S-Bahn Steiermark
Nahverkehrsprojekt
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Die S-Bahn Steiermark[1] (anfangs auch „S-Bahn Graz“ genannt) ist ein Nahverkehrsprojekt, das den Großraum Graz und den Zentralraum Obersteiermark mit dem Rest der Steiermark verbindet. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Inbetriebnahme erster Linien erfolgte am 9. Dezember 2007. Durch die Attraktivierung des Schienennahverkehrs konnten die Fahrgastzahlen deutlich gesteigert werden, was dem Ziel entspricht, dem vermehrten motorisierten Individualverkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln entgegenzuwirken.
| Staat | Österreich |
| Stadt | Graz |
| Verkehrs- / Tarifverbund |
Verbund Linie |
| Linien | 11 |
| Stationen | 112 |
| kleinste Taktfolge | 15 min |
| Fahrzeuge | ÖBB 4024, ÖBB 5022, StB 4062, StB 5062, StB 5047, StB 4481, GKB 5063, GKB DoSto, ÖBB CityShuttle-Wendezüge, ÖBB 4744 |
| Betreiber | ÖBB, StB, GKB |
Linien
Die S-Bahn-Hauptlinien sind mit einer einstelligen Liniennummer versehen, davon abzweigende Nebenlinien mit zweistelliger Nummer.
| Linie | Linienverlauf | Strecken | Betriebsführung | Inbetriebnahme | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Mürzzuschlag – 60' – Bruck an der Mur – 60' – Frohnleiten – 30' – Graz – 30' – Leibnitz (– Spielfeld-Straß) | Südbahn | ÖBB | 9. Dez. 2007 | ||
| Peggau-Deutschfeistritz – Deutschfeistritz – Übelbach | Peggau–Übelbach | StB | 3 zusätzliche Zugpaare Mo–Fr als REX11 zwischen Graz und Übelbach | ||
| Graz – Gleisdorf – Feldbach – Fehring | Steirische Ostbahn | ÖBB | 12. Dez. 2010 | ||
| (Graz –) Gleisdorf – Weiz | (Steirische Ostbahn) Gleisdorf–Weiz |
StB | |||
| Spielfeld-Straß – Bad Radkersburg | Radkersburger Bahn | ÖBB | 9. Dez. 2007 | ||
| Graz – Werndorf – Wettmannstätten – Weststeiermark – Deutschlandsberg Stadt – Wies-Eibiswald | Koralmbahn Wieserbahn |
GKB | 12. Dez. 2010 | 60' täglich 30' Mo–Fr, vormittags Taktlücken | |
| Graz – Lieboch – Wettmannstätten (– Deutschlandsberg Stadt) | Köflacherbahn Wieserbahn |
9. Dez. 2007 (bis 11. Dez. 2010 „S6“) | |||
| Graz – Lieboch – Köflach | Köflacherbahn | 9. Dez. 2007 | Mo–Fr zur HVZ zusätzliche Züge als REX7 Graz – Köflach | ||
| (Kapfenberg –) Bruck an der Mur – Leoben – Judenburg (– Unzmarkt) | Rudolfsbahn Bruck an der Mur–Leoben |
ÖBB | 11. Dez. 2016 | 60' täglich Bruck – Judenburg, einzelne Züge bis Unzmarkt zusätzlich Mo–Fr 60' Kapfenberg – Bruck – Leoben |
Fahrzeuge
Für den Betrieb werden derzeit Fahrzeuge der Typen ÖBB 5022, ÖBB 4024, ÖBB 4744, CityShuttle-Wendezüge, StB 4062, StB 4481, StB 5062, StB 643, GKB DoStos und GKB 5063 eingesetzt.
Ehemalige Fahrzeuge

Obwohl die S-Bahn Steiermark ein relativ junges S-Bahn-System ist, kam es seit Start der S-Bahn bereits zu zahlreichen Fahrzeugausmusterungen, meist aufgrund der Anschaffung von Neufahrzeugen.
- Auf den Linien
,
,
,
, und
sowie auf der RegioBahn Linie
(heute
) waren in den ersten Jahren der S-Bahn in den Sommermonaten noch Schlierenwagen anzutreffen. Diese wurden eingesetzt, da sie über zusätzlichen Platz für Fahrräder verfügten. Sie standen bis zum Umbau einiger CityShuttle-Wagen zu den bekannten RegioBike-Wagen, mit Fahrradabteil, im Einsatz.
- Auf den Linien
und
setzte die GKB bis 2013 die in den 1980er Jahren gebauten Triebwagen der Reihe 5070 ein. Sie wurden durch Stadler GTW (Baureihe 5063) ersetzt.
- Auf der Linie
fuhr bis 2009 der StB-Triebwagen ET14 (damals StLB), der von der SZU übernommen wurde und dort bis 1996 mit der Nummer BDe 4/4 91 auf der Zürcher S-Bahnlinie S4 eingesetzt wurde. Er wurde in Folge eines Motorschadens abgestellt und verkauft.
- Auf der
fuhren bis Ostern 2014 im Schülerverkehr ehemalige Schweizer Leichtstahlwagen. Sie wurden durch von den ÖBB angekaufte CityShuttle-Wagen ersetzt.
- Ebenfalls auf der
verkehrten bis 2025 Dieseltriebwagen der Reihe 5047, baugleich mit denen der ÖBB. Zuletzt verkehrten die Garnituren ausschließlich in der Hauptverkehrszeit, im Jänner 2025 wurden diese an den Verein Neu Landesbahn verkauft.[2]
Geschichte
Der Errichtung der Kernlinien der S-Bahn Steiermark erfolgte in mehreren Phasen. Seit der Umsetzung des Grundnetzes 2007 und 2010 erfolgten Erweiterungen streckenmäßig, infrastrukturelle Verbesserungen und damit einhergehende Taktverdichtungen. Die Elektrifizierungen der dieselbetriebenen Strecken des S-Bahn-Netzes sind Stand 2025 noch im Gange.
Errichtung Phase 1
Mit diesem Schritt (2007/08) wurde eine Attraktivierung des Schienenverkehrs durch Fahrplanverdichtungen in der Frühspitze (in Richtung Zentrum) und im Abendverkehr (in die Regionen) erwirkt. Seit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 verkehren die Linien
,
,
,
,
und
bereits großteils getaktet. Die Linien
und
waren ebenso ab diesem Zeitpunkt mit einem verdichteten Fahrplan in Betrieb, jedoch noch nicht als S-Bahn-Linien, sondern als R530 und R531 und nicht vertaktet.

Der neu errichtete Bahnhof Graz Don Bosco ist ein wichtiger Umsteigepunkt für aus Süden (Südbahn) und Osten (Ostbahn) kommende Zugpassagiere in der Stadt Graz, da hier einige Buslinien direkt unter dem Bahnhof halten und so eine Entlastung des Hauptbahnhofs und rascheren Transport ins Stadtzentrum ermöglichen.

in Graz HauptbahnhofErrichtung Phase 2
Seit Juni 2010 verkehren auf der
zwischen Graz und Bruck/Mur sowie zwischen Graz und Spielfeld-Straß zusätzliche Züge im Halbstundentakt. Stündlich verkehren S-Bahnen, zu Hauptverkehrszeiten im Halb-Stunden-Takt oder nach Bedarf im 15-Minuten-Takt. Überdies verdichten Regionalexpresszüge dieses Angebot.
Seit 12. Dezember 2010 verkehrt die
von Graz nach Wies-Eibiswald über die Südbahn und Koralmbahn statt wie bisher über Lieboch. Damit wurde das erste Teilstück der Koralmbahn in Betrieb genommen, die neue Haltestelle Hengsberg bedient und die Fahrzeit auf der Verbindung Graz–Deutschlandsberg von derzeit 55 auf 40 Minuten verkürzt. Die Stammstrecke über Lieboch wird mit der neuen Linie
bedient.[3]
Ebenfalls 2010 wurde nach Abschluss der Errichtung von Ausweichen und neuen Verkehrsstationen der S-Bahn Betrieb auf der steirischen Ostbahn als
zwischen Graz und Fehring aufgenommen. Züge der Strecke Gleisdorf – Weiz werden seitdem als
geführt.
Erweiterung Obersteiermark
Im Oktober 2015 wurde ein Ausbauplan für die Erschließung des obersteirischen Raums präsentiert, welcher eine
von Unzmarkt bis Bruck an der Mur und eine
von Bruck an der Mur bis Mürzzuschlag ab Fahrplanwechsel 2016/17 vorsah und schließlich umgesetzt wurde.[4]
Erweiterung S31 in den Norden von Weiz
Die
wurde bis September 2017 durch das Weizer Stadtzentrum bis zum im Norden der Stadt gelegenen Schulzentrum verlängert und zwei neue Haltestellen errichtet. Am 10. September 2018 wurde der Zugverkehr zu diesen Haltestellen, Weiz Zentrum und Weiz Nord, aufgenommen.[5][6][7]
Umbau Bahnhof Frohnleiten
Mit der Fertigstellung des Bahnhofs in Frohnleiten, welcher von 2 auf 3 Bahnsteiggleise erweitert wurde, wurden die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen, den Verkehr auf der
zwischen Graz und Frohnleiten zu verdichten, da der südliche Abschnitt auf dieser S-Bahnlinie stärker genutzt ist als der nördliche.[8]
Elektrifizierung S6 nach Wies-Eibiswald
Ursprünglich sollten bis Dezember 2025 sowohl die Köflacherbahn als auch die Wieserbahn elektrifiziert werden, damit die Elektrifizierung gleichzeitig mit Inbetriebnahme der Koralmbahn abgeschlossen ist.[9][10][11]
Entgegen den kommunizierten Plänen wurde zwischen 2022 und 2025 nur die von der
befahrenen Strecke Wettmannstätten – Groß St. Florian – Deutschlandsberg – Wies-Eibiswald elektrifiziert und am 4. August 2025 der elektrische Betrieb mit Elektrolokomotiven und Doppelstockwagen, welche ehemals für die DB AG verkehrten, aufgenommen.
Eröffnung Koralmbahn 2025
Anpassungen S6, S61, S7
Seit 14. Dezember 2025 werden die Linien
und
über den neuen Bahnhof Weststeiermark geführt und bieten dort Anschluss an die Fernverkehrszüge der ÖBB und DB. Die Linie
verkehrt im 30-Minuten-Takt zwischen Graz und Wies-Eibiswald mit Taktlücken im Vormittag. Die Linie
wird auf den Abschnitt Graz – Lieboch – Wettmannstätten verkürzt, wobei zur HVZ einzelne Züge bis Deutschlandsberg Stadt geführt werden.
Die Haltestelle Gaisfeld in der Gemeinde Krottendorf-Gaisfeld wird aufgelassen und ab 14. Dezember 2025 nicht mehr von den Zügen der
bedient.[12] Auf der Verbindung zwischen Graz und Köflach gibt es ab 14. Dezember 2025 zur HVZ eine beschleunigte Linie REX7, welche zusätzlich zur stündlichen
verkehrt, aber nicht in den Stationen Schadendorf, Köppling und Krems hält.
Zusammenlegung S1, S5, S9
Seit 14. Dezember 2025 werden die von den Linien
und
bedienten Strecken von der verlängerten Linie
Mürzzuschlag – Bruck/Mur – Graz – Leibnitz – Spielfeld-Straß bedient. Der Abschnitt Leibnitz – Spielfeld-Straß wird allerdings nur zu Hauptverkehrszeiten und in Tagesrandlagen bedient.
Projekte in Umsetzung
Elektrifizierung GKB-Netz 2. Phase und S71 Graz – Seiersberg (2033)
Das restliche GKB-Netz sollte schrittweise bis 2028 elektrifiziert werden. Stand 2025 ist die Fertigstellung der Elektrifizierung der restlichen Strecken sowie die Ausbaunahmen im Abschnitt Graz – Seiersberg erst im Jahre 2033 geplant.[13] Im Zuge der Elektrifizierung und Ausbaumaßnahmen der GKB ist auch die Einrichtung einer neuen Linie S71 vom Grazer Hauptbahnhof zum neu zu errichtenden Nahverkehrsknoten Seiersberg geplant.[14][15]
Weitere Ausbaupläne
Citytunnel Graz

Am 7. November 2022 präsentierte die Grazer Vizebürgermeisterin Judith Schwentner Pläne zum möglichen Ausbau des Bahnnetzes im Steirischen Zentralraum in und um die Landeshauptstadt Graz. Aus einer von Willi Hüsler durchgeführten Studie ging die Errichtung eines ca. 5,5 km langen Eisenbahntunnels durch die Grazer Innenstadt sowie oberirdischer Neubau- und Zulaufstrecken als geeignetste Lösung hervor.[16]
Der Tunnel soll vor dem Hauptbahnhof abtauchen und über die drei Tiefbahnhöfe Graz Hauptbahnhof, Graz Zentrum und Graz Messe am Grazer Ostbahnhof wieder in das Bestandsnetz münden. Die Studie geht von der Errichtung der geplanten Verbindungsstrecke zwischen Koralmbahn und Steirischer Ostbahn aus und sieht deren Einbindung in das S-Bahnnetz vor, weiters ist die Errichtung einer Neubaustrecke nach Fernitz geplant. Inklusive der zwei geplanten neuen Stationen im Innenstadttunnel sieht der Plan die Errichtung von 13 neuen Bahnhöfen und Haltestellen im Grazer Stadtgebiet sowie weiterer Stationen im Umland von Graz vor.[17]

