SEREX
molekularbiologisches Verfahren
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Das Akronym SEREX (engl. serological identification of antigens by recombinant expression cloning, dt. Serologische Identifikation von Antigenen durch Rekombinantes Expressionsklonieren) steht für ein molekularbiologisches Verfahren zur Identifizierung von Antigenen. Es wird insbesondere in der Tumorimmunologie zur Identifizierung von Tumorantigenen verwendet.
Beschreibung
Die Basis von SEREX ist, dass Organismen gegen autologe Tumorantigene von Krebszellen Antikörper entwickeln können. Die isolierten Antikörper können in cDNA-Expressionsbibliotheken zur Identifizierung von Tumorantigenen verwendet werden.
Mit der SEREX-Methode kann zwar die Immunogenität der Tumorantigene, aber nicht die Häufigkeit des Vorkommens und die präferentielle Expression des Proteins im Tumor bestimmt werden.[1] Mit SEREX wurden bisher über 2000 Tumorantigene entdeckt.[2]
Das Verfahren wurde ursprünglich für die Tumorimmunologie entwickelt, um neue Targets für die Krebsimmuntherapie zu generieren, wird aber inzwischen auch auf anderen Gebieten der Medizin, wie beispielsweise Rheumatologie, Kardiologie und Gastroenterologie, eingesetzt.
Das Verfahren

Zunächst wird eine cDNA-Bibliothek aufgebaut und mit Hilfe des Expressionsvektors Bakteriophage Lambda in Escherichia coli exprimiert. Die von E. coli gebildeten lytischen Plaques, mit den potenziellen Antigenen, werden auf Membranen übertragen. Danach werden die Seren mit den Membranen inkubiert. Antikörper aus dem Serum, die an die Antigene binden, werden danach durch an Enzyme konjugierte anti-Humanantikörper (IgG) visuell detektiert.[1]
Historie
Das SEREX-Verfahren wurde 1994 von einer Arbeitsgruppe um Michael Pfreundschuh am Universitätsklinikum des Saarlandes entwickelt.[3]