Ruine Eberstein
Burgruine in Deutschland
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Die Ruine Eberstein, auch Burg Tannenfels oder Burg Tannfölsch genannt, ist die Ruine einer Gipfelburg auf dem 669,4 m ü. NN hohen Gipfel des Tannenfels, einer Phonolithkuppe, nordöstlich des Ortsteils Brand, westlich Wickers, aber auf der Gemarkung des nördlich weiter entfernt liegenden Ortsteils Liebhards der Gemeinde Hilders im Landkreis Fulda in Hessen.
| Burg Eberstein | ||
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Reliefdaten und Umzeichnung der Burgruine | ||
| Alternativname(n) | Burg Tannenfels, Burg Tannfölsch | |
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Hilders-Brand-„Tannenfels“ | |
| Entstehungszeit | 1100 bis 1200 | |
| Burgentyp | Höhenburg, Gipfellage | |
| Erhaltungszustand | Mauerreste, Umwallung, Halsgraben | |
| Ständische Stellung | Adlige | |
| Bauweise | Stein | |
| Geographische Lage | 50° 33′ N, 9° 58′ O | |
| Höhenlage | 669,4 m ü. NHN | |
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Lage

Die Ruine der Burg Eberstein liegt am südlichen Ende eines Waldgebietes zwischen den Ortschaften Liebhards (nördlich), Rupsroth (nordwestlich), Oberrupsroth (westlich), Brand (südwestlich), Wickers (östlich) und Findlos (ostnordöstlich), nördlich der hier Südwest-Nordost vorbeiführenden B 458. Östlich des Tannenfels liegt das Naturschutzgebiet Wickerser Hüte. Von hier bestand eine gute Fernsicht Richtung Milseburg und Wasserkuppe.
Geschichte

Die im 12. Jahrhundert erbaute Burg, 1170 erstmals urkundlich,[1] soll die Stammburg der 1162[2] oder 1170[3] erstmals erwähnten Herren von Eberstein gewesen sein. Das uradlige Geschlecht der Ebersteiner stand meist im Dienst des Hochstifts Fulda oder des Bistums Würzburg.
Die Ebersteiner führten oft Fehden - selbst gegen die eigenen Landesherren, was dazu führte, dass der Bischof von Würzburg, Berthold II. von Sternberg, und der Fürstabt des Klosters Fulda, Bertho IV., auf einem Gerichtstag 1282 unter Billigung König Rudolfs die Zerstörung der Burg Eberstein anordneten, um „daz Hus zu Ebbirstein“ zu brechen. Würzburg und Fulda beschlossen im Tal unterhalb in Brand eine gemeinsame Burg zu bauen, die aber schon bald wieder verfiel, so 1326 überliefert.[4] Die von Eberstein gelangten in der Folge an das Amt Schackau und ließen die dortige Burg ausbauen.
1454 entstand der Name „Tannenfels“ aus „Tannenfölsch“, als die Wüstung den Herren von der Tann als Lehnsmannen von Fulda (fölsch=fuldisch) gehörte. 1557 war nur noch eine Schildmauer zu sehen.
1830 wurde die Ruine abgebrochen. Erhalten blieben Teile der Umfassungsmauer mit deutlich erkennbarem Eingang zur Burg, der Stumpf des Bergfrieds sowie kleinere Mauerzüge. Die Burg ist mit einem noch immer gut zu erkennenden Wallgraben umgeben.
Beschreibung
Da die Burg schon im 13. Jahrhundert zerstört wurde, sind keine Zeichnungen überliefert.
Nur aus vorliegenden Reliefdaten (Lidarmessungen) und den Ausgrabungen zwischen 1960 und 1977 lassen sich die Überreste beschreiben: Die Burg bestand vermutlich aus jeweils einer rechteckigen Hauptburg (im Südwesten) und einer Vorburg im Nordosten, die von einem gemeinsamen Wallgraben geschützt und durch einen Halsgraben getrennt waren. Nach Norden fehlt wohl wegen der Steilheit der Burggraben. Die Hauptburg hatte Ringmauermaße von 37 auf 24 Metern,[5] die Vorburg eine Fläche von etwa 34 auf 26 Metern. Nach Westen ist die Hauptburg noch mit einem zusätzlichen Wall gesichert gewesen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kümmerte sich der Familienverband von Eberstein e.V. darum die Reste des Burgstalles zu erhalten.
1977 fanden archäologische Grabungen und Instandsetzungen statt. Dabei konnten der Turmstumpf und Mauerreste gefunden werden; diese wurden zur Verdeutlichung im Bereich der Ringmauer wieder aufgemauert. Wohl in der nordöstlichen Ecke der Hauptburg stand der Palas, möglicherweise an der Südseite waren Gebäude an die Ringmauer angelehnt. Der Zugang zur Hauptburg verlief wohl über den Halsgraben und war am Zugang zur Hauptburg zwingerartig gesichert. Die Vorburg wurde wohl nicht untersucht. Um den Berg finden sich viele Terrassen; unklar ist, ob diese geologisch bedingt oder mit Landwirtschaft um die Burg im Hochmittelalter in Verbindung standen.
- Panorama des Burgstalls am Halsgraben im Süden
- Turmstumpf an der NW-Ecke der Hauptburg
- V.li.n.re.: Burggraben, Zugang zur Hauptburg, Halsgraben
- Die zweischalige Ringmauer (Nordostecke der Hauptburg)
- Eingemauerte Kaminsteine am ehemaligen Palasstandort
- Burggraben und vorgelagerter Wall im Westen der Hauptburg
Literatur
- Louis Ferdinand Freiherr von Eberstein: Urkundliche Geschichte des reichsritterlichen Geschlechtes Eberstein vom Eberstein auf der Rhön., Berlin 1889 (Online)
- Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen – 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage, Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6. S. 207–208;
- Rolf Müller (Hrsg.): Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0. S. 180 f.
Weblinks
- Thorsten Sonnemann: Eberstein bei Liebhardts in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts
- Burg Eberstein, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Ruine Eberstein. In: Rhoenline.de
- Burg Eberstein. In: Burgenwelt.org

