • Humans Before Humanity. Wiley-Blackwell, 1997, ISBN 978-0-631-20528-9.
    • Menschen vor Homo sapiens. Wie und warum unsere Art sich durchsetzte. Thorbecke, Stuttgart 2000, ISBN 3-7995-9084-6.
  • mit Roger Ledwin: Principles of Human Evolution. Blackwell Publishers, 2. Auflage 2004, ISBN 978-0-63204704-8.

Belege

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