Royal Arctic Line

Reederei in Grönland From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Royal Arctic Line (RAL) ist eine 1992 gegründete Reederei in Grönland mit Sitz in Nuuk. Sie gehört der grönländischen Regierung und beschäftigt ca. 750 Mitarbeiter.

Schnelle Fakten
Royal Arctic Line A/S
Logo
Rechtsform A/S
Gründung 1992/93
Sitz Nuuk, Grönland
Leitung Niels Clemensen (CEO)
Inooraq Brandt (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl 735[1]
Umsatz 1,229 Mrd. DKK[1]
Branche Reederei
Website www.ral.gl
Stand: 2024
Schließen

Geschichte

Für die grönländische Frachtschifffahrt war in Kolonialzeiten Den Kongelige Grønlandske Handel (KGH) zuständig. Dabei blieb es auch nach der Dekolonisierung 1953. 1985/86 wurde das Unternehmen von der grönländischen Regierung übernommen und in KNI umbenannt. 1992 wurde gesetzlich beschlossen, KNI in kleinere Tochterunternehmen aufzuteilen, wodurch Pilersuisoq für den Einzelhandel in Dörfern, Pisiffik für den Einzelhandel in Städten und die Reederei Royal Arctic Line gegründet wurden, welche am 1. Januar 1993 ihren Betrieb aufnahmen.[2]

2006 wurde die Tochtergesellschaft Arctic Umiaq Line gegründet, die seither für den Personentransport in der grönländischen Küstenschifffahrt zuständig ist.[3]

Ab 1972 war Aalborg der dänische Basishafen für die grönländische Frachtschifffahrt. 2017 wurde beschlossen, in Zukunft den Hafen in Aarhus zu nutzen. Am 22. Juni 2022 verließ das letzte Schiff nach Grönland den Hafen in Aalborg.[4][5]

Betrieb

Das Staatsunternehmen hat das Monopol auf die grönländische Frachtschifffahrt, arbeitet aber mit der isländischen Reederei Eimskip zusammen. Mit ihren Schiffen betreibt sie einen Container-Liniendienst zwischen Grönland und Dänemark. Darüber hinaus verwaltet RAL 13 grönländische Häfen und steht für den Frachttransport innerhalb Grönlands.[6] Die Container werden üblicherweise von Aarhus aus nach Nuuk verschifft, von wo aus sie in die Küstenschiffe umgeladen werden und an die Städte und Dörfer verteilt. Für nördlich von Ilulissat bestimmte Fracht wird in Aasiaat ein zweites Mal umgeladen. Die Ostküste wird nicht über Nuuk, sondern von Reykjavík aus beliefert. Die Eisverhältnisse in Grönland stellen eine Herausforderung dar. Deswegen werden Uummannaq, Upernavik und Tasiilaq nur in den Sommer- und Herbstmonaten angefahren, und Qaanaaq und Ittoqqortoormiit werden nur zweimal jährlich angefahren, aber auch in der Diskobucht und in Südgrönland verhindert Eis regelmäßig Frachttransporte.[3]

Auch wenn die eigentlichen Transportpreise in ganz Grönland einheitlich sind, werden abgelegene und kleinere Zielhäfen meist durch Extragebühren für das Umladen benachteiligt. Die Preise für den Export aus Grönland sind bis zu zehnmal billiger als für den Import, um vor allem den Fischereiexport finanziell zu unterstützen.[3]

Flotte

Aktuelle Flotte

Weitere Informationen Schiff, IMO-Nummer ...
SchiffIMO-NummerTypBaujahrim DienstBild
Irena Arctica[7][8]9100255Containerschiff1994seit 1994
Ivalo Arctica[9]9618147Küstenmotorschiff2013seit 2016
Minik Arctica[10]9618159Küstenmotorschiff2013seit 2016
Malik Arctica[11]9618135Containerschiff2017seit 2017
Tukuma Arctica[12]9822865Containerschiff2020seit 2020
Nanoq Arctica[13]9618161Küstenmotorschiff2020seit 2020
Siuana Arctica[14]9854636Küstenmotorschiff2020seit 2020
Maleraq Arctica[15]9854648Küstenmotorschiff2021seit 2021
Arpaarti Arctica[16]9881419Küstenmotorschiff2022seit 2022
Tilioq Arctica[17]9881421Küstenmotorschiff2022seit 2022
Schließen

Ehemalige Schiffe

Weitere Informationen Schiff, IMO-Nummer ...
SchiffIMO-NummerTypBaujahrim DienstVerbleibBild
Kista Arctica (bis 1993: Nungu Ittuk)[18]7226263Containerschiff19721993–20042004 verkauft, 2009 verschrottet
Tinka Arctica (bis 1993: Nivi Ittuk)[19]7319228Containerschiff19731993–19961996 verkauft, Namensänderung zu Pico Castelo, 2002 verschrottet
Makka Arctica (bis 1993: Magnus Jensen)[20]7726744Containerschiff19781993–19951995 verkauft, Namensänderung zu Snow Bird, 2011 verschrottet
Malla Arctica (bis 1993: Johan Petersen)[21]7726756Containerschiff19791993–19951995 verkauft, Namensänderung zu Janet 1, später Jersey Express, 2005 verschrottet
Arina Arctica (bis 1993: Nuka Ittuk)[22]8131180Containerschiff19841993–20172017 verschrottet
Naja Arctica[23]9100229Containerschiff19941994–20202020 aufgelegt, 2021 verschrottet
Nuka Arctica[24]9100231Containerschiff19951995–20202020 aufgelegt, 2021 verschrottet
Mary Arctica[25]9311878Containerschiff20042005–20232023 verkauft, Namensänderung in Silver Mary, anschließend bis 2028 ausgeliehen
Johanna Kristina[26]5031717Küstenmotorschiff19601998–20182018 verschrottet
Hvalfisken[27]7346831Passagier-/Frachtschiff19731998–20012001 verkauft, in Nanoq umbenannt[28]
Anders Olsen[29]7621425Passagier-/Frachtschiff19761998–?Verbleib unbekannt
Pajuttaat[30]7724540Küstenmotorschiff19791998–2021Am 2. September 2017 in Saattut im Distrikt Uummannaq auf Grund gelaufen, der Schaden war so erheblich, dass das Schiff außer Dienst gestellt wurde, 2021 aufgelegt, 2022 in Frederikshavn verschrottet[31]
Anguteq Ittuk[32]8208749Küstenmotorschiff19831998–2022seit 2022 aufgelegt
Aqqaluk Ittuk[33]8208725Küstenmotorschiff19831998–2021seit 2021 aufgelegt
Angaju Ittuk[34]8208737Küstenmotorschiff19841998–2021seit 2021 aufgelegt
Aqipi Ittuk[35]8502286Küstentankschiff19861998–20062006 verkauft, Namensänderung in Haltbakk Bunker, noch aktiv
Schließen

Leitung

Quelle:[36]

Direktoren

  • 1992–1995: Jan Cilius Nielsen
  • 1995–2001: Karsten Stock Andresen
  • 2001–2015: Jens Andersen
  • 2015–2023: Verner Hammeken
  • seit 2023: Niels Clemensen

Aufsichtsratsvorsitzende

Commons: Royal Arctic Line – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI