SD 4 HL
Hohlladungsbombe zum Bekämpfen von Panzern von oben mit Flugzeugen
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Die SD 4 HL (HL für Hohlladung) war eine deutsche Hohlladungs-Streumunition, die während des Zweiten Weltkriegs von Flugzeugen zur Panzerbekämpfung eingesetzt wurde.
| SD 4 HL | |
|---|---|
| Allgemeine Angaben | |
| Bezeichnung: | SD 4 HL |
| Typ: | Hohlladungsbombe |
| Herkunftsland: | |
| Indienststellung: | 1943 |
| Einsatzzeit: | 1944–1945 |
| Technische Daten | |
| Gefechtsgewicht: | 4 kg |
| Länge: | 31 cm |
| Durchmesser: | 91,5 mm |
| Ausstattung | |
| Gefechtskopf: | 0,31 kg Hexotol 50 |
| Zünder: | Aufschlagzünder |
| Liste von Bomben nach Herkunftsnation | |
Entwicklung
Bei Tests an Beutepanzern im Jahr 1942 erwiesen sich die zur Panzerbekämpfung häufig eingesetzten Sprengbomben SC 10 und SC 50 der Luftwaffe als wenig effektiv. Auch bei einem Nahtreffer vermochten die Splitter dieser Bomben nicht die Panzerung gegnerischer Kampfpanzer zu durchschlagen. Aufgrund dieser Testresultate wurde die Entwicklung einer kleinen Hohlladungsbombe angestoßen. Diese war 1943 fertig entwickelt und bekam die Bezeichnung SD 4 HL. Der erste Gefechtseinsatz erfolgte im Mai 1944.[1]
Technik
Die SD 4 HL glich äußerlich einer kleinen Mörsergranate. Die Bombe wog 4 kg, hatte einen Durchmesser von 90 mm und eine Länge von 310 mm. Der Bombenkörper bestand entweder aus Pressstahl (SD 4 HL), Temperguss (SD 4 HL (Te)) sowie Grauguss oder Sonderguss (SD 4 HL (Ge)). Hinten am Bombenkörper war das Heckteil aus gestanzten Blechen aufgesetzt. An diesem waren vier Stabilisierungsflügel (Heckflossen) mit einem Ringleitwerk angebracht. Im Bombenkörper war die Hohlladung verbaut. Vorne befand sich die Einlage bzw. Auskleidung (englisch Liner) aus Stahl. Als Sprengladung enthielt sie 0,31 kg Hexotol 50 (ein schmelzgießbares Gemisch aus je 50 % Trotyl und Hexogen), sowie die mit 7 Gramm Nitropenta laborierte kleine Zündladung 34/Np. Hinten im Bombenkörper war der elektromechanische Aufschlagzünder vom Typ eAZ (66) A eingesetzt. Die Hohlladung durchschlug bei einem Auftreffwinkel von 60° rund 130 mm Panzerstahl. Damit reichte die Durchschlagskraft aus, um die relativ dünne Deckenpanzerung jedes damaligen Kampfpanzers zu durchschlagen. Bei der Detonation wurde der Bombenkörper der SD 4 HL in 300–400 über 1 Gramm schwere Splitter zerlegt, die in einem Radius von 13 m von der Detonationspunkt mit einer mittleren Splitterdichte von einem wirksamen Splitter pro m² Fläche gegen lebende Ziele wirkten.[2][3][4][5][6]
Die SD 4 HL-Bomben wurden nicht einzeln, sondern massenweise aus Streubomben abgeworfen. Verwendet wurden der Abwurfbehälter 500 (AB 500) mit 74 Bomben sowie der AB 250, der 40 Bomben fasste.[5][7]
Einsatz
Das sowjetische Gegenstück, die PTAB-2,5-1,5 wurde 1943 bei der Schlacht um Kursk erstmals eingesetzt. Am 5. März 1944 gab Hitler auf Drängen der Luftwaffe den Einsatz der SD 4 HL frei, nachdem sie zurückgehalten worden war, um den Gegner nicht auf die Möglichkeit einer wirksamen Panzerbekämpfung aus der Luft aufmerksam zu machen. Danach wurden die SD 4 HL-Bomben bis zum Kriegsende bei der Panzerbekämpfung eingesetzt.[8]