Rusová

Ortsteil von Kryštofovy Hamry in Tschechien From Wikipedia, the free encyclopedia

Rusová (deutsch Reischdorf) ist ein Ortsteil von Kryštofovy Hamry (Christophhammer) in Tschechien.

Schnelle Fakten Basisdaten, Verkehr ...
Rusová
Rusová (Tschechien)
Rusová (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Chomutov
Gemeinde: Kryštofovy Hamry
Fläche: 952,4055[1] ha
Geographische Lage: 50° 27′ N, 13° 10′ O
Höhe: 770 m n.m.
Einwohner: 0 (2011[2])
Postleitzahl: 431 91
Verkehr
Straße: VejprtyKlášterec nad Ohří
Bahnanschluss: Chomutov–Vejprty
Schließen

Geographische Lage

Windkraftanlage in der Nähe des ehemaligen Standorts des Dorfs

Das 1974 abgerissene Dorf befand sich in Westböhmen am Kamm des mittleren Erzgebirges im Einzugsgebiet der Talsperre Preßnitz.

Geschichte

2012 abgerissene Ruine des Bahnhofsgebäudes
Barocksäule mit der Statue des Guten Hirtens am heutigen Standort in Hora svatého Šebestiána
Restauriertes Kriegerdenkmal in der Reischdorfer Flur
Kriegerdenkmal, Sockel

In einer Urkunde von 1367 wird der Ort erstmals als Reuzentorff erwähnt. Es befand sich an einer alten Handelsstraße von Prag über Saaz in Richtung Leipzig, die über den Preßnitzer Pass führte. Viele Einwohner waren früher Fuhrleute, die als Getreidehändler bis nach Südosteuropa kamen. Darüber hinaus wurde im Ort Spitzenklöppelei betrieben.

1872 erhielt Reischdorf einen Bahnhof an der Strecke Komotau–Weipert der Buschtěhrader Eisenbahngesellschaft (BEB). Das Projekt einer Verlängerung der Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt vom sächsischen Jöhstadt über Preßnitz (Přísečnice) bis Reischdorf scheiterte später aus finanziellen Gründen.

Nach 1945 wurde die deutsche Bevölkerung des Ortes fast vollständig vertrieben, eine Wiederbesiedlung mit Tschechen gelang nur teilweise. Die ehemaligen Einwohner von Reischdorf leben heute als Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland.

1948 erhielt Reischdorf den neuen tschechischen Namen Rusová. 1964[2] wurde Rusová nach Přísečnice eingemeindet. Im Zusammenhang mit dem Bau der Talsperre Preßnitz wurde Rusová Anfang der 1970er Jahre geräumt und bis 1974 abgerissen.

Eine von 1715 datierende Barocksäule mit der Statue des Guten Hirten – am 3. Mai 1958 in das Staatliche Verzeichnis der Kulturdenkmäler aufgenommen[3] – wurde abgebaut und in Hora Svatého Šebestiána wiedererrichtet.

Die Ruine des Bahnhofs wurde als letztes verbliebenes Gebäude 2012 abgerissen. Heute erinnern die gebüsch- und baumbestandene Wüstung und ein restauriertes Kriegerdenkmal an das Dorf.

In der Umgebung befinden sich heute mehrere Windparks.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
18431818in 225 Häusern, darunter eine protestantische Familie[4]
18692122
18802919
18903213
19003571deutsche Einwohner[5]
19102927
19212248
19302045[6]
19392082[6]
Schließen
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs[2]
Jahr1950196119701980
Einwohner3283042070

Töchter und Söhne des Ortes

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI