Ruthenium(III)-chlorid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Ruthenium(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung des Rutheniums aus der Gruppe der Chloride, die normalerweise als Hydrat vorliegt.

Schnelle Fakten Kristallstruktur, Allgemeines ...
Kristallstruktur
Strukturformel von Ruthenium(III)-chlorid
_ Ru3+ 0 _ Cl
Allgemeines
Name Ruthenium(III)-chlorid
Andere Namen
  • Rutheniumtrichlorid
  • Rutheniumchlorid (mehrdeutig)
Verhältnisformel RuCl3
Kurzbeschreibung

dunkelbrauner oder schwarzer Feststoff mit stechendem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 61850
Wikidata Q303472
Eigenschaften
Molare Masse 207,43 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,11 g·cm−3 (20 °C)[2]

Schmelzpunkt

> 500 °C[2]

Löslichkeit
  • nahezu unlöslich in Wasser[2]
  • löslich in Säuren, Alkohol und Aceton[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[4]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302314411
P: 260273280301+312303+361+353305+351+338[4]
Toxikologische Daten

360 mg·kg−1 (LD50, Ratte, i.p., Anhydrat)[5]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Ruthenium(III)-chlorid kann durch Reaktion von Ruthenium mit Chlor und Kohlenstoffdioxid gewonnen werden.[6]

Eigenschaften

Ruthenium(III)-chlorid kommt in zwei verschiedenen Kristallstrukturen vor. Die schwarze diamagnetische α-Form liegt in einer Chrom(III)-chlorid-Struktur mit Ru–Ru-Bindungen der Länge 346 pm vor. Die dunkelbraune und metastabile β-Form kristallisiert in einer hexagonalen Kettenstruktur. Sie wandelt sich bei 450–600 °C irreversibel zur α-Form um.

Das Hydrat liegt in Form von schwarzblauen, stark glänzenden hygroskopischen Blättchen vor, dessen wässrige Lösung eine rote Farbe besitzt.[3]

Verwendung

Als die am häufigsten verwendete Rutheniumverbindung wird Ruthenium(III)-chlorid zur Herstellung von anderen Rutheniumverbindungen eingesetzt.

Ruthenium(III)-chlorid wirkt als Katalysator für die ringöffnende Metathese bei stark gespannten Cycloalkenen wie Norbornen. Bei nicht-cyclischen Systemen wirkt es dagegen nicht als Metathese-Katalysator, hier müssen kompliziertere Systeme wie die Grubbs-Katalysatoren eingesetzt werden.[7]

Einzelnachweise

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