Nationale Kleinbahngesellschaft

ehemaliege Straßen- und Lokalbahngeselschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Nationale Kleinbahngesellschaft[1] (NKG), Nationale Maatschappij van Buurtspoorwegen (NMVB, niederländisch) bzw. Société nationale des chemins de fer vicinaux (SNCV, französisch) war eine staatliche Gesellschaft, die in Belgien Schmalspurbahnen, Straßenbahnen und Omnibuslinien betrieb.

Dampfstraßenbahnlok der NKG/NMVB/SNCV aus dem Jahr 1894

Geschichte

NKG/NMVB/SNCV-Triebwagen des Typs S, 1977 im Einsatz auf der gestrichenen Linie G in Brüssel
Gelenktriebwagen in der letzten NKG/NMVB/SNCV-Farbgebung 1986 auf der Kusttram

Anfangszeit

Die NKG wurde 1884 gegründet. Sie hatte zur Aufgabe, die Regionen Belgiens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erschließen, die nicht von der Staatsbahn erreicht wurden. Im Jahr 1885 eröffnete sie die erste Strecke zwischen Ostende und Nieuwpoort. Diese Strecke ist heute noch als Teil der Küstenstraßenbahn in Betrieb. Die Bahnstrecken wurden als Schmalspurstrecken mit der Spurweite 1000mm erbaut und lagen meist eingleisig in Seitenlage von bestehenden Straßen. Sie wurden anfangs mit Dampflokomotiven betrieben, ab 1894 wurden die ersten Strecken elektrifiziert. Im Jahr 1910 betrug die Streckenlänge des gesamten Netzes bereits 3786km. Der absolute Höhepunkt wurde im Jahr 1925 mit 5200km Streckenlänge erreicht.

Niedergang des Schienenverkehrs

Mit der Konkurrenz des Omnibusses begann der Niedergang des Schienenverkehrs. Auch das veraltete Wagenmaterial und die mit dem aufkommenden Individualverkehr zunehmend ungünstige Lage vieler Strecken beschleunigten die Stilllegungen. Die Streckenlänge sank von über 4250km im Jahr 1950 auf 978km im Jahr 1960. Nach der Stilllegung des Netzes nördlich von Brüssel im Jahr 1978 verblieben lediglich die Linie an der Nordseeküste sowie ein Netz um die Industriestadt Charleroi.

Im Jahr 1977 wurden die nationalen Buslinien, die bisher von der Staatsbahn NMBS/SNCB betrieben wurden, an die NKG übergeben.

Aufspaltung und Ende

Im Jahr 1991 wurde die NKG entlang der Grenze der beiden Regionen Flandern und Wallonie aufgeteilt. In Flandern entstand der neue Verkehrsbetrieb De Lijn. Dieser übernahm die Küstenstraßenbahn und die Buslinien in Flandern von der NKG und zudem die bisher städtischen Straßenbahnnetze in Antwerpen und Gent. In Wallonien entstand der Verkehrsbetrieb TEC. Dieser betreibt seitdem die Metro in Charleroi sowie die wallonischen Buslinien. Die dritte Region Belgiens, die zweisprachige Hauptstadtregion Brüssel, wird seitdem – außer von der MIVB/STIB, dem eigenen Verkehrsbetrieb der Region – sowohl vom flämischen De Lijn wie auch vom wallonischen TEC mitbedient.

Elektrifizierte Netze

Durch die Elektrifizierung der wichtigsten Strecken entstanden mehrere, teilweise miteinander verbundene Straßenbahnnetze. Diese wurden unabhängig von den städtischen Straßenbahnen (in Brüssel, Antwerpen, Gent, Charleroi, Lüttich und Verviers) betrieben. Diese Netze wurden nach dem Zweiten Weltkrieg sukzessive stillgelegt:

  • Eupen: 1957
  • Provinz Limburg: 1958
  • Gent: 1959
  • Lüttich: 1961
  • Löwen: 1962
  • Kortrijk: 1963
  • Namur: 1963
  • Antwerpen: 1968
  • Mons: 1973
  • Brüssel: 1978

Damit verbleiben heute als Überreste des einstigen SNCV-Netzes lediglich:

  • Die Kusttram, die Strecke entlang der Nordseeküste zwischen Knokke und De Panne.
  • Die Strecken, die in der Metro Charleroi aufgingen. Der Großteil des Metro-Netzes besteht aus ab 1976 errichteten Neubaustrecken. Als einzige ursprüngliche SNCV-Strecke wird im Personenverkehr nur noch eine etwa 3km lange Strecke in Anderlues, einem westlichen Vorort von Charleroi, betrieben.

Museales Erbe

Verschiedene Museen in Belgien besitzen Schienenfahrzeuge der SNCV, unter anderem das Verkehrsmuseum Lüttich in Lüttich.

Karten

Die Karten zeigen die Streckenverläufe der Nahverkehrsbahnen in der jeweiligen Provinz. Enthalten sind neben Straßenbahn- auch Eisenbahnstrecken. Letztere werden überwiegend schwarz dargestellt, jedoch pink in den letzten drei Abbildungen, Provinz Hennegau ohne Westregion. Haltestellen der Eisenbahn sind als Rechteck an einer Linienseite markiert, sonstige vorwiegend als Punkt auf der jeweiligen Linie.

Quelle:[2]

Einzelnachweise

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