Rolf Zick

deutscher Journalist From Wikipedia, the free encyclopedia

Rolf Zick (* 16. April 1921 in Dransfeld; † 8. März 2024[1] in Hannover) war ein deutscher Journalist[2] und Chefredakteur von Nord-Report.

Rolf Zick (2013)

Werdegang

Familie

Zick entstammt einer Lehrerfamilie. Sein Vater war Hauptlehrer, von 1924 bis 1933 SPD-Mitglied und Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Nach Angaben von Rolf Zick wurde seine Schwester während der Zeit des Nationalsozialismus im Rahmen der Krankenmorde getötet[3] und sein Vater im Zuge des von den Nationalsozialisten erlassenen Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums degradiert und zwangsversetzt.

Ausbildung, Kriegseinsatz und Kriegsgefangenschaft

Zick legte 1939 sein Abitur am Martino-Katharineum Braunschweig ab und wurde zur Wehrmacht eingezogen.[4][5] Als Flakkommandant erlebte er 70 Luftangriffe auf Hannover.[6][7]

Er war bis 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, wo er nach seinen Angaben für medizinische Versuche missbraucht wurde.[8][9]

Berufstätigkeit als Journalist

Rolf Zick beim Interview im Niedersächsischen Landtag (2013)

Er begann nach Rückkehr aus der Gefangenschaft seine journalistische Laufbahn zunächst als Lokalreporter in Göttingen.[10]

Im Jahr 1960 kam er nach Hannover und berichtete von da an jahrzehntelang über niedersächsische Landespolitik. 1974 gründete er das selbstständige Pressebüro Nord-Report in Hohenzollernstraße, dessen Chefredakteur er war.[11] Von 1970[12] bis 1988 und von 1989 bis 1990 war er Vorsitzender der niedersächsischen Landespressekonferenz.

Zicks Tochter Anne-Maria Zick führte den Nord-Report weiter, der mit dem Rundblick – Politikjournal für Niedersachsen zusammengelegt wurde.[13][14]

Kontroverse zu Zicks Mitgliedschaft in der NSDAP

Im August 2020 wurde bekannt, dass im Bundesarchiv zwei Karteikarten in der Orts- und der Gauleiter-Kartei der NSDAP Zick als Parteimitglied ausweisen (Mitgliedsnummer 7.117.445). Zick gab daraufhin an, nichts von der Mitgliedschaft zu wissen, da er nie einen Antrag gestellt habe.[7][8][15] Der Historiker Christian Alexander Wäldner warf Zick dagegen vor, dass er seine NSDAP-Mitgliedschaft bisher verschwiegen habe, spreche gegen seine bisherige Erinnerungsarbeit. „Er wirkt in seinen Büchern, auch seinen Darstellungen über die eigene Rolle im Krieg, wie ein Opfer – etwa in der Kriegsgefangenschaft. Hinweise auf die Opfer der Deutschen fehlen dort leider.“[7]

Ehrungen

Veröffentlichungen

  • (mit Burkhard Nowotny): Hörfunk in Grossbritannien. Privater Lokalrundfunk. Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverleger, 1980.
  • (mit Maria Haldenwanger, Rolf Manfred Hasse): Kostbarkeiten in Bibliotheken Niedersachsens, Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken in Niedersachsen, Hannover 1996.
  • Ich war dabei und habe überlebt (Eigenverlag), ISBN 3-00-002062-4, 1997 (5. Auflage, 2002)[21]
  • Die Landespressekonferenz am Puls des Geschehens. LPK, Hannover 1997, ISBN 3-00-002338-0
  • Landesverkehrswacht Niedersachsen: 50 Jahre jung – Eine Dokumentation, Landesverkehrswacht Niedersachsen, 2001
  • Die CDU in Niedersachsen: eine Chronik. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2008, ISBN 978-3-940955-28-9.
  • 60 Jahre Zahnärztekammer Niedersachsen – Eine Chronik 1949-2009, Zahnärztekammer Niedersachsen, 2009
  • Walter Hirche – Ein Liberaler aus Niedersachsen. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2014, ISBN 978-3-487-08534-0.
  • Ein starkes Land im Herzen Europas: die CDU in Niedersachsen 1945 bis 2015. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin / Berlin 2016, ISBN 978-3-95721-190-3.
  • Der letzte Zeitzeuge : Ein halbes Jahrhundert hinter der landespolitischen Bühne. Hrsg. Presse Club Hannover e. V., Olms Verlag, Hildesheim, Zürich, New York 2021, ISBN 978-3-487-08635-4.[6]
Commons: Rolf Zick – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI