Sam & Max Hit the Road

Computerspiel aus dem Jahr 1993 From Wikipedia, the free encyclopedia

Sam and Max Hit the Road ist ein 1993 von LucasArts entwickeltes und herausgegebenes Point-and-Click-Adventure, das auf den Comicfiguren Sam & Max von Steve Purcell basiert.

Schnelle Fakten Entwickler, Publisher ...
Sam & Max Hit the Road
Entwickler LucasArts
Publisher LucasArts
Leitende Entwickler Steve Purcell
Komponist Clint Bajakian,
Michael Land,
Peter McConnell
Veröffentlichung November 1993
Plattform DOS, Linux, Mac OS, Windows
Spiel-Engine SCUMM
Genre Point-and-Click-Adventure
Steuerung Maus,
Tastatur
Medium CD-ROM,
HD-Diskette
Sprache Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
Altersfreigabe
USK
USK ab 12 freigegeben
USK ab 12 freigegeben
PEGI
PEGI ab 12 Jahren empfohlen
PEGI ab 12 Jahren empfohlen
PEGI-Inhalts­bewertung Gewalt
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Handlung

Die Handlung des Spieles führt die beiden vom Spieler zu steuernden Hauptfiguren Sam, einen anthropomorphen Hund, und Max, einen psychopathischen und angriffslustigen weißen Hasen, auf der Suche nach einem verschwundenen Bigfoot durch ein von Kitsch und Absurditäten durchzogenes Amerika.[1] Bei der erzählten Geschichte handelt es sich um eine Groteske.

Spielprinzip und Technik

Sam & Max ist ein 2D-Point-and-Click-Adventure. Die aus Sprites zusammengesetzte Spielfigur bewegt sich vor handgezeichneten, teilanimierten Hintergründen.[2] Mit der Maus kann der Spieler Sam durch die Örtlichkeiten bewegen und mit den Maustasten Aktionen einleiten, die den Spielcharakter mit seiner Umwelt interagieren lassen. Sam kann so Gegenstände finden, sie auf die Umgebung oder andere Gegenstände anwenden und mit NPCs kommunizieren. Dialoge werden genretypisch nach dem Single-Choice-Verfahren geführt: Das Spiel gibt abhängig von Spielsituation und Gesprächspartner Themen vor, von denen der Spieler eins auswählt, und der dazugehörige Dialog läuft dann automatisch ab. Der zweite Hauptcharakter Max kann nicht gesteuert werden, sondern folgt Max automatisch. Ihm können aber Befehle erteilt werden. Bei diesem Spiel änderte LucasArts erstmals die seit Maniac Mansion bewährte Benutzerführung und verzichtete auf die permanente Anzeige der Aktionsverben und des Inventars. Stattdessen wurde der Bildschirm vollständig für die Spielegrafik genutzt. Die möglichen Aktionen konnten durch die rechte Maustaste gewählt werden. Das Inventar wurde in einen eigenen Bildschirm ausgelagert. Auch das Dialogsystem wurde verändert, sodass nicht mehr vorgefertigte Sätze gewählt werden konnten, sondern anhand von Icons nur der Charakter der nächsten Aussage (Frage, Aussage, …) bestimmt werden konnte.

Neben den für ein Adventure von LucasArts bekannten Aufgaben, deren Lösung durch die Kombination der unterschiedlichsten Gegenstände möglich wird, sind auch verschiedene Minispiele im Spiel selbst integriert (Schiffe versenken usw.).

Sam & Max Hit the Road erschien 1993 für DOS- und Macintosh-Rechner. Es war das letzte LucasArts-Spiel, das auch in einer Diskettenversion ausgeliefert wurde. Für beide Systeme wurde parallel zur Diskettenversion eine CD-ROM-Version mit vollständiger Sprachausgabe veröffentlicht. Technisch basiert die Diskettenversion des Titels auf Version 6, die CD-Version auf Version 7 der LucasArts-eigenen SCUMM-Engine.

Produktionsnotizen

Steve Purcell, Schöpfer der Sam-&-Max-Comics, arbeitete Anfang der 1990er-Jahre als Grafiker bei LucasArts.[2] Die Comiccharaktere traten deshalb in LucasArts-Spielen immer wieder als Running Gag in Erscheinung. Im ersten Teil von Monkey Island sind Sam und Max als Idole vor dem heiligen Affenkopf auf Monkey Island zu sehen. Im Kostümverleih auf Booty Island in Monkey Island 2 gibt es Kostüme von Sam und Max. Außerdem gibt es im Büro von Indiana Jones in Indiana Jones and the Last Crusade eine Statue von Sam und Max. Im Haus der Vergangenheit in Day of the Tentacle hängt ein Bild von Max.

Nach Sam & Max Hit the Road wurden die Protagonisten auch in weiteren Spielen von LucasArts eingebaut. Im dritten Teil der Monkey-Island-Saga wird der Kopf von Max durch Scheinwerfer im Theater auf Plunder Island auf die Bühne projiziert und im Vergnügungspark auf Monkey Island sieht man im Hintergrund die Attraktionen aus dem Zirkus bei Sam & Max. In Outlaws (LucasArts, 1997) taucht Max in einem geheimen Raum im Historien-Modus auf. In Star Wars: Dark Forces besitzt eine Bonus-Höhle den Umriss von Max’ Kopf; in Star Wars Jedi Knight: Dark Forces II findet man Max (bewaffnet mit einer Laserpistole) in einem kleinen Haus sowie am Ende des Tankstutzens eines abfliegenden Schiffs (zumindest in der Demo zu diesem Spiel).

Die Spielzeit beträgt für geübte Spieler etwa fünf Stunden.[2]

Synchronisation

Die Synchronisation wurde im Auftrag der Firma Softgold im G+G Tonstudio in Kaarst durchgeführt. Die Projektleitung übernahm Thomas Brockhage zusammen mit Nils Bote und Thomas Buchhorn als Übersetzer.[3][4][5]

Weitere Informationen Englischer Sprecher, Deutscher Sprecher ...
Englischer Sprecher Deutscher Sprecher Rolle
Bill Farmer Hans-Gerd Kilbinger Sam (CD-Version)
Snuckey-Verkäufer
Frank Gazon Sam (Disketten-Version)
Nick Jameson Sandra Schwittau Max (CD-Version)
Guido Alt Max (Disketten-Version)
Tony Pope Bernd Heuckendorf Verrückter Wissenschaftler
Hans-Gerd Kilbinger Löffelverbieger
Renier Baaken Conroy Bumpus
Denny Delk Shep Kushman
Burl Kushman
Lee-Harvey
Beth Wernick Kristin Dodt Entführungsopfer
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Weitere Englische Sprecher: Marsha Clark, Jean-Claude Donda und Irwin Keyes.

Weitere Deutsche Sprecher: Peter Harting, Danielle Dutombe, Jürgen Kramer, Ulrike Hötzel und Bernd Janssen.

Nachfolger

LucasArts gab im August 2002 die Entwicklung eines Nachfolgers mit dem Titel Sam & Max Freelance Police bekannt.[6] Nachdem auf diversen Spielemessen bereits Grafiken und Trailer gezeigt worden waren, wurde am 3. März 2004 der Abbruch des Projektes bekannt gegeben. LucasArts gab nach offizieller Darstellung an, keinen Markt für Adventures zu sehen.[7] Man wolle sich auf die Vermarktung von Star-Wars-Spielen konzentrieren. Die bis dahin mit der Entwicklung des Spiels betrauten Entwickler gründeten daraufhin die Firma Telltale Games.

Nachdem Onlinepetitionen gegen die Einstellung der Entwicklung erfolglos geblieben waren, verlor LucasArts im Mai 2005 die Rechte an der Nutzung der Sam-&-Max-Figuren.[8] Ab September 2005 arbeiteten Steve Purcell[9] und die Firma Telltale Games an einem neuen, vom ursprünglichen Projekt unabhängigen Nachfolger.[10] Seit Herbst 2006 veröffentlichte Telltale Games nach und nach die sechs ursprünglich geplanten Episoden. In dieser ersten Staffel wurden die Folgen mit den Titeln Culture Shock, Situation: Comedy, The Mole, The Mob and The Meatball, Abe Lincoln Must Die! und Reality 2.0 ausschließlich zum Download angeboten. Die finale Episode Bright Side of the Moon ist im Mai 2007 für Käufer der gesamten ersten Staffel erschienen. Im September 2007 wurde eine komplett eingedeutschte Version aller sechs Teile als Komplettpaket unter dem Namen Sam & Max: Season One von Jowood veröffentlicht. 2007 erschien eine fünf Episoden umfassende zweite Staffel Sam & Max: Season Two, 2010 erschien die dritte Staffel Sam & Max: Im Theater des Teufels, welche ebenfalls fünf Episoden umfasst.

Rezeption

Weitere Informationen Wertungsspiegel, Publikation ...
Wertungsspiegel
PublikationWertung
DOSWindows
Adventure-Treffk. A.88 %[11]
PC Playerk. A.89 %[12]
Power Playk. A.91 %[13]
Retro Gamer87 %k. A.
Metawertungen
GameRankingsk. A.84 %
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Sam & Max Hit the Road erhielt fast ausschließlich positive Bewertungen. Die Rezensionsdatenbank GameRankings aggregiert 6 Rezensionen zu einem Mittelwert von 84 %.[14]

Das Fachmagazin Adventure-Treff lobte den „pechschwarzen“ Humor. Die simple Story diene lediglich als Vehikel, um „skurille Personen, seltsame Orte, beißenden Wortwitz und sarkastische Anspielungen im Spiel unterzubringen“. Das Magazin kritisierte die „ein wenig nervige“ Steuerung.[11]

Das deutsche Printmagazin Retro Gamer notierte 2026 retrospektiv eine „Mischung aus liebevoller Optik, schreiend komischer Geschichte, sehr guter Spielbarkeit und brillantem Soundtrack“. Die deutschsprachige Lokalisierung sei „pfiffig“ und setze den schwarzen Humor der englischsprachigen Fassung auch Dank guter deutscher Sprecher „perfekt“ um. Redakteur Michael Hengst urteilte, das Spiel habe „in den letzten 30 Jahren (nicht) an Fahrt verloren“. Sam & Max sei zeitlos und von technischem Fortschritt so gut wie unberührt. Er wertete, Sam & Max mache „als Gesamtkunstwerk (...) einfach nur gute Laune“.[2]

Die Zeitschrift Power Play verlieh dem Spiel die Auszeichnung Besonders empfehlenswert.[13]

Einzelnachweise

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