Sackenreuth
Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach
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Sackenreuth (oberfränkisch: Saggereud[2]) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern).[3] Sackenreuth liegt in der Gemarkung Höferänger.[4]
Sackenreuth Große Kreisstadt Kulmbach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 9′ N, 11° 25′ O |
| Höhe: | 364 m ü. NHN |
| Einwohner: | 6 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 95326 |
| Vorwahl: | 09221 |
Geografie
Die Einöde liegt am Fuße des bewaldeten Höhenrückens Hangleite (455 m ü. NHN, 1 km südwestlich). Ansonsten fällt das Gelände in den übrigen Richtungen ab. Etwas weiter nördlich fließt die Dornlach, die östlich in die Dobrach mündet. Im Südosten befindet sich der Saugraben, der aber kein Wasser mehr führt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Bundesstraße 85 bei Höferänger (1 km südöstlich) bzw. in eine andere Gemeindeverbindungsstraße einmündend nach Unterdornlach (1,4 km nordwestlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde 1361 als „Seukenreuth“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Grundwort ist -reuth, das Bestimmungswort der Personenname Siuco. Demnach bedeutet der Ortsname zu der Rodung des Siuco, der vermutlich der Gründer des Ortes war. In dieser Urkunde wurde besiegelt, dass Otto Graf von Orlamünde dem Kloster Langheim Güter des Ortes übereignet. 1740 wurde der Ort erstmals als „Sackenreuth“ erwähnt, wohl eine Angleichung an Sack, da der Personenname nicht mehr geläufig war.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Sackenreuth 1 Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Grundherr des Hofes war der bambergische Langheimer Amtshof.[7]
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Sackenreuth dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Oberdornlach und der 1812 gebildeten Ruralgemeinde Oberdornlach zugewiesen. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) wurde der Ort in die neu gebildete Ruralgemeinde Unterdornlach umgemeindet, die 1955 in Höferänger umbenannt wurde.[8] Am 1. Januar 1974 wurde Sackenreuth im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Kulmbach eingegliedert.[9]
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Maria Magdalena (Kirchleus) gepfarrt.[7][17]
Literatur
- Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 38). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2012, ISBN 978-3-7696-6554-3.
- Johann Kaspar Bundschuh: Sackenreuth. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 13 (Digitalisat).
- Erich Freiherr von Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 1). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1952, DNB 451738918, S. 144.
- Georg Paul Hönn: Sackenreuth. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 289 (Digitalisat).
- Otto Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland : Lexikon. Ackermann-Verlag, Hof 1993, ISBN 3-929364-08-5, Sp. 542–543.
Weblinks
- Sackenreuth in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 16. Dezember 2021.
- Sackenreuth in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 8. August 2020.
- Sackenreuth im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 8. August 2020.