Roman Foissner
österreichischer Ordenspriester und Kulturvermittler
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Roman Foissner CanReg (* 5. November 1924 als Johann Foissner in Hohenfurth, Tschechoslowakei; † 12. Jänner 2026 in Ried im Innkreis[1]) war ein österreichischer Ordenspriester der Augustiner-Chorherren und Kulturschaffender.
Leben und Wirken
Foissner besuchte die Volks- und Bürgerschule in Hohenfurth (heute: Vyšší Brod) im Böhmerwald und folgte seinem um ein Jahr älteren Bruder Otto ans Jesuitenseminar in Maria Schein (heute: Bohosudov) in Nordböhmen. Nach Schließung des Knabenseminars legten sie ihre Kriegsmatura am Gymnasium in Krumau (heute: Český Krumlov) ab. Zeitgleich erlebten sie die Aufhebung des Zisterzienserstiftes Hohenfurth (auch: Kloster Vyšší Brod). Nach einer vormilitärische Ausbildung in Karlsbad (heute: Karlovy Vary), anschließend Einsatz im NS-Arbeitsdienst, Militärdienst in Krumau folgte der Kriegsdienst in Agram (heute: Zagreb) und anderen Kriegsschauplätzen im ehemaligen Jugoslawien, schließlich an der russischen Front. Als Frontsoldat mit schwerer Verwundung und Verlust des Unterschenkels in den Prypjatsümpfe 1946 und nach Aufenthalten in verschiedenen Lazaretten in Norddeutschland und schließlich Vertreibung aus einer Heimat im Böhmerwald kam er nach Reichersberg. Zusammen mit seinem Bruder Otto (Ordensname Konrad) traten beide in das Novizitat im Stift Reichersberg ein. Er empfing nach seiner theologischen Ausbildung im Stift Sankt Florian bei Linz 1951 die Priesterweihe durch den Linzer Bischof Josephus Calasanz Fließer. Nach einer weiteren Ausbildung am Linzer Brucknerkonservatorium leitete er erfolgreich mit Engagements im In- und Ausland ab 1954 den Reichersberger Kirchenchor.[2][3] Er war 1957 der Gründer und Regens Chori des Reichersberger Musiksommers und hat mehr als eintausend Konzerte für den Kulturraum Reichersberg organisiert.[3]
Ab 1958 war er viele Jahre Rentmeister und später auch Leiter des Bildungszentrums Stift Reichersberg, war auch mit der Restaurierung und der Adaptierung der Räumlichkeiten des Stiftes Reichersberg betraut und erwarb sich besondere Verdienste um die Oberösterreichische Landesausstellung 900 Jahre Stift Reichersberg – Augustinerchorherren zwischen Passau und Salzburg im Jahr 1984.[3]
Roman Foissner feierte 2026 das 75-jährige Priesterjubiläum.[3] Er starb am 12. Jänner im 102. Lebensjahr im Pflegeheim in Ried im Innkreis an den Folgen eines im November 2025 erlittenen Oberschenkelbruchs. Er war der älteste Priester des Bistums Linz und zugleich der älteste Chorherr Österreichs.
Ehrungen und Auszeichnungen
- Konsistorialrat des Bischofs von Linz
- Konsulent der Oberösterreichischen Landesregierung für kulturelle Angelegenheiten (1973)
- Kulturmedaille des Landes Oberösterreich (1996)
- Bundes-Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die Kulturarbeit (2007)
- Ehrenringträger und Ehrenbürger der Gemeinde Reichersberg
- Goldene Verdienstzeichen sowie die Kulturmedaille des Landes Oberösterreich
- Mitglied der KÖStFV Batavia Reichersberg (Couleurname „Notker“)
Schriften
- Das Stift Reichersberg am Inn, Die Heimat, Folge 244 (1980)
- Die Orgel in der Stiftspfarrkirche zu Reichersberg, Orgelzeitung, Heft 1, Reichersberg 1981
- Kirchenmusik im Stift Reichersberg in der Zeit von 1954 bis 2004, in: Jahrbuch der Österreichischen Augustiner-Chorherren-Kongregation 2007
- Musiktraditionen in den oberösterreichischen Klöstern – Reichersberg. In: Musikstadt Linz – Musikland Oberösterreich, Im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes, Linz 1990
- 10 Jahre Bildungszentrum Stift Reichersberg, 1969 bis 1979, Bildungszentrum Stift Reichersberg (Herausgeber), Reichersberg, 1979
- Musisches Reichersberg, 25 Jahre Reichersberger Sommer, 1956 bis 1981, Bildungszentrum Stift Reichersberg (Herausgeber), Reichersberg, 1981