Roman Smolorz
deutscher Historiker
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Roman Paul Smolorz (* 1967 in Bytom) ist ein deutscher Historiker, der an der Universität Regensburg lehrt und als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Museum Regensburg arbeitet.
Leben
Smolorz stammt aus Oberschlesien und kam 1989 nach Bayern. Er lebte in Deggendorf, Nürnberg und Schweinfurt, bevor er 1993 ein Studium der Geschichte, Rechtsgeschichte und Westslavischen Sprachwissenschaft an der Universität Regensburg aufnahm.[1] Dort erlangte er 1997 den Magister artium und wurde 2001 mit einer Dissertation über den Bergbau im Stalinismus zum Dr. phil. promoviert.
Von 2001 bis 2006 war Smolorz als wissenschaftlicher Angestellter bzw. Mitarbeiter im Amt für Archiv und Denkmalpflege in Regensburg tätig. Im dortigen Stadtarchiv Regensburg beschäftigte er sich mit dem Thema Zwangsarbeit in Regensburg während des Nationalsozialismus und veröffentlichte die gewonnenen Erkenntnisse in einem Buch. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete er auch von 2008 bis 2012 für das Osteuropa-Institut (IOS) und zeitweilig das Stadtarchiv Regensburg bzw. Institut für Ost- und Südosteuropaforschung.[2]
Smolorz war von 2012 bis 2015 Lehrbeauftragter und von 2015 bis 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Mark Spoerer an der Universität Regensburg. Zudem forschte er 2014 bis 2017 sowie 2019 bis 2024 als Research Fellow am IOS-Regensburg. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war er von 2018 bis 2020 an der Professur für Neuere Geschichte von Hans-Peter Ullmann an der Universität zu Köln tätig. Dort leistete er Recherche-Zuarbeit für Ullmanns Grundlagenwerk „Kontrolle und Beratung. Der deutsche Rechnungshof im Wechsel der politischen Systeme des 20. Jahrhunderts“.[1] 2020/21 war er wissenschaftlicher Leiter und stellvertretender Geschäftsführer der Point Alpha Stiftung.[2]
Seit 2018 ist Smolorz erneut Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Regensburg.[2] Zudem ist er seit 2021 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Museum Regensburg tätig. Dort betreibt er Provenienzforschung, untersucht Sammlungen und geplante Ankäufe von Museen auf Beute- und Raubkunst.[1]
Zu den Schwerpunkten der Forschung von Smolorz gehören die Geschichte Ostmitteleuropas, die Zeit des Nationalsozialismus, die politische Geschichte und Sozialgeschichte des Realsozialismus und der Bundesrepublik Deutschland sowie die Geschichte der osteuropäischen Emigration, insbesondere im Bayern der Nachkriegszeit.[3] Er ist ordentliches Mitglied der Historischen Kommission für Schlesien.[2]
Smolorz ist Vater zweier Töchter.[1]
Publikationen (Auswahl)
- Der real existierende Sozialismus am Beispiel des polnischen Bergbaus 1945–1956 (Edition Wissenschaft Reihe Geschichte, Band 70). Tectum Verlag, Marburg 2002, ISBN 3-8288-1200-7
- Zwangsarbeit im „Dritten Reich“ am Beispiel Regensburgs (Regensburger Studien, Band 8). Stadtarchiv Regensburg, Regensburg 2003, ISBN 3-935052-30-8
- Verwaltung mit Rechtsbefugnissen im stalinistischen Polen. Die Spezialkommission zur Bekämpfung von Wirtschaftsschädigung und Wirtschaftsmissbrauch (Regensburger Hefte zur Geschichte und Kultur im östlichen Europa, Nr. 1). Sophia-Verlag, Regensburg 2004, ISBN 3-9803179-1-9
- Displaced Persons (DPs). Autoritäten und Anführer im angehenden Kalten Krieg im östlichen Bayern (Regensburger Studien, Band 11). Stadtarchiv Regensburg, Regensburg 2006, ISBN 3-935052-53-7
- Juden auf der Durchreise. Die Regensburger Jewish Community 1945-1950 (Regensburger Studien, Band 16). Stadtarchiv Regensburg, Regensburg 2010, ISBN 978-3-935052-87-0
- Die Regensburger Domspatzen im Nationalsozialismus: Singen zwischen Katholischer Kirche und NS-Staat, Pustet, Regensburg 2017, ISBN 978-3791729305
Weblinks
- Literatur von und über Roman Smolorz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek