Rudolf Breslauer
deutsch-jüdischer Kameramann (1903-1945)
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Leben
Rudolf Breslauer flüchtete mit seiner Familie aus dem nationalsozialistischen Deutschen Reich in die Niederlande, wo er verhaftet wurde. Im Januar 1942 wurde er mit seiner Familie in das Durchgangslager Westerbork verschleppt. Dort fertigte er auf Veranlassung der SS erkennungsdienstliche Fotos von KZ-Häftlingen. Auf Geheiß des SS-Lagerkommandanten Albert Konrad Gemmeker drehte er Filmaufnahmen von Gefangenen im KZ-Sammellager.
Rudolf Breslauer, seine Frau, zwei Söhne und eine Tochter wurden später im Jahr 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurden seine Frau und seine Söhne in der Gaskammer ermordet. Rudolf Breslauer starb im Februar an einem unbekannten Ort in Mitteleuropa, seine Tochter überlebte den Holocaust.
Filmaufnahmen
Der Berliner Regisseur Harun Farocki montierte 2007 aus Breslauers 1944 gedrehtem Material einen 40-minütigen Film über Westerbork.
- KZ Westerbork (Film)
- Chanukka in Westerbork
- Zug nach Auschwitz
- Zuglaufschild
Gedenken

In Utrecht wurden vom Künstler Gunter Demnig Stolpersteine für die Familie Breslauer verlegt.
Literatur
- Nora Pester: Rudolf Werner Breslauer. In: Dies.: Jüdisches Leipzig. Menschen – Orte – Geschichte. Hentrich & Hentrich, Berlin u. a. 2023, ISBN 978-3-95565-562-4, S. 52.
Bibliographische Angaben
- Rudolf Breslauer (historische Aufnahmen, 1944), Harun Farocki (Regie, 2007): Aufschub. Essayfilm, Südkorea/Deutschland. 40 Min. (Der Sender 3sat 2011 zum Film.)
Weblinks
- Film Rudolf Breslauer (niederländische Sprache)

