Ronald Reng

deutscher Sportjournalist und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Ronald Reng (* 1970 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Sportjournalist und Buchautor. Für seine Bücher zur Geschichte und zu Persönlichkeiten des Fußballs wurde er mehrfach hochrangig ausgezeichnet. Drei seiner Werke wurden in Deutschland zum Fußballbuch des Jahres gekürt. In Großbritannien erhielt er als erster Buchautor, der nicht in englischer Sprache schreibt, sowohl den britischen Sports Book of the Year Award für den Traumhüter als auch die William-Hill-Sports-Book-of-the-Year-Auszeichnung für seine Biografie von Robert Enke.

Leben und Wirken

Nach seinem Abitur an der Eichendorffschule in Kelkheim studierte Reng Politik- und Kommunikationswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde an der Deutschen Journalistenschule in München ausgebildet. Von 1996 bis 2001 wohnte und arbeitete Reng als Sportjournalist in England, danach wohnte er viele Jahre in Barcelona. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in Bozen. Er schrieb jahrelang unter anderem für die taz und die Süddeutsche Zeitung über Fußball, aber auch über Randsportarten wie Frauenhockey.

2007 wurde er zum Klagenfurter Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis eingeladen. Im Jahr 2010 schrieb er in Zusammenarbeit mit Teresa Enke die Robert-Enke-Biografie Robert Enke. Ein allzu kurzes Leben.

Er ist Kuratoriumsmitglied der Robert-Enke-Stiftung.[1] Gemeinsam mit dem ehemaligen Profifußballer Martin Amedick hält er für die Stiftung Vorträge an Schulen, in Profisportvereinen, aber auch in Unternehmen und auf Kongressen, um über Depressionen aufzuklären.[2][3][4]

Seit vielen Jahren ist er Kolumnist für die japanische Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shimbun. Besonderes Aufsehen erregte er als Kolumnist sowohl in Japan wie in Deutschland mit seiner Begeisterung für den japanischen Fußballspieler Daichi Kamada; Reng selbst bezeichnet sich als „Kamadista“.[5][6]

Im Herbst 2025 lehnte er die Veröffentlichung seines Romans Er kenne Herrn Benz nicht, sagt Herr Daimler in Russland ab. Reng begründete dies mit Russlands Krieg gegen die Ukraine sowie Zensurbestrebungen auf dem russischen Büchermarkt.[7]

Ronald Reng ist berufenes Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.[8]

Auszeichnungen

Zwischen 2001 und 2010 wurde er in neun Jahren siebenmal mit dem Großen Preis des Verbandes Deutscher Sportjournalisten für die beste Sportreportage des Jahres geehrt.[9] 2010 wurde er mit dem Dietrich Oppenberg-Medienpreis „für herausragende journalistische Beiträge zum Thema Lesekultur“ ausgezeichnet.[10]

Sein Buch Der Traumhüter, das die Geschichte des Fußballtorwarts Lars Leese erzählt, wurde 2004 in englischer Übersetzung Keeper of Dreams bei den British Sports Books Awards als Best Biography ausgezeichnet.[11]

Im November 2011 erhielt er in London für seine Biographie über Robert Enke die Auszeichnung William Hill Sports Book of the Year, die als „ältester und bedeutendster Sportbuchpreis der Welt“ gilt. Reng war in 23 Jahren der erste Autor, der für ein nicht englischsprachiges Buch diesen Preis bekam.[12] Zudem wurde seine Enke-Biographie in Großbritannien auch zum Football Book of the Year 2012 gekürt.[13] Auch in Polen wurde das Werk 2015 von einer Fachjury zum „Sportbuch des Jahres“ gewählt.[14] Das Buch ist in weitere Sprachen (u. a. Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch, Dänisch, Chinesisch) übersetzt worden.

Im Jahr 2013 erhielt er von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur für sein Werk Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga die Auszeichnung als Fußballbuch des Jahres.[15]

Eine Jury, der unter anderem der Publizist und Fernsehmoderator Roger Willemsen angehörte, zeichnete Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga auch mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2013 aus. „Ronald Reng hat mit seinem ungewöhnlichen Sachbuch die Jury überzeugt. Präzise recherchiert, informativ, spannend und zugleich literarisch erzählt er die Geschichte der Bundesliga von ihren Anfängen bis zur Gegenwart und schildert dabei klug und nie langweilig, wie die Liga sich zur Unterhaltungs- und Wirtschaftsmaschine entwickelte“, hieß es in der Begründung der Jury.[16]

Wie Spieltage wurde 2016 auch Mroskos Talente von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur als Fußballbuch des Jahres prämiert.[17]

2022 wurde Reng mit seinem Buch Der große Traum: Drei Jungs wollen in die Bundesliga zum dritten Mal mit dem Fußballbuch des Jahres ausgezeichnet.[18]

Publikationen

Einzelnachweise

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