Rudolf am Wege

deutscher Parteifunktionär (NSDAP) From Wikipedia, the free encyclopedia

Rudolf am Wege (* 28. Februar 1881 in Holthausen; † 29. März 1955 in Gevelsberg) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP) im Gau Westfalen-Süd.

Leben

Rudolf am Wege war ein Sohn des Landwirts Friedrich am Wege und wurde nach seiner Schulausbildung (Obersekundareife am Realgymnasium Hattingen) Justizanwärter und erhielt am 1. Juli 1906 eine planmäßige Anstellung als Justizsekretär. Als Justizinspektor war er bei verschiedenen Amtsgerichten im Ruhrgebiet tätig, zuletzt bis 1932 am Amtsgericht Hattingen. Er trat der NSDAP zum 28. Dezember 1928 bei (Mitgliedsnummer 26.969)[1] und wurde Ortsgruppenleiter. Zum 1. Mai 1932 wurde er bei einem jährlichen Ruhegehalt von 4569 Reichsmark in den dauernden Ruhestand versetzt, da er am 1. April 1931 das Amt des NSDAP-Kreisleiters Ennepe-Ruhr-Kreis angetreten hatte. Bereits am 20. Februar 1933 endete sein Dienstverhältnis, da er auf eigenen Wunsch der Gauleitung Westfalen-Süd zur besonderen Verwendung zugeteilt wurde und dort von April 1934 bis 1936 als Gauausbildungsleiter und ehrenamtlicher Gauinspektor fungierte.

1932 kandidierte er für den Preußischen Landtag und bei der Reichstagswahl Juli 1932. Zum 1. August 1933 wurde er hauptamtlicher Bürgermeister von Herdecke und war zugleich Amtsbürgermeister im Amt Milspe-Voerde. Diese Ämter hatte er bis zum 13. April 1945 inne.

Am 30. April 1945 wurde er im Kriegsgefangenenlager Rheinberg und später im Internierungslager Recklinghausen-Hillerheide bis zum 13. März 1946 interniert, als er wegen Krankheit vorzeitig entlassen wurde. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er am 11. Juni 1948 vom Hauptausschuss Ennepe-Ruhr in die Kategorie III b 1 (Minderbelastet) eingestuft. Dabei sollte er von einem Angestelltenverhältnis ausgeschlossen bleiben und sein Recht auf Pension verlieren. Gegen diese Entscheidung legte er Berufung ein mit dem Ergebnis, dass ihm der Berufungsausschuss Hagen sein Ruhegehalt als Amtsinspektor voll zuerkannte.

Zuletzt lebte am Wege von Fürsorgeunterstützung.

Literatur

Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 285f.(Digitalisat)

Einzelnachweise

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