Ruhrwahl 2020

Direktwahl des Ruhrparlaments am 13. September 2020 From Wikipedia, the free encyclopedia

Unter dem Namen Ruhrwahl 2020 fand am 13. September 2020 die erste Direktwahl des Ruhrparlaments, parallel zu den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2020, statt.[1]

Ruhrwahl 2020Ruhrwahl 2025 →
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29,4 %
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3,7 %
8,3 %

Ausgangslage

Bis 2020 wurde die Verbandsversammlung des RVR, das Ruhrparlament, aus Vertretern, welche auf fünf Jahre, durch die Stadträte beziehungsweise Kreistage des Ruhrgebiets, gewählt wurden, sowie die Oberbürgermeister und Landräte des Ruhrgebiets gebildet. Die Fraktionen im Ruhrparlament sollten dabei etwa proportional zu den Stadtrats- und Kreistagswahlergebnissen zusammengesetzt werden. 2014 kam es bei der Neuzusammensetzung aufgrund von Wahlbesonderheiten und Fehlern im Wahlrecht zu einem deutlichen Anstieg der Mandate (2009: 71 Mandate, 2014: 163 Mandate). Der SPD hätten nach dieser Rechnung eigentlich 67 Sitze zugestanden, da die Reserveliste jedoch nur 42 Namen beinhaltete, blieben 25 Sitze unbesetzt. Dadurch verlor die bisherige rot-grüne Koalition ihre Mehrheit.

Weitere Informationen Partei, vorläufige Sitzverteilung 2014 ...
Partei vorläufige Sitzverteilung 2014 endgültige Sitzverteilung 2014 (Wahlergebnis) tatsächliche Sitzverteilung 2014
SPD 34 67 42
CDU 26 51 51
Bündnis 90/Die Grünen 9 17 17
Die Linke 5 9 9
FDP 3 6 6
Piratenpartei 2 4 4
AfD 2 3 3
FWG 2 3 3
Sonstige 3 3
Gesamt 83 163 138
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Ursprünglich sollte dann eine übergroße Koalition aus CDU, SPD, Grünen und FDP gebildet werden. Da die FDP sich jedoch aus den Gesprächen zurückzog, bildeten CDU, SPD und Grüne eine Kenia-Koalition[2].

2015 kam es zu einer Änderung im RVR-Gesetz, in der festgelegt wurde, dass das Ruhrparlament ab 2020 direkt und parallel zu den Kommunalwahlen in NRW gewählt wird.[3]

Ergebnis

Sitzverteilung im Ruhrparlament 2020
      
Insgesamt 91 Sitze

Die SPD wurde bei der Wahl stärkste Kraft vor der CDU. Die Grünen wurden drittstärkste Kraft mit über 20 %. Die AfD landete deutlich dahinter, mit 7,1 % auf dem vierten Platz. Die Linke erzielte 4,1 % und lag damit knapp vor der FDP, welche 3,7 % erhielt.

Weitere Informationen kreisfreie Stadt bzw. Kreis, SPD ...
Ergebnis nach kreisfreien Städten und Kreisen
kreisfreie Stadt bzw. Kreis SPD CDU Grüne AfD Linke FDP Sonstige
Bochum 33,5 19,9 22,6 5,9 6,2 3,1 8,8
Bottrop 38,5 23,2 15,8 7,8 3,6 3,3 7,8
Dortmund 28,1 21,9 26,3 6,1 5,4 3,5 8,7
Duisburg 30,7 21,4 20,1 9,7 5,7 3,3 9,1
Essen 21,7 33,3 21,7 7,6 4,2 3,5 8,0
Gelsenkirchen 35,3 22,9 13,9 12,8 3,7 3,7 7,7
Hagen 25,8 27,7 16,9 9,6 3,4 4,4 12,2
Hamm 34,6 31,5 15,0 6,4 2,8 4,0 5,7
Herne 50,0 16,6 13,4 8,0 3,4 2,4 6,2
Mülheim an der Ruhr 21,2 27,2 25,9 7,4 4,9 3,5 10,0
Oberhausen 29,2 31,0 17,2 7,7 4,8 2,9 7,2
Ennepe-Ruhr-Kreis 28,9 26,1 22,5 5,4 3,6 4,7 8,9
Kreis Recklinghausen 28,5 32,6 17,3 6,9 3,3 3,3 8,0
Kreis Unna 31,4 26,9 21,3 5,6 3,1 3,9 7,9
Kreis Wesel 27,7 31,9 19,7 5,4 3,4 4,4 7,5
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[4]

Weitere Informationen In Betracht gezogene Koalitionen, Sitze ...
In Betracht gezogene Koalitionen Sitze
Sitze gesamt91
Absolute Mehrheit (ab 46 Sitzen)
            SPD, CDU56
            SPD, Grüne49
            CDU, Grüne47
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Für eine Mehrheit werden mindestens 46 Sitze benötigt. Nach der Wahl waren somit eine große Koalition aus SPD und CDU mit 56 Sitzen, eine rot-grüne Koalition aus SPD und Grünen mit 49 Sitzen und eine schwarz-grüne Koalition aus CDU und Grünen mit 47 Sitzen möglich. Bisher regierten meist SPD und Grüne miteinander. 2014 verlor diese Koalition zwar ihre Mehrheit, dennoch blieben SPD und Grüne in der „Ruhr-Regierung“, gemeinsam mit der CDU. Aufgrund von Differenzen zwischen SPD und CDU auf der einen und den Grünen auf der anderen Seite, welche durch das Scheitern des Regionalplans Ende 2019 ausgelöst wurden, gab der RuhrSPD-Vorsitzende Frank Baranowski Ende Oktober 2020 die Bildung einer großen Koalition mit CDU bekannt.[5] Am 10. November gaben SPD und CDU bekannt, dass sie sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt hätten.[6] Dieser Koalitionsvertrag wurden dann von den jeweiligen Parteigliederungen bestätigt, damit trat der Koalitionsvertrag in Kraft.

Siehe auch

Einzelnachweise

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