Roland Mader

deutscher Volleyballfunktionär, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Mader war als Heranwachsender einer der besten Mittelstrecken-Läufer Österreichs. Nach abgeschlossener Schulbildung zog er in die Bundesrepublik Deutschland, er wurde deutscher Staatsbürger. Er durchlief eine Fachschule für Elektronik und eine Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie. Mader gründete 1969 das Unternehmen Fernseh-System-Gesellschaft (FSG)[2] mit Sitz in München,[3] mit dem er Sportverbände vermarktete.[4]

Von 1978 bis 1983 war er Vorsitzender des Bayerischen Volleyball-Verbands, 1984 wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt. Ab 1979 war er zusätzlich Vorsitzender des Deutschen Volleyball-Verbands.[5] Mader, Bruder des Politikers Helmut Mader, wurde ein autoritärer Führungsstil nachgesagt,[2] er trieb die Professionalisierung des Sports voran, zu seinen Stärken gehörte das Knüpfen von Beziehungen, wodurch es ihm unter anderem gelang, dem Volleyballsport Geldgeber und Fernsehzeit zu verschaffen.[6] Unter Maders Führung wurde im Laufe der 1980er Jahre das Modell entwickelt, viele der bundesdeutschen Frauen-Nationalspielerinnen zum SV Lohhof zu holen,[3] um sie dort unter der Leitung des Bundestrainers Andrzej Niemczyk gemeinsam zu fördern, auch die 1983 erfolgte Gründung des Volleyball-Internats Hoechst ging auf seinen Anstoß zurück. Er hatte das Unternehmen Hoechst für das Internatsvorhaben gewonnen.[7] 1988 wurde Mader vom Internationalen Volleyball-Verband FIVB wegen des ungenehmigten Einsatzes zweier belgischer Spielerinnen (die später eingebürgert wurden) in der deutschen Nationalmannschaft zu einer halbjährigen Sperre sowie einer Geldbuße von 10 000 Schweizer Franken verurteilt.[8]

In seiner Amtszeit fand die Eingliederung des Volleyballsports der Deutschen Demokratischen Republik in den bundesdeutschen Volleyballverband statt.[5] Im Dezember 1990 wurde Mader vom Landgericht München zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.[9] Das Gericht befand Mader des Versicherungsbetrugs und der Vortäuschung einer Straftat für schuldig,[10] er hatte die Vorwürfe bestritten.[9] Mader trat nach dem Urteil von seinem Amt als Vorsitzender des Deutschen Volleyball-Verbands zurück.[11]

In den 1990er Jahren vermarktete Mader die beiden Leichtathletinnen Katrin Krabbe[12] und Grit Breuer.[13]

2003 machte ihn der Deutsche Volleyball-Verband zum Ehrenpräsidenten.[5] Mader lebte zuletzt in Nideggen, er starb an den Folgen eines Sturzes.[6] Der Deutsche Volleyball-Verband bezeichnete ihn in einem Nachruf als einen „der größten Macher und prägendsten Figuren im deutschen Volleyball in den 70er sowie 80er Jahren“,[14] die Süddeutsche Zeitung nannte ihn einen „visionären Netzwerker“.[15]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI