S&T System Integration & Technology Distribution

ehemaliger österreichischer IT-Konzern From Wikipedia, the free encyclopedia

S&T System Integration & Technology Distribution AG war ein börsennotiertes österreichisches IT-Unternehmen mit Sitz in Wien. Es wurde 1993 gegründet und war von 2003 bis 2012 an der Wiener Börse gelistet (zuvor ab 1998 an der EASDAQ). Im Dezember 2012 erfolgte die Verschmelzung auf die Quanmax AG, die daraufhin den Namen ihres Tochterunternehmens übernahm und als S&T AG (seit Juni 2022 Kontron AG) firmierte.

Schnelle Fakten
S&T System Integration & Technology Distribution AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000905351
Gründung 1993
Auflösung 12. Dezember 2012
Auflösungsgrund Fusion mit Quanmax AG
Sitz Wien, Österreich
Leitung
Mitarbeiterzahl ca. 1.600 (2010)[1]
Umsatz rund 351 Mio. Euro (2010)
Branche IT-Dienstleistung
Website www.snt-world.com
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Geschichte

Gründungsjahre und Börsengang (1993–1999)

Das Unternehmen wurde 1993 mit Niederlassungen in der Slowakei und Bulgarien gegründet. In den folgenden Jahren kamen Standorte in Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien hinzu. S&T war in dieser Phase als Distributor für Hewlett-Packard auf den Vertrieb von IT-Hardware und -Software spezialisiert.

Im Jahr 1998 erfolgte der Börsengang an der EASDAQ (später NASDAQ Europe). 1999 weitete das Unternehmen seine Tätigkeit durch den Kauf von Hermes Plus auf Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien aus. In Slowenien wurde zudem das Unternehmen ICOS übernommen. Ebenfalls ab 1999 vertrieb S&T medizinische Produkte von Philips in Bulgarien, Tschechien, Rumänien und der Slowakei.

Expansion und Fokus auf Dienstleistungen (2000–2009)

Ab dem Jahr 2000 verlagerte S&T den Schwerpunkt auf IT-Beratung und Dienstleistungen. Das Unternehmen wuchs in dieser Zeit durch mehrere Übernahmen in Mittel- und Osteuropa. Im Jahr 2000 wurde durch den Erwerb von Largo Systems eine Niederlassung in Polen eröffnet. 2001 folgten die Unternehmen Aster (Slowenien), INNET (Ungarn), Neos Computer (Tschechien) und Netway Computer Systems (Rumänien). 2002 wurde das Geschäft auf Montenegro ausgeweitet.

Im Jahr 2003 übernahm S&T die Unternehmen Epsilon (Kroatien) und Atlantis (Slowenien) sowie Niederlassungen von Fujitsu Services in sechs Ländern. Im selben Jahr wechselte das Unternehmen von der EASDAQ an die Wiener Börse. 2004 kaufte S&T die slowenische ITS Intertrade Sistemi d.o.o. Im Jahr 2006 folgten die Übernahmen von Unitis in Ungarn, der Grall-Gruppe in Tschechien sowie BEELC in Polen. Das Unternehmen war damit in insgesamt 14 Ländern direkt vertreten.

Krise und Fusion (2010–2012)

2010 geriet S&T in finanzielle Schwierigkeiten und musste im März des folgenden Jahres einen Insolvenzantrag stellen. Bei der Suche nach einem neuen Investor gelangte die Gesellschaft an die Quanmax AG sowie an die auf Insolvenzen spezialisierte Grosso Holding GmbH, die sich mit je rund 40 % beteiligten.[2] Am 10. September 2012 wurde bekanntgegeben, dass die S&T System Integration & Technology Distribution AG und die Quanmax AG fusionieren werden.[3][4] Die Fusion wurde am 12. Dezember 2012 abgeschlossen. Dabei ist die S&T System Integration & Technology Distribution AG auf die Quanmax AG verschmolzen worden, die sich daraufhin in S&T AG umbenannte.[5]

Geschäftsfelder und Märkte

Das Kerngeschäft umfasste die Beratung, Entwicklung, Implementierung und den Betrieb kundenspezifischer IT-Lösungen. Das Unternehmen bediente vorwiegend Großkunden und mittelständische Unternehmen in den Sektoren Fertigung, Handel, Telekommunikation, öffentliche Verwaltung sowie Finanz- und Energiewirtschaft.

Zuletzt war das Unternehmen in 14 Ländern mit eigenen Niederlassungen vertreten, darunter Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, Ungarn und Österreich sowie mit Minderheitsbeteiligungen in Ukraine, Russland, China und Moldawien.

Partnerschaften

Als Systemintegrator unterhielt S&T enge Partnerschaften zu führenden Technologieanbietern, unter anderem mit Oracle, Microsoft, Nutanix, Hewlett-Packard, IBM, SAP, EMC, Cisco und Infor.

Einzelnachweise

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