Ruth Schilling

Historikerin, Museumsdirektorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Ruth Schilling (* 1976) ist eine deutsche Historikerin und geschäftsführende Direktorin des Deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven sowie Professorin für Maritime Geschichte an der Universität Bremen.

Leben

Schilling studierte Geschichtswissenschaften und Gräzistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und wurde 2007 in Neuerer/Neuester Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit zu „Politische Ordnungsvorstellungen im Ritual — die Selbstdarstellung Venedigs und der Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck um 1600“ promoviert. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität und war wissenschaftliche Mitarbeiterin und Senior Researcher am Institut für Geschichte der Medizin an der Charité-Universitätsmedizin Berlin.[1]

Sie bewarb sich, nicht zuletzt wegen familiärer Verbindungen zu Bremerhaven,[2] erfolgreich auf die für 2014 neu eingerichtete Juniorprofessur „Kommunikation museumsbezogener Wissenschaftsgeschichte“ an der Universität Bremen, zugleich Leiterin der „wissenschaftlichen Ausstellungs- und Forschungskoordination“ am Deutschen Schifffahrtsmuseum/Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, Bremerhaven. 2019/2020 war sie Visiting Fellow in Trinity Hall (University of Cambridge), anschließend wurde ihre Juniorprofessur zur vollen Professur an der Universität Bremen aufgewertet.[3]

Im Januar 2022 wurde sie geschäftsführende Direktorin des Deutschen Schifffahrtsmuseums im Zuge von Turbulenzen um ihre Vorgängerin Sunhild Kleingärtner, die Sanierung des Ausstellungsgebäudes und eine ausstehende Evaluation des Museums.[4] 2024 konnte unter ihrer Leitung die Hälfte des Ausstellungsraums wieder eröffnet werden und wurde die Förderung des Museums bestätigt.[5][6] Seit 2024 ist ihre Professur an der Universität Bremen als W3-Professur für Maritime Geschichte ausgebaut.[7]

Sie war bis Ende 2025 Sprecherin des Northern Sea Maritime Museums' Network und ist Vertreterin im International Congress of Maritime Museums.[8]

Ruth Schilling hat einen Sohn.[9]

Veröffentlichungen

  • Zusammen mit Dennis Niewerth (Hg.), Medialitäten des Meeres, Bielefeld 2023.
  • Zusammen mit Marleen von Bargen (Hg.), Die ‚Bremer Kogge‘: Neue Fragen und museale Inszenierungen, Bielefeld 2023.
  • Karten-Reisen: Von Meereswissen und Welterfahrungen, zusammen mit Wolfgang Struck, Frederic Theis und Florian Tuechert, Wiesbaden 2021.
  • Von Flaschenpost bis Fischreklame. Die Wahrnehmung des Meeres im 19.–20. Jahrhundert, hrsg. in Zusammenarbeit mit Jens Ruppenthal und Martin Weiss, Köln/ Weimar/ Wien 2019.
  • Civic Medicine. Physician, Polity, and Pen in Early Modern Europe, hrsg. in Zusammenarbeit mit Annemarie Kinzelbach und Andrew Mendelsohn, London 2019.
  • Monarchische Herrschaftsformen in transkultureller Perspektive, hrsg. vom DFG-Netzwerk Vormoderne monarchische Herrschaftsformen, Berlin 2015.
  • Johann Friedrich Glaser. Scharfrichtersohn und Stadtphysikus in Suhl, Köln/ Weimar/ Wien 2015.
  • Praxiswelten. Zur Geschichte der Begegnung von Arzt und Patient, in Zusammenarbeit mit Isabel Atzl, Roland Helms und Stephanie Neuner, Ingolstadt 2013.
  • Stadtrepublik und Selbstbehauptung. Venedig, Bremen, Hamburg und Lübeck im 16.–17. Jahrhundert, Köln/ Weimar/ Wien 2012.
  • Säkularisierungen in der Frühen Neuzeit. Methodische Probleme und empirische Fallstudien in Zusammenarbeit mit Matthias Pohlig, Ute Lotz-Heumann, Vera Isaiasz, Heike Bock und Stefan Ehrenpreis, Berlin 2008.
  • Die Ankunft des Anderen. Repräsentationen sozialer und politischer Ordnungen in Empfangszeremonien, hrsg. in Zusammenarbeit mit Susann Baller, Michael Pesek und Ines Stolpe, Frankfurt a. M. 2008.

Einzelnachweise

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