SS-Mann
Sammelbegriff für Männer der Schutzstaffel während der NS-Zeit
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SS-Mann oder Staffelmann (veraltet) war sowohl in der Weimarer Republik als auch im NS-Staat die Sammelbezeichnung aller vollberechtigten Angehörigen der Schutzstaffel (SS) bis einschließlich des Reichsführer SS; überdies auch für jene, die noch endgültig in die SS zu übernehmen waren.[1] Aus diesem Kontext heraus war Paul Hausser sowohl SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS als auch SS-Mann.
Vor der Einsetzung Heinrich Himmlers als Reichsführer SS (Januar 1929) stellte der „Staffelmann“ den niedrigsten Mannschaftsdienstgrad der damaligen SS dar. Dieser etablierte den Begriff „SS-Mann“, welcher an die Stelle des bisherigen Staffelmanns trat, als begonnen wurde, die SS schrittweise aus den Organisationsstrukturen der übergeordneten SA herauszulösen und als eigenständige Parteiorganisation der NSDAP zu etablieren. Obsolet wurde der Begriff „Staffelmann“ spätestens ab dem Zeitpunkt, als in der SS das 1925 eingeführte Prinzip der Zehnerstaffeln aufgegeben wurde.
Ab August 1934 wurden aus der bisherigen SS drei, von ihren Aufgabenbereichen unterschiedene, Teilorganisationen gebildet, die in der Gesamtheit die sogenannte Gesamt-SS bildeten:
- Politische Bereitschaften
- Wachverbände
Die Angehörigen der Allgemeinen SS führten die parteidienstlichen Aufgabenbereiche der bisherigen SS fort, war bis auf den Dienstdolch unbewaffnet und tat ihren Dienst weiterhin ehrenamtlich. Die Angehörigen der Politischen Bereitschaften, die im September 1934 zur Verfügungstruppe zusammengefasst wurden, stellten besondere kasernierte Formationen dar, die mit leichten Waffen ausgerüstet waren und ab dem 9. November 1936 unter der Kontrolle der jeweiligen SS-Oberabschnittsleiter standen. Konzipiert wurde die Verfügungstruppe in ihrer damaligen Form der SS-Sonderkommandos ursprünglich zum Zweck der Niederschlagung möglicher Aufstände der politischen Opposition. Als Teil einer nationalsozialistischen „Hilfspolizei“ erhielten deren Angehörige einen entsprechenden Sold über die zuständigen Polizeibehörden. Ab 1936 erfolgte die Besoldung der Angehörigen der Verfügungstruppe über den Polizeietat des NS-Staates. Die Angehörigen der Wachverbände entstammten ursprünglich ebenfalls den Sonderkommandos der SS, unterschieden sich jedoch von ihrem Aufgabenbereich (Betrieb und Bewachung der Konzentrationslager) von den übrigen Teilen der Sonderkommandos. Auch sie stellten besondere kasernierte Formationen dar, die ebenfalls mit leichten Waffen ausgerüstet und auch anfänglich über einen Hilfspolizeisold entlohnt wurden. Im Frühjahr 1936 wurden diese Wachverbände in die Totenkopfverbände reorganisiert und ebenfalls über den Polizeietat des NS-Staates finanziert.
1941 erfolgte die Zusammenlegung der Verfügungstruppe und der Totenkopfverbände zur Waffen-SS und die Parteibezeichnung „SS-Mann“ wich zugunsten der Heeresbezeichnung Schütze.[1]
Etymologie
-Mann war als Bezeichnung in Anlehnung an den „Sturm-Mann“, dem Elitesoldaten der Sturm- und Stoßtrupps, der Sturmpionier-Kompanien und Sturmbataillonen aus den Gefechten des Ersten Weltkriegs gewählt worden. Der elitäre „Sturm-Mann“ war im Selbstverständnis der Freikorps bis hin zur NSDAP (und den nachgeordneten Organisationsbereichen) bewahrt worden. Aus diesem Grund ist es kaum verwunderlich, dass „-Mann“ als paramilitärische Rangbezeichnung in substantieller Verbindung mit SA und SS (SA-Mann, SS-Mann) Eingang fanden und mit dem niedrigsten Mannschaftsdienstgrad der Wehrmacht vergleichbar war.
Mit Anwuchs der Verfügungstruppe (ab 1938) und der verstärkten Anlehnung dieser Formation an Strukturen und Bezeichnungen der Wehrmacht sowie dem Übergang zur Waffen-SS wurde die Dienstgradbezeichnung „SS-Mann“ einheitlich in SS-Schütze, SS-Grenadier, SS-Pionier usw. in Abhängigkeit der jeweiligen Truppengattung in der Waffen-SS verbindlich.
Einteilung
Im NS-Staat wurden SS-Männer wie folgt unterschieden:
- SS-Mann/Allg.SS (sprich: „SS-Mann der Allgemeinen SS“)
- SS-Mann/V.T. (sprich: „SS-Mann der Verfügungstruppe“)
- SS-Mann/T.V. (sprich: „SS-Mann der Totenkopfverbände“)
- SS-Mann/W.SS (sprich: „SS-Mann der Waffen-SS“)
SS-Männer wurden in der Allgemeinen SS altersmäßig, und gegebenenfalls nach der körperlichen Leistungsfähigkeit, in drei Gruppen unterschieden:
- Aktive SS (mit SSI und SSII)
- SS-Reserve
- SS-Stammabteilung
In den kasernierten Teilen der SS (Verfügungstruppe, Totenkopfverbände) und in der aus ihnen hervorgegangenen Waffen-SS wurden SS-Männer nicht nach Altersgruppen unterschieden.
Rangfolge und Insignien
Die Ernennung zum SS-Mann war an eine Reihe von Bedingungen gebunden, die unter SS-Bewerber und SS-Anwärter näher beschrieben sind. Ein SS-Mann konnte erst nach einer Dienstzeit von zwei Jahren zum Sturmmann befördert werden.
Bei den Abbildungen werden die Rangabzeichen oder Dienstgradabzeichen gezeigt, die als Schulterklappen und Kragenspiegel getragen wurden.[2] Die Kragenspiegel wurden an der schwarzen Uniformjacke der Allgemeinen SS getragen. Die Schulterklappen waren ebenfalls in schwarzer Grundfarbe gehalten im Gegensatz zum Feldgrau bei der Waffen-SS.
Allgemeine SS
Ein SS-Mann der Allgemeinen SS versah seinen Dienst dort ehrenamtlich und freiwillig, wobei das Prinzip der Freiwilligkeit generell für alle Organisationsbereiche der SS galt.[3] Die Schulterschnüre der Allgemeinen SS werden in der Grafik nicht dargestellt.
Waffen-SS

- Rangabzeichen der Waffen-SS
- Schulterklappe Schwarz
(für alle Mannschaften gleich) - Hoheitsabzeichen
(linker Oberarm)
| 1. Rang | 2. Rang | 3. Rang | |
|---|---|---|---|
Kandidatenstatus, Allgemeine SS
|
Allgemeine SS SS-Mann |
SS-Sturmmann | |
Freiwilligenbewerber, Waffen-SS
|
Waffen-SS SS-Schütze |
SS-Oberschütze | SS-Sturmmann |
| Kandidatenstatus SA-Anwärter |
SA SA-Sturmmann (SA-Mann vor 1942) |
SA-Obersturmmann (SA-Sturmmann vor 1942) | |
| Wehrpflichtiger Wehrmacht |
Wehrmacht Soldat (z. B. Jäger, Schütze, Funker ... e.t.c.) |
Ober(Soldat) ..... (z. B. Oberschütze, Oberfunker ... e.t.c.) |
Gefreiter |