SLC Agrícola

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SLC Agrícola (Schneider Logemann & Cia) ist ein brasilianischer Agrarproduzent mit Hauptsitz in Porto Alegre. Der Schwerpunkt liegt auf der Produktion von Baumwolle, Sojabohnen und Mais. Das Unternehmen wird von der deutschstämmigen Familie Logemann geführt und ist brasilianischen Leitindex Bovespa enthalten.

Schnelle Fakten
SLC Agrícola S.A.
Logo
Rechtsform Sociedade Anônima
Aktiengesellschaft (Brasilien)
ISIN BRSLCEACNOR2
Gründung 1945/1977
Sitz Porto Alegre, Brasilien Brasilien
Leitung Eduardo Logemann (Vorsitz)
Mitarbeiterzahl 6.729 (2025)
Umsatz 8,5 Mrd. Reais (ca. 1,3 Mrd. Euro, 2025)[1]
Branche Landwirtschaft
Website www.slcagricola.com
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Hauptsitz in Porto Alegre

Geschichte

Die SLC-Gruppe wurde 1945 in der Stadt Horizontina im Bundesstaat Rio Grande do Sul von drei Familien deutscher Einwanderer unter dem Namen Schneider Logemann & Cia gegründet. Das Unternehmen spezialisierte sich zunächst auf die Produktion und den Vertrieb von Landmaschinen wie Traktoren und Mähdrescher. SLC Agricola entstand 1977 mit dem Erwerb von zwei landwirtschaftlichen Betrieben im südlichen Brasilien, im Bundesstaat Rio Grande do Sul, wo Sojabohnen, Mais und Weizen angebaut wurden. 1979 wurde ein Joint Venture mit dem US-amerikanischer Landmaschinenherstelle John Deere begründet, das 20 Jahre lang bestand. 1997 stieg das Unternehmen in den Baumwollanbau ein. Zwei Jahre später wurde das Geschäft mit Landmaschinen an John Deere verkauft, um sich auf die landwirtschaftliche Produktion zu spezialisieren, welche durch Übernahmen immer weiter wuchs.[2]

Im Jahr 2007 ging SLC Agrícola als erstes großes brasilianisches Agrarunternehmen an die Börse Bovespa in São Paulo. Im Jahr 2013 ging das Unternehmen ein Joint Venture mit den Firmen Dois Vales sowie der japanischen Mitsui Group zum Betrieb von Agrarflächen ein. 2017 wurde eine Geschäftseinheit für den Verkauf von Samen etabliert.[2] Im Jahr 2021 wurde das in Mato Grosso ansässige Unternehmen Terra Santa für 753 Millionen R$ übernommen. Durch diese Transaktion wurden sechs landwirtschaftliche Betriebe in den Bestand von SLC Agrícola aufgenommen und die Produktionskapazität um weitere 145.000 Hektar erweitert.[3]

Geschäft

Das Unternehmen betrieb 2026 insgesamt 26 landwirtschaftliche Großbetriebe (2 davon im Rahmen von Joint Ventures) in den zentralen Staaten Brasiliens. Für die Saison 2025/26 lag die Anbaufläche bei über 830.000 Hektar.[3] Produziert werden hauptsächlich Baumwolle, Sojabohnen und Mais jedoch auf kleineren Flächen auch Weizen, Sorghum, Hirse, Brachiaria und andere Kulturen.[4] Daneben wird Viehzucht (Rinderhaltung) betrieben.

Kritik

Das Unternehmen hat internationale Kritik auf sich gezogen wegen seiner Beteiligung an der Abholzung der Cerrado-Region in Brasilien und wegen Konflikten mit indigenen Gemeinschaften um Landrechte.[5][6] Neben der Kritik von gemeinnützigen Organisationen hat auch der norwegische Staatsfonds seine Anteile an SLC Agrícola aufgrund der massiven Abholzung durch das Unternehmen veräußert.[6] 2021 versprach SLC Agrícola eine Null-Entwaldungs-Politik.[2]

Commons: SLC Agrícola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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