Rolf Zick
deutscher Journalist
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Werdegang
Familie
Zick entstammt einer Lehrerfamilie. Sein Vater war Hauptlehrer, von 1924 bis 1933 SPD-Mitglied und Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Nach Angaben von Rolf Zick wurde seine Schwester während der Zeit des Nationalsozialismus im Rahmen der Krankenmorde getötet[3] und sein Vater im Zuge des von den Nationalsozialisten erlassenen Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums degradiert und zwangsversetzt.
Ausbildung, Kriegseinsatz und Kriegsgefangenschaft
Zick legte 1939 sein Abitur am Martino-Katharineum Braunschweig ab und wurde zur Wehrmacht eingezogen.[4][5] Als Flakkommandant erlebte er 70 Luftangriffe auf Hannover.[6][7]
Er war bis 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, wo er nach seinen Angaben für medizinische Versuche missbraucht wurde.[8][9]
Berufstätigkeit als Journalist

Er begann nach Rückkehr aus der Gefangenschaft seine journalistische Laufbahn zunächst als Lokalreporter in Göttingen.[10]
Im Jahr 1960 kam er nach Hannover und berichtete von da an jahrzehntelang über niedersächsische Landespolitik. 1974 gründete er das selbstständige Pressebüro Nord-Report in Hohenzollernstraße, dessen Chefredakteur er war.[11] Von 1970[12] bis 1988 und von 1989 bis 1990 war er Vorsitzender der niedersächsischen Landespressekonferenz.
Zicks Tochter Anne-Maria Zick führte den Nord-Report weiter, der mit dem Rundblick – Politikjournal für Niedersachsen zusammengelegt wurde.[13][14]
Kontroverse zu Zicks Mitgliedschaft in der NSDAP
Im August 2020 wurde bekannt, dass im Bundesarchiv zwei Karteikarten in der Orts- und der Gauleiter-Kartei der NSDAP Zick als Parteimitglied ausweisen (Mitgliedsnummer 7.117.445). Zick gab daraufhin an, nichts von der Mitgliedschaft zu wissen, da er nie einen Antrag gestellt habe.[7][8][15] Der Historiker Christian Alexander Wäldner warf Zick dagegen vor, dass er seine NSDAP-Mitgliedschaft bisher verschwiegen habe, spreche gegen seine bisherige Erinnerungsarbeit. „Er wirkt in seinen Büchern, auch seinen Darstellungen über die eigene Rolle im Krieg, wie ein Opfer – etwa in der Kriegsgefangenschaft. Hinweise auf die Opfer der Deutschen fehlen dort leider.“[7]
Ehrungen
- 1981 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
- 1994 Großes Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens
- 2011 Niedersächsische Landesmedaille[16][17]
- 2011 Ehrenvorsitzender der Landespressekonferenz Niedersachsen[18][19]
- 2020 Leibniz-Ring des Presse Clubs Hannover[20]
- 2021 Ehrenvorsitzender des Presse Clubs Hannover
Veröffentlichungen
- (mit Burkhard Nowotny): Hörfunk in Grossbritannien. Privater Lokalrundfunk. Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverleger, 1980.
- (mit Maria Haldenwanger, Rolf Manfred Hasse): Kostbarkeiten in Bibliotheken Niedersachsens, Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken in Niedersachsen, Hannover 1996.
- Ich war dabei und habe überlebt (Eigenverlag), ISBN 3-00-002062-4, 1997 (5. Auflage, 2002)[21]
- Die Landespressekonferenz am Puls des Geschehens. LPK, Hannover 1997, ISBN 3-00-002338-0
- Landesverkehrswacht Niedersachsen: 50 Jahre jung – Eine Dokumentation, Landesverkehrswacht Niedersachsen, 2001
- Die CDU in Niedersachsen: eine Chronik. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2008, ISBN 978-3-940955-28-9.
- 60 Jahre Zahnärztekammer Niedersachsen – Eine Chronik 1949-2009, Zahnärztekammer Niedersachsen, 2009
- Walter Hirche – Ein Liberaler aus Niedersachsen. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2014, ISBN 978-3-487-08534-0.
- Ein starkes Land im Herzen Europas: die CDU in Niedersachsen 1945 bis 2015. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin / Berlin 2016, ISBN 978-3-95721-190-3.
- Der letzte Zeitzeuge : Ein halbes Jahrhundert hinter der landespolitischen Bühne. Hrsg. Presse Club Hannover e. V., Olms Verlag, Hildesheim, Zürich, New York 2021, ISBN 978-3-487-08635-4.[6]
Weblinks
- Literatur von und über Rolf Zick im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Rolf Zick: Der Zeitzeuge wird 100 in: Rundblick – Politikjournal für Niedersachsen vom 11. April 2021
- Hannover: Leibniz-Ring für Journalist Rolf Zick (99) in: Neue Presse vom 14. Oktober 2020
- Rolf Zick auf der Website des Landes Niedersachsen
- Rolf Zick auf dem Zeitzeugenportal
