Roger N. Shepard

Kognitionswissenschaftler From Wikipedia, the free encyclopedia

Roger Newland Shepard (* 30. Januar 1929 in Palo Alto, Kalifornien; † 30. Mai 2022[1] in Tucson, Arizona[2]) war ein Kognitionswissenschaftler und Autor von Toward a Universal Law of Generalization for Psychological Science. Er wird als Vater der Untersuchung von räumlichen Beziehungen betrachtet. Nach ihm ist die Shepard-Skala benannt.

Roger Shepherd (2019)

Leben

Roger N. Shepard bekam den Philosophischen Doktorgrad (Ph.D.) in Psychologie an der Yale University im Jahr 1955 unter Carl Hovland verliehen und beendete darauf seine Ausbildung unter George A. Miller in Harvard.

1977 wurde er in die National Academy of Sciences, 1980 in die American Academy of Arts and Sciences und 1999 in die American Philosophical Society[3] aufgenommen. Im Jahr 1995 erhielt Shepard die National Medal of Science für seine Beiträge im Bereich der Kognitionswissenschaften, 2006 gewann er zusätzlich den Rumelhart-Preis. 1997 wurde er mit dem George A. Miller Prize in Cognitive Neuroscience ausgezeichnet.

Shepard war zuletzt Professor Emeritus der Sozialwissenschaften an der Stanford University. Er war Ehrendoktor der Harvard University, der Rutgers University und der University of Arizona.

Zu seinen Studenten zählten unter anderem Lynn Cooper, Leda Cosmides, Jennifer Freyd, Carol Krumhansl, Daniel Levitin, Geoffrey Miller und Josh Tenenbaum.[4]

Werk

Shepard untersuchte die Fähigkeit, sich dreidimensionale Objekte vorzustellen, die auf eine Ebene projiziert werden – eine Aufgabe, die als „mentale Rotation“ bezeichnet wird. So wird jemand gebeten zu bestimmen, ob dreidimensionale Figuren, die in unterschiedlichen Orientierungen auf eine Ebene projiziert werden, übereinstimmen oder Spiegelbilder (Enantiomorphien) darstellen. Diese Forschung sollte die Funktionsweise des Gehirns in natürlichen Umgebungen beleuchten. Aufgaben zur mentalen Rotation sind mittlerweile fester Bestandteil des kognitiven Testverfahrens von Psychologen (wie z. B. Intelligenztests).

In anderen Arbeiten führte Shepard Experimente zum Hörsystem durch. Er ist der Erfinder des Shepard-Tons, einer akustischen Illusion, die den bekannten optischen Illusionen (wie dem Kanizsa-Dreieck) ähnelt. Beim Shepard-Ton-Phänomen wird ein Klang durch die Überlagerung von Sinuswellen im Oktavabstand erzeugt, der, wenn er mit steigendem oder fallendem Bass gespielt wird, als Shepard-Skala bezeichnet wird. Der Shepard-Ton und die zugehörige Shepard-Skala erzeugen die auditive Illusion eines Tons, dessen Tonhöhe kontinuierlich steigt oder fällt, ohne jedoch jemals höher oder tiefer zu werden.

Shepard entwickelte eine neue Methode zur grafischen Darstellung statistischer Daten, die als „multidimensionale Skalierung“ bezeichnet wird. Er versuchte strenge, mathematisch ausdrückbare Gesetze aus seinen experimentellen Daten abzuleiten. In diesem Zusammenhang suchte Shepard lange nach einem „universellen Gesetz der Generalisierung“ – einer Theorie darüber, wie das Gehirn von vergangenen Erfahrungen auf neue Situationen generalisiert –, das er als den „Heiligen Gral“ der Lerntheorie in der Kognitionspsychologie betrachtete. Schließlich veröffentlichte er eine elegante Theorie, die auf einfachen Bayesschen Prinzipien beruhte und sich als sehr einflussreich erwies.[5] Alison Gopnik führte diese Theorie weiter aus.

Die Parallelogramme der Shepard-Tische sind zwar verdreht, aber identisch

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Roger N. Shepard: Mind sights: original visual illusions, ambiguities, and other anomalies, with a commentary on the play of mind in perception and art. Freeman, New York 1990, ISBN 978-0-7167-2134-5.
    • Ansichten und Einblicke. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1991.

Siehe auch

  • Helmut E. Lück: Shepard, Roger N. im Dorsch Lexikon der Psychologie. 2021 (hogrefe.com).
  • Roger Shepard | Biography & Facts | Britannica. In: Encyclopedia Britannica. (britannica.com).

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI