Rudi Matheus
deutscher Fußballspieler
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Rudi Matheus (* 7. Juni 1935; † 18. November 2019 in Marl) war ein deutscher Fußballspieler. Als Defensivspieler hat Matheus bei seinem Heimatverein TSV Marl-Hüls von 1960 bis 1963 in der damals erstklassigen Fußball-Oberliga West 46 Ligaspiele absolviert.[2] Zuvor war er bereits von 1954/55 bis 1959/60 mit den „Blauen Funken“ in 132 Ligaspielen (2 Tore) in der 2. Liga West zum Einsatz gekommen und hatte auch in der Saison 1959/60 der Vizemeistermannschaft angehört, welche den Aufstieg in die Oberliga West erreichte.[3]
| Rudi Matheus | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Rudolf Matheus | |
| Geburtstag | 7. Juni 1935 | |
| Geburtsort | Deutsches Reich | |
| Sterbedatum | 18. November 2019 | |
| Sterbeort | Marl, Deutschland | |
| Position | Sturm | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1953–1963 | TSV Marl-Hüls | [1]46 (0) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1953 | DFB-Jugendauswahl „A“ | 2 (0) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Karriere
Vereine
Amateur und 2. Liga West, 1953 bis 1960
Matheus spielte im Alter von 18 Jahren für den TSV Marl-Hüls erstmals im Seniorenbereich in der seinerzeit drittklassigen Landesliga Westfalen. Mit seinem Verein – noch als VfB Hüls agierend – als Meister aus der Staffel 4 hervorgegangen, stieg er mit ihr in die 2. Oberliga West auf. Zuvor nahm er mit seiner Mannschaft an der Endrunde um die Westfalenmeisterschaft teil, in der sie sich souverän gegen die anderen vier Staffelsieger durchzusetzen vermochte. Damit nahm er mit seinem Verein als Vertreter des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen an der Endrunde um die Deutsche Amateurmeisterschaft teil. Das am 26. Juni 1954 in der Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn vor 15.000 Zuschauern gegen die Spvgg. 03 Neu-Isenburg als Vertreter des Hessischen Fußball-Verbandes ausgetragenen Finale wurde mit 6:1 gewonnen. Matheus lief dabei im damaligen WM-System als rechter Außenläufer auf und Mittelstürmer Schweinsberg erzielte drei Tore.
Die TSV-Formation im Endspiel lautete: Torhüter Heinz Korpjuhn; Verteidiger Heinz Sewina, Erwin Sottek; Läuferreihe Rudi Matheus, Willi Finn, Günter Berger; Angriff Bruno Gerick, Manfred Wollenberg, Gerd Schweinsberg, Kurt Zawiracz, Rudolf Pawlinka.[4]
In der 2. Liga West trat die Mannschaft aus dem nördlichen Ruhrgebiet jetzt als TSV Marl-Hüls an und alle Spieler der Endspielformation traten auch in der 2. Liga West an. Im Debütjahr konnte der Klassenerhalt in einem Teilnehmerfeld von 15 Mannschaften als 13. gehalten werden. Unter Trainer Hans Bornemann hatte Matheus 13 Ligaspiele an der Seite von Torhüter Heinz Korpjuhn und Angreifer Gerd Schweinsberg (14 Tore) bestritten und Willi Serschen und Josef Windhaus verstärkten den Spielerkader. In dieser Saison kam er auch im Wettbewerb um den DFB-Pokal zum Einsatz, doch das am 15. August 1954 beim 1. FC Nürnberg ausgetragene Vorrundenspiel wurde mit 0:2 verloren. Im Punktspielbetrieb folgten die Plätze Sechs, Fünf, Drei und Sieben. Knapp scheiterte Matheus in der Saison 1957/58 mit dem Verein aus dem Dunstkreis der „Auguste Victoria“ am Aufstieg in die Oberliga West. Unter Trainer Fritz Szepan scheiterte der TSV mit einem Punkt Rückstand auf dem 3. Rang, einen Punkt hinter Vizemeister Borussia Mönchengladbach. Matheus hatte an der Seite von Friedhelm Krämer (25/2), Günter Peters (28/1) 26 Ligaspiele in der Abwehr bestritten und im Angriff hatten Eugen Bühner (20 Treffer), Willi Serschen (17 Treffer) und der 36-jährige Gerd Schweinsberg (14 Treffer) für die Tore gesorgt.
Mit Einnahme des zweiten Platzes – punktgleich mit dem SV Sodingen – stieg er mit seiner Mannschaft in die seinerzeit höchste Spielklasse im deutschen Fußball auf. Matheus hatte in 17 Ligaspielen einen Treffer erzielt, im Tor hatte Manfred Gudasch den langjährigen Stammtorhüter Heinz Korpjuhn abgelöst und Neuzugang Theodor Schumacher hatte mit 19 Toren die interne Torschützenliste angeführt.
Oberliga West, 1960 bis 1963
Die Premierensaison 1960/61, in der er 19 von 30 Punktspielen bestritt, konnte in einem Teilnehmerfeld von 16 Mannschaften als 12. gehalten werden. Matheus war an der Seite der Neuzugänge Siegfried Burkhardt, Heinz van Haaren und Ewald Schöngen in 19 Ligaspielen im Einsatz gewesen. Herausragend war der 2:1-Auswärtserfolg am 23. April 1961 in der Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen gegen den FC Schalke 04. In der Folgesaison, in der Matheus erneut 19 Punktspiele bestritten hatte, konnte der Abstieg soeben noch mit dem 14. Rang abgewendet werden, obwohl mit Karl-Heinz Sell und Horst Wandolek gute Angreifer zur Mannschaft um Matheus gekommen waren.
Im letzten Jahr der alten erstklassigen Oberliga West 1962/63 gehörte Matheus unter dem neu verpflichteten Trainer Rudi Gutendorf mit acht Ligaeinsätzen nicht mehr der Stammbesetzung des TSV an. Mit 18:42 Punkten belegte Marl-Hüls den 16. und letzten Platz der Tabelle. Die 3:27 Auswärtspunkte waren nicht konkurrenzfähig, die 9:43 Auswärtstore auch nicht. Ob mit Spielern wie Torhüter Manfred Gudasch, Friedhelm Krämer, Günter Peters, Ewald Schöngen, Karl-Heinz Sell, Hans Sondermann, Christoph Walter, Horst Wandolek, Rudi Matheus und vor allem Heinz van Haaren tatsächlich nicht mehr zu erreichen war, das lässt sich nicht beantworten. Dass Trainer Gutendorf zur nächsten Runde, dem Startjahr in der Fußball-Bundesliga, aktiv werden konnte, das überraschte aber schon.
Die acht letzten Oberligaspiele von Rudi Matheus in der Saison 1962/63: 1) 14. Oktober 1962, A, Westfalia Herne, 0:1 N, RVT 2) 21. Oktober 1962, H, SW Essen, 2:1 S, RVT 3) 28. Oktober 1962, A, Alemannia Aachen, 1:2 N, RVT 4) 3. November 1962, H, 1. FC Köln, 1:3 N, RVT 5) 11. November 1962, H, Hamborn 07, 0:0 U, RVT 6) 18. November 1962, A, Borussia Mönchengladbach, 1:2 N, RVT 7) 2. Dezember 1962, A, Bayer Leverkusen, 2:3 N, RVT 8) 30. Dezember 1962, A, Viktoria Köln, 0:7 N, RVT
Bei der 0:7-Niederlage bei Viktoria Köln, der Mannschaft von Trainer Hennes Weisweiler und dem vierfachen Torschützen Carl-Heinz Rühl, war Marl-Hüls mit folgender Aufstellung angetreten: Gudasch; Matheus, Pilkewitz; Jekosch, van Haaren, Ptarzinski; Wandolek, Walter, Wölk, Sondermann, Sell.
Als Marl-Hüls ab der Saison 1963/64 in der zweitklassigen Fußball-Regionalliga West anzutreten hatte, gehörte die langjährige Defensivstütze nicht mehr dem TSV-Kader an.
Nationalmannschaft
Bei seinem Debüt als Nationalspieler kam er im ersten Länderspiel einer DFB-Jugendauswahl „A“ im erstmals ausgetragenen FIFA-Juniorenturnier in Belgien zum Einsatz. Die Vorrundenbegegnung mit der A-Jugendauswahl Argentiniens am 31. März 1953 in Lüttich wurde mit seinem Tor, das von Uwe Seeler und Klaus Stürmer mit 3:2 gewonnen. Sein zweites und zugleich letztes Länderspiel am 2. April 1953 wurde in Antwerpen mit 1:5 gegen die A-Jugendauswahl Spaniens in der Zwischenrunde deutlich verloren.
Im Trostrundenspiel am 4. April 1953 in Boom bei der 1:3-Niederlage gegen die A-Jugendauswahl Englands und im Spiel um Platz sieben ein Tag später in Reraix bei der 2:3-Niederlage gegen die A-Jugendauswahl Luxemburgs, wurde er nicht eingesetzt.[5]
Erfolge
Literatur
- Ralf Piorr (Hrsg.): Der Pott ist rund. Das Lexikon des Revier-Fußballs: Die Vereine. Klartext Verlag. Essen 2006. ISBN 3-89861-356-9. S. 163 bis 165.
- Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken (DSFS), Hrsg.: West-Chronik. Fußball in Westdeutschland. 1952 bis 1963. (2 Bände), Berlin 2012, 2013.
Ableben
Weblinks
- Rudi Matheus in der Datenbank von weltfussball.de
- Rudi Matheus in der Datenbank von transfermarkt.de