SC 1000

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Die SC 1000 (Sprengbombe Cylindrisch 1000) war eine Sprengbombe der deutschen Luftwaffe, die im Zweiten Weltkrieg hergestellt und eingesetzt wurde.

Schnelle Fakten Allgemeine Angaben, Technische Daten ...
SC 1000


SC 1000 ohne Heckteil

Allgemeine Angaben
Bezeichnung: SC 1000
Typ: Fliegerbombe
Herkunftsland: Deutsches Reich NS Deutsches Reich
Indienststellung: 1940
Einsatzzeit: 1940–1945
Technische Daten
Gefechtsgewicht: 1.002–1.090 kg
Länge: 2,527–2,781 m
Durchmesser: 648–660 mm
Spannweite: 610–643 mm
Ausstattung
Gefechtskopf: 530–620 kg Sprengstoff
Zünder: Aufschlagzünder, Verzögerungszünder
Waffenplattformen: Erdkampfflugzeuge, Bomber
Liste von Bomben nach Herkunftsnation
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Entwicklung

Die SC 1000 entstand im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht. Entworfen wurde sie vom Technischen Amt, Abteilung 7 des Reichsluftfahrtministerium (RLM). Die Bombe wurde für die Bekämpfung von Gebäudestrukturen und Schiffen konzipiert. Die ersten Bomben wurden vermutlich Anfang 1940 an die Luftwaffe geliefert.[1][2][3]

Technik

Bei der Luftwaffe wurde die SC 1000 zu den Großladungsbomben gezählt und als Minenbombe klassifiziert. Im englischen Sprachgebrauch werden solche Bomben als „Demolition Bomb“ und „High-Capacity Bomb“ bezeichnet. Der Aufbau der SC 1000 war auf eine größtmögliche Sprengwirkung sowie auf das Erzeugen einer starken Detonationswelle ausgelegt.[1][4]

Der dünnwandige Bombenkörper hatte eine zylindrische, längliche Rumpfform, mit einem kreisrunden Querschnitt und einer ogiven Spitze. Die Länge des Bombenkörpers betrug 1,742 bis 1,905 m. Zum Bombenheck hin verjüngte sich der Rumpfdurchmesser konisch. Der Bombenkörper aus Gussstahl war entweder aus einem Stück gefertigt (SC 1000C und SC 1000L) oder wurde aus zwei Stücken zusammengeschweißt (SC 1000L₂). Die Wanddicke betrug 10 mm und vergrößerte sich zur Bombenspitze hin. Die Bombenspitze war aus gehärtetem Stahl gefertigt. An der Bombenspitze war ein Kopfring angebracht, um ein Wegrutschen auf der Erd- oder Wasseroberfläche zu verhindern. Am Bombenkörper-Heck war ein kreisrundes Bodenstück aus einer Magnesiumlegierung eingesetzt. Das langgezogenen Bombenheck bestand aus Leichtmetall und war mit 16 Rundkopfschrauben am Bombenkörper angeschraubt. Am hohlen Bombenheck waren vier Stabilisierungsflügel mit einem Ringleitwerk montiert. Befüllt waren die Bomben entweder mit Amatol oder Trialen 105. Letzteres war eine Mischung aus 70 % Trinitrotoluol (TNT), 15 % Hexogen (RDX) und 5 % Aluminiumpulver. In der Mitte des Bombenkörpers war im Sprengstoff ein Hohlraum mit kreisrundem Querschnitt ausgelassen. Dieser erstreckte sich rund über ¾ der Länge des Bombenkörpers. In diesem Hohlraum befand sich eine Verstärkerladung aus TNT-Klötzen. Die Masse des Sprengstoffs in der Bombe betrug 53 bis 60 % ihres Gewichts. Etwa 20 cm hinter der Aufhängeöse befand sich seitlich am Bombenkörper die Zünderbuchse für den Zünder. Verwendet wurden die elektromechanischen Aufschlagzünder El.AZ (25) B, El.AZ (25) B2, El.AZ (25) D, El.AZ (28) B-2 oder der Aufschlag- und Verzögerungszünder AZ (55). Unter dem Zünder konnten in der Zünderbuchse zusätzliche TNT-Pellets als Zündladung geladen werden. Der Bombenkörper hatte entweder einen hellblauen oder sandfarbenen Anstrich. Ein gelber Streifen am konischen Heck kennzeichnete die Bombe als Sprengbombe.[4][5][6][7]

Varianten

SC 1000C

Dies war das erste Bombenmodell der SC 1000. Der Bombenkörper war aus einem Stück gefertigt.[4][5][7]

Bombe Länge Durchmesser Spannweite Sprengstofffüllung Gewicht
SC 1000C 2,781 m 654 mm 610 mm 530 kg 1.090 kg

SC 1000L

Dies war das zweite Bombenmodell der SC 1000. Der Bombenkörper wurde aus zwei Stücken zusammengeschweißt. Die SC 1000L hatte eine verstärkte Bombenspitze, welche für die Bekämpfung von Schiffen optimiert war.[6][4][5]

Bombe Länge Durchmesser Spannweite Sprengstofffüllung Gewicht
SC 1000L 2,527 m 654 mm 643 mm 590 kg 1.002 kg

SC 1000L₂

Dieses Bombenmodell entspricht der Ausführung SC 1000C. Der Bombenkörper war aber aus zwei Stücken zusammengeschweißt und es wurde eine abgeänderte Bombenspitze verwendet.[6][5][7]

Bombe Länge Durchmesser Spannweite Sprengstofffüllung Gewicht
SC 1000L₂ 2,781 m 654 mm 610 mm 620 kg 1.002 kg

Einsatz

Die SC 1000 wurde bei Angriffen auf Städte, einzelnen Gebäudestrukturen sowie Schiffen verwendet. Für die Bekämpfung von verbunkerten bzw. befestigten Zielen, sowie Zielen unter der Erdoberfläche war die dünnwandige SC 1000 wenig geeignet, da sie zu wenig in das Ziel eindrang und auch bei steilem Auftreffwinkel zum Zerschellen tendierte. Wurden die Bomben mit dem Aufschlagzünder abgeworfen, so betrug die minimale Abwurfhöhe 1000 m über Grund, damit sich das Flugzeug bei der Bomben-Detonation außerhalb des Gefahrenbereichs befand. Mit dem Verzögerungszünder konnte die SC 1000 aus einer minimalen Flughöhe von 20 m abgeworfen werden, wobei sie nach dem Aufschlag mit einer Verzögerung von 14 Sekunden zündete. Die SC-1000-Bombe konnte von zahlreichen Flugzeugen der Luftwaffe transportiert werden, wie etwa die Junkers Ju 87, Junkers Ju 88, Junkers Ju 188, Dornier Do 217, Heinkel He 111 oder Arado Ar 234.[1][3][7][8]

Die ersten Einsätze der SC 1000 erfolgten bei der Luftschlacht um England, insbesondere bei den The Blitz bezeichneten Luftangriffen auf London ab September 1940. Beim Luftangriff auf Coventry am 14. November 1940 wurden neben Brandbomben auch 139 1-Tonnen-Bomben der Typen SB 1000 und SC 1000 auf die Stadt abgeworfen. Bei den Luftangriffen auf Birmingham im November 1940 warf die Luftwaffe u. a. 166 1-Tonnen-Bomben der Typen SB 1000 und SC 1000 auf die Stadt ab. Im Vereinigten Königreich wurde die SC 1000 umgangssprachlich „Herrmann“ genannt (in Anspielung auf den korpulenten Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe). Die SC 1000 wurde bis zum Kriegsende bei Luftangriffen gegen Städte, Schiffe wie auch taktische Ziele verwendet.[1][3][4][9]

Galerie

Nutzerstaaten

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

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