Rumfordstraße

Straße in München From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Rumfordstraße ist eine Innerortsstraße in den Stadtbezirken Altstadt-Lehel und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (Nr. 1 und 2) von München. Sie bildet seit der Stadtbezirksreform 1992 die Grenze zwischen den Stadtteilen Gärtnerplatzviertel und Altstadt-Lehel, während sie zuvor ganz zum ehemaligen Stadtbezirk Isarvorstadt-Deutsches Museum gehörte.

Schnelle Fakten Basisdaten, Nutzung ...
Rumfordstraße
Wappen
Straße in München
Rumfordstraße, aufgenommen von der Zwingerstraße/Klenzestraße Richtung Zweibrückenstraße
Basisdaten
Landeshauptstadt München
Stadtbezirk Altstadt-Lehel, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
Name erhalten vor 1837[1], bei Alois Huber: München im Jahre 1819. Theil I, Alois Huber. Heft 1–5, 1819, S. 16, werden Straßen erwähnt, "die jetzt unter dem Namen "Otto", "Sonnen", "Müller", und "Rumford Straße" bekannt sind", im Plan von Friedrich Reinhard und Anton Edler 1829 als „Rumforter Str,“ bezeichnet[2]
Anschluss­straßen Müllerstraße, Thierschstraße
Querstraßen Am Einlaß, Reichenbachstraße, Buttermelcherstraße, Zwingerstraße, Klenzestraße, Baaderstraße, Zweibrückenstraße
Plätze Reichenbachplatz, Isartorplatz
Nummern­system Orientierungsnummerierung
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr, Öffentlicher Personennahverkehr
Technische Daten
Straßenlänge ca. 600 m
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Verlauf

Die Straße liegt außerhalb der historischen zweiten Stadtmauer und beginnt in Fortsetzung Müllerstraße an der Einmündung der Straße Am Einlaß. Sie folgt in etwa dem Lauf zweier in den 1960er Jahren verschwundener Stadtbäche, nämlich dem 1968 aufgelassenen Lazarettbach und dem in den 1870er Jahren begradigten und 1967 aufgelassenen Katzenbach[3]. In ihrem Ostteil wurde sie von zwei weiteren aufgelassenen Stadtbächen, dem 1966 aufgelassenen Heiliggeistmühlbach und dem Kaiblmühlbach, gekreuzt, die sich kurz unterhalb zum Stadthammerschmiedbach vereinigten.[4] Sie verläuft generell in west-östlicher Richtung, weist aber am Reichenbachplatz und bei der Einmündung der Zwingerstraße und der Baaderstraße leichte Knicke auf. Am Isartorplatz geht sie in die Thierschstraße über.

Öffentlicher Personennahverkehr

Durch die Straße verkehren die Trambahnlinien 16 und 17 (Haltestelle am Reichenbachplatz). Um die Ecke liegt der S-Bahn-Halt Isartorplatz.

Geschichte

Die Straße liegt außerhalb der historischen zweiten Stadtmauer in einem ursprünglich als Heiliggeistanger bezeichneten Gebiet der Isar. Am Heiliggeistmühlbach stand (bei der heutigen Hausnummer 32) die Heiliggeistmühle[5]. Sie folgte der im Stadtplan von Franz Xaver Pusch (1779)[6] verzeichneten „Straß von Einlaß zum Isar Thor“. Das spätere Gärtnerplatzviertel wurde erst auf Initiative des Bankiers Simon von Eichthal und seines Sohns Karl von Eichthal im 19. Jahrhundert intensiver bebaut. Am Heiliggeistmühlbach stand (bei der heutigen Hausnummer 32) die Heiliggeistmühle[7]. Nach dem Plan von Pusch lag zwischen der genannten "Straß" und dem Heiliggeistmühlbach westlich der Heiliggeistmühle der "„Budermelcher Garten“ (Buttermelchergarten) mit seinem Wirtshaus. Nördlich der Straße lagen zum Glacis und zum Schanzgraben vor der Stadtmauer zwei Kräutlgärten und ein Baumgarten. Mit der durch Rumford veranlassten Entfestigung der Stadt sollte eine Ringstraße um München angelegt werden, die, bis dieser 1798 München verließ, erst in dem Teilbereich vom Isartor durch die heutigen Rumford- und Müllerstraße bis zum Sendlinger Tor fertiggestellt war.[8]

Namensgeber

Die Straße ist nach Sir Benjamin Thompson, seit 1792 Reichsgraf von Rumford (1753–1814), benannt, der als Physiker, Politiker und Militär zum bayerischen Kriegsminister aufstieg und u. a. den Englischen Garten schuf.

Gebäude unter Denkmalschutz

  • Nr. 1: Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliedert, mit Erker, 1889 von Ludwig Deiglmayr (Denkmalliste D-1-62-000-6004)
  • Nr. 2: Mietshaus, Neurenaissance, Rohbackstein mit Resten von Putzgliederung, 1887–88 von Zwisler und Baumeister; Gruppe mit Müllerstraße 1 (Denkmalliste D-1-62-000-6005), hier ursprünglich das Türkisch-Arabische Café[9]
  • Nr. 6: Mietshaus, Jugendstil, reich gegliedert, mit zwei Erkern, Balkongittern und Ornamentik, 1902–03 von den Gebrüdern Rank (Denkmalliste D-1-62-000-6006)
  • Nr. 8: Mietshaus, schlicht, mit Ecklisenen und Hausmadonna an der Ecke, 1861 von Joseph Seybold; vergleiche auch Ensemble Gärtnerplatzviertel (Denkmalliste D-1-62-000-6007)
  • Nr. 10: Mietshaus, Eckbau am Reichenbachplatz, 1875 von Ludwig Wimmer; vereinfacht (Denkmalliste D-1-62-000-6008)
  • Nr. 14: Mietshaus, in klassizistischer Tradition, 1875 von Johann Grimm (Denkmalliste D-1-62-000-6009)
  • Nr. 16: Mietshaus, in klassizistischer Tradition, 1875 von Johann Grimm (Denkmalliste D-1-62-000-6010)
  • Nr. 18: Mietshaus, in klassizistischer Tradition, mit reicher Gliederung und Stuckdekor, 1876 von Johann Schmid, Fassadenpreisträger 2005 (Denkmalliste D-1-62-000-6011)
  • Nr. 23: Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliedert, 1880 von Johann Thomas (Denkmalliste D-1-62-000-6012)
  • Nr. 25: Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliedert, mit zwei Erkern, 1877 von Johann Thomas (Denkmalliste D-1-62-000-6013)
  • Nr. 27: Mietshaus, deutsche Renaissance, mit zwei Erkern, 1880 von Josef Heilmeyer (Denkmalliste D-1-62-000-6014)
  • Nr. 28: Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliedert, 1876 wohl von Johann Dietz (Denkmalliste D-1-62-000-6015)
  • Nr. 29: Teil eines Doppelmietshauses, mit Nr. 31, in klassizistischer Tradition, 1884 von Johann Grübel (Denkmalliste D-1-62-000-6016)
  • Nr. 30: Mietshaus, Eckbau in klassizistischer Tradition, 1876 (Denkmalliste D-1-62-000-6017)
  • Nr. 34: Geschäftshaus, Neurenaissance, mit Risaliten, Rohbackstein und Naturstein, 1889–90 von Georg Meister (Denkmalliste D-1-62-000-6019) – ehemals graphische Kunstanstalt und Klischeefabrik Osiris[10], zuvor als Nr. 32a Orientalisches Café[11]
  • Nr. 36/38: Mietshaus, breite Doppelerkerfront in deutscher Renaissance, mit prächtigem Portal, bezeichnet 1895, von Max Albrecht (Denkmalliste D-1-62-000-6020)
  • Nr. 37: Mietshaus, Neurenaissance, mit Stuckdekor, 1876 von Johann Thomas (Denkmalliste D-1-62-000-6021)
  • Nr. 42: Mietshaus, Doppelerkerhaus in deutscher Renaissance, mit plastischem Dekor, 1898 von Rosa Barbist (Denkmalliste D-1-62-000-6023)
  • Nr. 43: Fassade eines Mietshauses, Neurenaissance, 1890 von Hans Hartl (Denkmalliste D-1-62-000-6024)
  • Nr. 46: Mietshaus, Neurenaissance in Rohbackstein und Sandstein, mit Erker, 1893 von Heinrich Hilgert (Denkmalliste D-1-62-000-6025)
  • Nr. 48: Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliedert in verschiedenfarbigem Backstein, mit Eisenbalkonen, 1892 von Heilmann und Littmann (Denkmalliste D-1-62-000-6026)

Ehemalige, nicht mehr gelistete Baudenkmäler

  • Nr. 31: Teil eines Doppelmietshauses, mit Nr. 29, in klassizistischer Tradition, 1882 von Josef Lutz (ehemals Denkmalliste D-1-62-000-6018)

Literatur

Einzelnachweise

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