S&T

österreichischer IT-Konzern From Wikipedia, the free encyclopedia

Die S&T AG (bis 2012 Quanmax AG) war ein Technologiekonzern mit Sitz in Linz. Die Quanmax AG ging 2008 aus der Gericom AG hervor. Nach der Verschmelzung mit der Wiener S&T System Integration & Technology Distribution AG im Jahr 2012 übernahm das Unternehmen deren Namen. Im Juni 2022 wurde die S&T AG in die Kontron AG umfirmiert[2] und fokussierte sich damit auf Technologien im Bereich des Internets der Dinge (IoT) und verkaufte einen Großteil des klassischen IT-Dienstleistungsgeschäfts.[3] Zum Zeitpunkt der Umfirmierung im Jahr 2022 war der Konzern mit Niederlassungen in mehr als 30 Ländern vertreten.[4] Die Aktien der Gesellschaft waren im TecDAX und SDAX an der Deutschen Börse gelistet.

Schnelle Fakten
S&T AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000A0E9W5
Gründung 2008
Auflösung 2022
Auflösungsgrund Umfirmierung in Kontron AG
Sitz Linz, Osterreich Österreich
Leitung
Mitarbeiterzahl rund 6.200 (2021)[1]
Umsatz ca. 1.342 Mio. Euro (2021)[1]
Branche IT-Dienstleistung und Embedded Computing
Website www.snt.at
Stand: 2021
Schließen

Geschichte

Ursprung als Gericom und Neuausrichtung (2008–2011)

Logo der Quanmax AG bis zur Umfirmierung im Dezember 2012

Das Unternehmen ging aus dem 1990 gegründeten Computerhersteller Gericom AG hervor. Nach erheblichen Umsatzeinbrüchen übernahm das taiwanische Unternehmen Quanmax Inc. im August 2008 die Mehrheit von 61,32 % der Aktien.[5] In der Folge wurde Gericom als Tochterkonzern in Quanmax AG umfirmiert. Zum damaligen Eigentümerkreis der Muttergesellschaft Quanmax Inc. gehörten unter anderem Quanta Computer, die damalige deutsche Kontron AG sowie die China Development Bank.[6]

Bereits kurz zuvor hatte Quanmax Inc. den Notebookhersteller Chiligreen Computer GmbH erworben, der 2009 vollständig in die Quanmax AG integriert wurde;[7] die Markennamen „Chiligreen“ und „Proworx“ blieben erhalten. Zudem wurden 2008 die Markenrechte an Maxdata erworben.[8] Unter der Leitung von Hannes Niederhauser (Aufsichtsratsvorsitzender) und Michael Jeske (Vorstandsvorsitzender) wandelte sich das Unternehmen von einem Handelsbetrieb zu einem Technologieanbieter mit eigener Produktentwicklung, was 2009 zur Vorstellung des ersten lüfterlosen Mini-PCs (Qute PC 1000) führte.[9] Seit Mitte 2010 war das Unternehmen im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet.[10] Ebenfalls 2010 übernahm die Quanmax das insolvente Onlinespiele-Unternehmen Funworld AG, im Januar 2011 wurde außerdem der Softwarehersteller CBC-X GmbH übernommen.

Fusion mit S&T und Expansion (2012–2016)

Ein entscheidender Wendepunkt war die im Jahr 2012 vollzogene Fusion mit dem IT-Systemhaus S&T System Integration & Technology Distribution AG aus Wien.[11][12] Dabei wurde die Wiener Gesellschaft auf die Linzer Quanmax AG verschmolzen. Nach Abschluss der Integration übernahm die Quanmax AG den etablierten Namen ihres Tochterunternehmens und firmierte fortan als S&T AG.[13][14] In den Folgejahren baute das Unternehmen seine Marktposition aus, unter anderem durch die Gründung der Maxdata GmbH (2014)[15] sowie den Einstieg in den Bereich Smart Energy durch die Beteiligung an der Networked Energy Services Corp. (NES) aus den Vereinigten Staaten und der Affair OOO aus Russland sowie dem Kauf der österreichischen Ubitronix system solutions GmbH.[16]

Im Jahr 2016 veräußerte S&T die Hardware-Marken Maxdata, Proworx und Chiligreen an die Omega Handelsgesellschaft. Zeitgleich erfolgte durch den Erwerb eines Kundensegments der Raiffeisen Informatik ein massiver Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts (Rechenzentrumsbetrieb und SAP-Consulting).[17][18] Im September 2016 wurde die Aktie der S&T AG in den TecDAX aufgenommen.[19]

Einstieg bei Kontron und Umfirmierung (2017–2022)

Ebenfalls 2016 stieg S&T beim deutschen Embedded-Computer-Hersteller Kontron ein, was maßgeblich durch eine Kapitalerhöhung des taiwanischen Auftragsfertigers Foxconn (mit knapp 30 % Beteiligung) finanziert wurde.[20] 2017 wurde die Kontron AG offiziell mit S&T verschmolzen und als Marke weitergeführt.[21] Mit der Übernahme des slowenischen 5G-Spezialisten Iskratel sowie des IT-Dienstleisters Citycomp im Jahr 2020 verstärkte das Unternehmen seine Ausrichtung auf das Internet der Dinge und erweiterte den flächendeckenden IT-Service in Deutschland.[22][23] Am 1. Juni 2022 erfolgte die Umfirmierung der S&T AG in Kontron AG. Diese Namensänderung markierte den Abschluss der strategischen Transformation hin zu einem spezialisierten IoT-Anbieter.[24] Im Zuge dieser Neuausrichtung wurde im September 2022 ein Großteil des klassischen IT-Servicegeschäfts an Vinci verkauft und unter der Marke Axians weitergeführt.[25]

Geschäftstätigkeit

S&T war mit seinen Geschäftsbereichen „IoT Solutions Europe“ und „IoT Solutions America“ ein international führender Anbieter von Hard- und Software-Produkten und innovativen Dienstleistungen im Umfeld von Industrie 4.0- bzw. Internet of Things- (IoT) sowie Embedded und Edge Computing Technologien (ECT). Darüber hinaus war die S&T AG ein renommierter Anbieter von IT-Services.[26]

Zu den drei Geschäftsbereiche der S&T-Gruppe gehörten:

IoT Solutions Europe
Dieses Segment konzentrierte sich auf die Entwicklung sicherer und vernetzter Lösungen durch ein kombiniertes Portfolio aus Hardware, Middleware und Services in den Bereichen Internet der Dinge (IoT) und Industrie 4.0. Das Segment war auf die Märkte in Europa und Teilen Asiens, insbesondere China, ausgerichtet.
IoT Solutions America
Dieses Segment beinhaltete die Geschäftstätigkeit des ehemaligen Segments „Embedded Systems“ und wurde Anfang 2019 aufgrund des adaptierten Produktportfolios und des stetig wachsenden Software-Anteils in „IoT Solutions America“ umbenannt.
IT Services
In diesem Segment waren sämtliche Aktivitäten des IT-Dienstleistungsgeschäfts der DACH-Region sowie Zentral- und Osteuropa gebündelt. Über das Segment „IT Services“ bot das Unternehmen korrespondierend dem Plan-, Build-, Run-Prinzip ein breites Leistungsspektrum in den Bereichen IT-Consulting, Outsourcing und Integration an.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI