Sadie Goodson Cola

amerikanische Jazzmusikerin (Piano, Gesang) From Wikipedia, the free encyclopedia

Sadie Goodson Cola (* 29. März 1900 als Sadie Goodson;[1]9. Juni 2002 in Detroit) war eine amerikanische Jazzmusikerin (Piano, Gesang).

Leben und Wirken

Goodson, deren Vater Diakon und deren Mutter die Pianistin in der Mt. Olive Baptist Church in Pensacola waren, erhielt wie ihre fünf Schwestern zunächst zu Hause Gesangs- und Klavierunterweisung (zu den Schwestern gehören Billie Pierce, Edna und Ida Goodson, die gleichfalls als Musikerinnen tätig waren).[2] Nach ihren eigenen Angaben erhielt sie als einzige der Schwestern auch formalen Klavierunterricht.

Schon als Jugendliche unterstützte Goodson als Pianistin lokale Bands und Mack’s Merrymakers, die Thomas Mack aus New Orleans leitete, und andere Bands, die in Florida auf Tournee unterwegs waren. Bereits mit 16 Jahren begleitete sie Bessie Smith. Buddie Petit gab ihr im selben Jahr den Tipp, in New Orleans zu arbeiten. Mit dem Zug verließ sie Pensacola, um sich in New Orleans niederzulassen.[2][3] Als Pianistin gehörte sie dort zur Band von Papa Celestin, in der sie auch ihren ersten Mann Chinee Foster kennen lernte. Zeitweilig arbeitete sie mit Foster in der Band von Buddie Petit auf dem Mississippi-Dampfer S.S. Madison. Sie übernahm die Band von Petit und leitete sie bis 1930. Weiterhin begleitete sie zeitweilig ihre Schwester, die Sängerin Edna Goodson, auf einer Wandertournee, die unter dem Namen Mighty Wiggle Carnival Show auftrat.[2] Außerdem arbeitete sie mit Kid Rena, Chris Kelly und Alex Bigard.[2]

Mitte der 1930er Jahre zog Goodson nach New York, wo sie zunächst weiter als Musikerin wirkte, dann aber als Pflegeschwester arbeitete und alleine ein Kind großzog. In den 1950er Jahren heiratete sie Thomas Peterson, der bei der Ford Motor Company beschäftigt war, und zog nach Detroit. Dort trat sie weiterhin mit Musikern aus New Orleans wie Manny und Percy Gabriel auf.

Nach Petersons Tod heiratete Goodson den Musiker George „Kid Sheik“ Cola, mit dem sie bereits seit den 1920er Jahren aufgetreten war. Das Paar kehrte nach New Orleans zurück, wo es auch in der Preservation Hall auftrat. Zudem nahm sie Alben auf, zunächst gemeinsam mit ihrem Mann. Das Florida Folk Archive veröffentlichte eine Aufnahme vom Florida Folk Festival 1980 mit einem Duett mit ihrer Schwester Ida. 1994 trat sie mit dieser beim New Orleans Jazz & Heritage Festival auf. Dann zog sie mit ihrem Mann nach Detroit zurück, wo dieser 1996 starb. Noch 1998 konzertierte sie beim Copenhagen Jazz Festival.[2] In Europa tourte sie auch mit der Maryland Jazz Band of Cologne. Im Jahre ihres Todes widmete sich die Revue „The Goodson Sisters: Pensacola’s Greatest Gift to Jazz“ dem Wirken von ihr und ihren Schwestern; eigentlich war geplant, dass sie mitwirken sollte, was aber ihre Erkrankung verhinderte.[3]

Diskographische Hinweise

  • Sheik and Sadie: My Dreams Are Getting Better All The Time (504 Records 1986)
  • Sadie Goodson's Good Time Music: Big Three and Solo Piano (504 Records 1990)
  • Sadie Goodson with Sammy Rimington: N.O. 1986 (G.H.B. 1998)

Literatur

  • Charles Chamberlain: The Goodson Sisters: Women Pianists and the Function of Gender in the Jazz Age. In: The Jazz Archivist. Band XV, 2001, S. 1–9.
  • Sherrie Tucker: A Feminist Perspective on New Orleans Jazz Women. University of Kansas, 2004 (npshistory.com [PDF]).

Einzelnachweise

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