Rothenfels

Gemeinde im Landkreis Main-Spessart in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Rothenfels ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld. Sie ist nach Einwohnern die kleinste Stadt Bayerns.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Rothenfels
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rothenfels hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 53′ N,  36′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Marktheidenfeld
Höhe: 154 m ü. NHN
Fläche: 12,07 km²
Einwohner: 947 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97851
Vorwahl: 09393
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 181
Stadtgliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 34
97851 Rothenfels
Website: rothenfels.de
Erster Bürgermeister: Michael Gram (Unabhängige Bürger/Freie Bürger/SPD)
Lage der Stadt Rothenfels im Landkreis Main-Spessart
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Rothenfels am Main von Nordosten

Geografie

Geografische Lage

Rothenfels liegt rechts des Mains zwischen Lohr am Main und Marktheidenfeld. Eingezwängt zwischen dem Fluss und einem Steilhang besteht die Stadt aus wenig mehr als einer Hauptstraße. Der topographisch höchste Punkt der Stadtgemarkung befindet sich mit 508 m ü. NHN am Dreßlingkopf, südlich von Aurora, der niedrigste liegt im Main auf 142 m ü. NHN. Seit 2006 wird der Maindamm, Teil der alten und stillgelegten Bahnstrecke Lohr–Wertheim, als Umgehungsstraße genutzt.

Oberhalb der Stadt befindet sich die Burg Rothenfels, an die sich der Gemeindeteil Bergrothenfels anschließt.

Gemeindegliederung

Es gibt zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bergrothenfels und Rothenfels.[4]

Nachbargemeinden

Gemeinde
Neustadt am Main
Fürstlich Löwensteinscher Park
(Gemeindefreies Gebiet)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Stadt
Marktheidenfeld
Gemeinde
Hafenlohr

Name

Etymologie

Der Name Rothenfels (älter auch „Rotenfels“) besteht aus den mittelhochdeutschen Wörtern rôt und velse und bedeutet roter Fels oder rote Felsen.[5]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[5]

  • 1171 Rotenuels
  • 1219 Rotenuelse
  • 1220 Rotenfels
  • 1241 Rotinvels
  • 1536 Rothenfels

Geschichte

Bis zur Gründung der Gemeinden

Der um 1148 im Schutz der Burg Rothenfels entstandene Ort wurde 1342 erstmals als Stadt in einer Urkunde des Mainzer Fürstbischofs von Wolfskehl erwähnt. Im Jahr 1317 hatte der Graf Ludwig von Rieneck († 1333) von Bischof Gottfried III. von Hohenlohe die Burg und den Zent Rothenfels erhalten.[6] Die Orte Rothenfels, Bergrothenfels und Windheim schlossen sich im Jahr 1686 zu einem Gemeindeverband zusammen.

Während der Säkularisation 1803 fiel das würzburgische Rothenfels mit dem größeren Teil des Amtes Rothenfels an das Fürstenhaus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, 1806 an das Fürstentum Aschaffenburg. 1813 kam Rothenfels an das Königreich Bayern. 1822 wurden Bergrothenfels und Windheim aus der Gemeinde ausgegliedert und erneut selbständig.

Nach Daten der Gesellschaft für Leprakunde existierte in Rothenfels ein mittelalterliches Leprosorium, das als „alter Siechhobel“ bezeichnet wurde. Es befand sich am Pfarrgarten, seine Gründung kann allerdings nicht genauer datiert werden.[7]

Verwaltungsgeschichte

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Lohr am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Rothenfels lag. 1871 kam Rothenfels jedoch anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter zum Bezirksamt Marktheidenfeld und kehrte am 1. Januar 1880 ins Bezirksamt Lohr zurück. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Rothenfels war nun eine der 26 Gemeinden im Landkreis Lohr am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Lohr am Main kam Rothenfels am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Bergrothenfels wieder eingegliedert.[8] Windheim gehört heute zur Gemeinde Hafenlohr.

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum 2011 bis 2020 stagnierte die Einwohnerzahl, konkret fiel sie um 8 Einwohner von 1.009 auf 1.001.[9]

Weitere Informationen Jahr/Datum, Einwohner ...
Jahr/Datum Einwohner
01.12.1840 1.557
01.12.1871 1.290
01.12.1900 1.137
16.06.1925 940
17.05.1939 955
13.09.1950 1.536
06.06.1961 1.157
27.05.1970 1.159
25.05.1987 1.011
31.12.2011 1.009
31.12.2020 1.001
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Religion

Rothenfels ist römisch-katholisch geprägt. Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt in der Kernstadt mit der Filiale St. Josef der Arbeiter im Stadtteil Bergrothenfels gehören zur Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius am Spessart im Pastoralen Raum Marktheidenfeld des Dekanats Main-Spessart im Bistum Würzburg.[10] Die protestantischen Christen des Ortes gehören zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Marktheidenfeld[11] im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Lohr am Main des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.[12]

Politik

Bürgermeister

Von 1996 bis 2014 war Rosemarie Richartz (Stadtrat 96) Bürgermeisterin von Rothenfels. Seit 2014 ist Michael Gram (Unabhängige Bürger/Freie Bürger/SPD) neuer Bürgermeister.[13] Er wurde am 15. März 2020 mit 93,4 % der Stimmen für weitere sechs Jahre bestätigt.

Stadtrat

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:

2002 2008 2014
Stadtrat 9677
Unabhängige Bürger/Freie Bürger/SPD  5512
Gesamt121212

Bei der Stadtratswahl am 15. März 2020 lag nur der Wahlvorschlag Freie Bürger vor, der 99,18 % der Stimmen und damit auch alle zwölf Mandate erhielt.[14]

Wappen

Wappen der Stadt Rothenfels
Wappen der Stadt Rothenfels
Blasonierung: „In Gold über silbernen Wellen drei rote Felsen, der mittlere überhöht von dem roten Großbuchstaben R“[15]

Bau- und Bodendenkmäler

  • Auf einem Felssporn über der Stadt erhebt sich die Burg Rothenfels. Als ein beliebtes Ausflugsziel zwischen Würzburg und Aschaffenburg bekannt, hat sich die Burg Rothenfels vor allem, aus der Tradition der katholischen JugendbewegungQuickborn“ kommend, als ein christliches Bildungs- und Tagungshaus in freier Trägerschaft einen Namen gemacht. Die Burg ist auch eine Jugendherberge des DJH.
  • Rathaus, erbaut 1598/99
  • In der Stadt findet man einige sehenswerte Fachwerkhäuser mit Statuen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Es gab am 30. Juni 2020 nach der amtlichen Statistik 83 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort und 418 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort. Es gab keine Betriebe im verarbeitenden Gewerbe oder im Bauhauptgewerbe, jedoch gab es 7 Beherbergungsbetriebe mit zehn oder mehr Gästebetten. Im Jahr 2020 bestanden zudem 8 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 194 ha (Stand 2016), davon waren 156 ha Dauergrünland.[16]

Bildung

Es gibt einen Kindergarten mit insgesamt 38 Kindergartenplätzen und 26 Kindern.[16]

Persönlichkeiten

In Rothenfels geboren

  • Johannes IV. Beck (1516–1562), Zisterzienserabt
  • Oswald Loschert (1704–1785), Prämonstratenserabt
  • Wilhelm Hepp (1764–1832), Orgelbauer
  • Franz Straub (1889–1977), Polizeibeamter und SS-Führer
  • Ludwig Lehner (1907–1997), Missionsarzt in der Mandschurei und Medizinaldirektor in Uffenheim

Ehrenbürger

  • Bruno Uhl (1895–1990), Kaufmann
  • Pfarrer Karl Mehling (1912–1985), Stadtpfarrer, Erbauer der Kirche in Bergrothenfels

Einzelnachweise

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