Rosenkopf

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Rosenkopf ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an. Mit einer Fläche von 248 ha (2,48 km²) ist Rosenkopf dort die kleinste Ortsgemeinde. Die nächstgelegenen Städte sind Homburg (Saar) und Zweibrücken.

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Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Rosenkopf
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rosenkopf hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 21′ N,  26′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Zweibrücken-Land
Höhe: 375 m ü. NHN
Fläche: 2,48 km²
Einwohner: 358 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66894
Vorwahl: 06372
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 223
Adresse der Verbandsverwaltung: Landauer Straße 18–20
66482 Zweibrücken
Website: www.vgzwland.de
Ortsbürgermeisterin: Maria Fier
Lage der Ortsgemeinde Rosenkopf im Landkreis Südwestpfalz
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Rosenkopf (2023)
Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege

Früher waren die Einwohner unter dem Necknamen „Rosekeppcher Hemdekneppcher“ bekannt.[2]

Geographie

Lage

Rosenkopf liegt im Nordwesten des Landkreises nahe der Grenze zum Saarland auf der Sickinger Höhe. Unmittelbar nördlich schließt sich der benachbarte Landkreis Kaiserslautern an. Westlich befindet sich Bechhofen, im Norden Lambsborn, im Südosten Wiesbach und im Südwesten Käshofen.

Gewässer

Die ersten hundert Meter des Nesselbach bildet die Gemarkungsgrenze zu Käshofen. An der Ostgrenze nach Martinshöhe liegt die Quelle des Münchenborn. Durch den Osten des Gemeindegebiets verläuft der Engeltalbach. Von links nimmt er den Rosenbach auf, der am östlichen Siedlungsrand entspringt. Zusammen mit dem westlich gelegenen Engbach (1564 noch Angelborn genannt) vereinigen sich die Bäche im Süden zum Nesselbach und gehen schließlich in den Wiesbach über.

Geschichte

Die Anfänge des Dorfs lassen sich zeitlich ziemlich genau bestimmen: Während der Renovation des Wiesbacher Bannes durch den schwedischen Geometer Jonas Erikson Sundahl im Jahre 1716 etablierten sich zwei protestantische Wiesbacher Familien auf dem „Rosenköpffgen“, um auch diese bisher wohl vernachlässigte und verwilderte nordwestliche Ecke der Wiesbacher Gemarkung zu rekultivieren. Das Projekt wurde seitens der schwedischen Gouvernementsregierung in Zweibrücken befürwortet, rief allerdings vehemente Proteste des benachbarten sickingischen Amts Landstuhl hervor. Dort wurde eine Zunahme von Bevölkerung und Viehbestand befürchtet, die eine Überweidung des angrenzenden sogenannten Altwiesbacher Bannes zur Folge hätte. Jener etwa vier bis fünf Quadratkilometer große nordöstliche Teil der Wiesbacher Gemarkung war 1589 bei der Vertauschung an Pfalz-Zweibrücken abgetrennt und Martinshöhe zugeteilt worden, an dem Wiesbach noch immer Weiderechte besaß.[3] Der Konflikt wurde am 9. Dezember 1737 durch einen neuerlichen zweibrückisch-sickingischen Vertrag gelöst, in dem auch den Bewohnern von Rosenkopf das Recht zur Rauh- und Schmalzweide auf dem Altwiesbacher Bann eingeräumt wurde, allerdings mit der ausdrücklichen Bestimmung, dass das Dorf hiernächst nicht weiter extendiren sondern in eodem statu beständigst verbleiben solle.[4] Dieses Verbot einer Erhöhung der Einwohnerzahl wurde in den Folgejahren nicht eingehalten: 1770 war die Zahl der Haushalte von ursprünglich zwei über vier im Jahr 1736 auf dreizehn mit insgesamt 63 Personen angestiegen.[5] Das neu entstandene Dorf genoss von Anfang an wegen der relativ weiten Entfernung zum Mutterort eine größere Eigenständigkeit, unterhielt eine eigene Viehherde und einen eigenen Hirten.[6] Gleichwohl bildete es mit Krähenberg und Wiesbach rechtlich eine Gemeinde und gehörte damit innerhalb des sogenannten Vogelbacher Hofs beziehungsweise der Schultheißerei Lambsborn, seit 1781 der Schultheißerei Schmitshausen zum Oberamt Zweibrücken.[7]

Von 1797 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Rosenkopf in den Kanton Homburg eingegliedert und unterstand der Mairie Käshofen. Nach der Niederlage Napoleons fiel Rosenkopf aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen als Teil der linksrheinischen Pfalz zunächst an Österreich und 1816 aufgrund eines Tauschvertrages an das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde- dem Landkommissariat Homburg an; aus dem das Bezirksamt Homburg hervorging.

Da ein Teil des Bezirksamts  einschließlich Homburg selbst  1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte der Ort ins Bezirksamt Zweibrücken. Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Zweibrücken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rosenkopf innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte sie 1972 in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) und wurde im selben Jahr der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land zugeordnet.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Rosenkopf besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[8]

Bürgermeister

Maria Fier wurde am 15. Juli 2024 Ortsbürgermeisterin von Rosenkopf.[9] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war sie als einzige Bewerberin mit einem Stimmenanteil von 91,2 % für fünf Jahre gewählt worden.[10]

Ihr Vorgänger Christian Plagemann hatte das Amt im Juli 2019 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 83,26 % für fünf Jahre gewählt worden. Er folgte seinem Vater Jürgen Plagemann, der nach 20 Jahren im Amt nicht erneut kandidierte.[11][12][13]

Wappen

Wappen von Rosenkopf
Wappen von Rosenkopf
Blasonierung: „In Schwarz auf grünem Dreiberg ein silberner Pfahl, belegt mit drei roten Rosenblüten mit goldenem Butzen und grünen Kelchblättern, beseitet rechts von einem goldenen, rotbezungten und -bewehrten linksgewendeten Löwen, links von fünf silbernen Bollen 2:1:2.“
Wappenbegründung: Die „sprechenden“ Symbole Rosen und Berg greifen den Orts- bzw. den zugrundeliegenden Flurnamen auf. Der goldene Löwe verweist auf die frühere territoriale Zugehörigkeit des Dorfs zum Fürstentum Pfalz-Zweibrücken, während die silbernen Bollen daran erinnern, dass der Mutterort Wiesbach seit dem späten Mittelalter bis zur Vertauschung 1589 zur sickingischen Herrschaft Landstuhl gehörte; Rosenkopf selber war niemals sickingisch.

Das Wappen wurde im November 1982 durch die Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz verliehen.

Kulturdenkmäler

In Rosenkopf stehen vier Objekte unter Denkmalschutz. Das sind drei Quereinhäuser aus der Zeit von 1810 bis 1835 und ein im Ursprung barockes Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert, das allerdings um 1900 überformt wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur

Durch Rosenkopf führt die Landesstraße 465. Am nordwestlichen Ortsrand zweigt von ihr die Landesstraße 463 nach Bechhofen ab. Die Kreisstraße 67 bindet die Ortsmitte an. Über die nahegelegenen Auffahrten Waldmohr und Bruchmühlbach-Miesau der A 6 besteht Anschluss an den Fernverkehr.

Der Öffentliche Personennahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert. Der Nahverkehr war ab 2000 im Westpfalz-Verkehrsverbund (WVV) organisiert; seit Sommer 2006 ist er vollständig in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert. Die Linie 232 der Busgesellschaft Saar-Pfalz-Bus verbindet Rosenkopf werktags mit dem nächsten Bahnhof, Bruchmühlbach-Miesau an der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken, sowie mit dem Hauptbahnhof Zweibrücken an der Bahnstrecke Landau–Rohrbach und dem Hauptbahnhof Homburg (Saar) im Saarland. Entlang der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken existierte von 1892 bis 1959 der nahe Bahnhof Eichelscheid, der einigen Umlandgemeinden, darunter Rosenkopf, diente.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 2010, 10. Juli: Kurt Rücker, Kranbauer. Der am 5. August 1940 in Rosenkopf[14][15] geborene Kurt Rücker wurde für das große Engagement und die finanzielle Förderung der Infrastruktur seines Geburtsorts geehrt.[16]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • M. Wallner-Süs: Und doch wurde Rosenkopf aufgebaut! Selbstverlag, Rosenkopf 2025.[17]
Commons: Rosenkopf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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